Geophagus pellegrini
Beschreibung
Geophagus pellegrini ist ein mittelgroßer Erdfresser-Buntbarsch aus der Familie Cichlidae, endemisch im nordwestlichen Kolumbien (Atrato, San Juan, Baudó). Die Art erreicht 15,2 cm SL, im Aquarium bis 20–25 cm Gesamtlänge. Der kräftige, seitlich leicht abgeflachte Körperbau ist typisch für die Gattung. Adulte Männchen entwickeln eine deutliche Nackenbeule und längere unpaare Flossen. Im Aquarium zeigt Geophagus pellegrini eine ruhige, zurückhaltende Art. Außerhalb von Fortpflanzungsphasen gilt die Art als friedlich. Typisch ist ein bodennahes Schwimmverhalten mit regelmäßiger Substrat-Sondierung. Die Art ist ein ovophiler, maternaler Maulbrüter – das Weibchen trägt die Eier und Jungfische im Maul.
Besonderheiten
- Maternaler Maulbrüter (Weibchen trägt Eier und Jungfische im Maul)
- Bodenorientierte Lebensweise mit häufigem Substrat-Durchfiltern
- Männchen mit längeren unpaaren Flossen und ausgeprägter Nackenbeule
- Sehr empfindlich gegenüber Wasserqualitätsverschlechterung
- Endemisch in Kolumbien (Chocó, Antioquia: Atrato, San Juan, Baudó)
- Nur schwache Paarbindungen während der Fortpflanzung
Vergesellschaftungshinweise
Gesellig lebender Buntbarsch, Gruppen von mindestens 5, empfohlen 6–8 Tiere. Friedlich in Ruhephasen; während Fortpflanzungsphasen territoriale Abgrenzung. Schnecken weitgehend toleriert; Junggarnelen können gefährdet sein, adulte Garnelen überwiegend sicher. Geeignete Beifische: südamerikanische Salmler, Panzerwelse, kleine Buntbarsche. Ostafrikanische Hartwasserbuntbarsche vermeiden.
Geschlechtsdimorphismus
Gut unterscheidbar. Männchen größer mit längeren Ausläufern an den unpaaren Flossen und ausgeprägter Nackenbeule. Weibchen kompakter gebaut, weniger betonte Kopfform, kürzere Flossenlappen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 25–30 °C, pH 5,0–6,0, GH 0–5 dGH. Weiches, leicht saures Wasser. Beckengröße: Mindestens 150 × 60 × 60 cm (rund 500 Liter) für die empfohlene Gruppe von 5 bis 8 Tieren; 120 × 45 cm reichen nur für ein Paar. Einrichtung: Ausschließlich feiner, nicht scharfkantiger Sand – Erdfresser sieben den Bodengrund durch die Kiemen. Vereinzelte Wurzeln, größere Steine, dichter bepflanzte Bereiche als Rückzugsräume. Freie Flächen zum Gründeln. Filterung: Moderate Strömung. Sehr empfindlich auf Wasserqualitätsverschlechterung – regelmäßige Teilwasserwechsel und effiziente biologische Filterung sind essenziell.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Ovophiler, maternaler Maulbrüter. Weibchen nimmt befruchtete Eier auf und trägt sie im Maul. Nur schwache Paarbindungen. Männchen können gleichzeitig mit mehreren Weibchen laichen. Zuchtschwierigkeit: Mittel. Stabile Wasserbedingungen und ruhiges Umfeld erforderlich. Konkrete Zuchtparameter nicht abweichend von Haltungswerten dokumentiert.
Ernährung/Futterbedarf
Benthophager Allesfresser mit fleischbetonter Neigung. Hochwertige Flocken-/Granulatfutter für Buntbarsche. Ergänzend: Artemia, Mysis, Mückenlarven. Pflanzliche Kost: Spirulina-Tabs, blanchiertes Gemüse. Sinkende Futterformen verwenden. Auf Tubifex und rote Mückenlarven ist zu verzichten: Sie gelten bei südamerikanischen Erdfressern als Auslöser von Flagellatenbefall und Lochkrankheit.
Natürlicher Lebensraum
Geophagus pellegrini stammt aus dem nordwestlichen Kolumbien (Chocó, Antioquia). Verbreitungsgebiet: Atrato-, San-Juan- und Baudó-Flusssysteme. Bodennahe Lebensweise in Gewässern mit Substrat-Sondierung als zentraler ökologischer Nische.