Aus Freude an der Aquaristik Wissen, Inspiration und Community

my-fish

Zierfische, Familie Cichlidae

Rotkopf-Erdfresser Geophagus sp.

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Geophagus pyrocephalus (Rotkopf-Erdfresser) ist ein mittelgroßer, sanddurchwühlender Buntbarsch von bis zu 18 cm Länge aus der surinamensis-Artengruppe (Familie Cichlidae). Die Art wurde erst 2022 von Chuctaya et al. formal beschrieben und war jahrzehntelang als Geophagus sp. „Red Head Tapajós“ im Handel bekannt.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • bis 18 cmEndgröße

  • 10-12 JahreLebenserwartung

  • 25-30 °CTemperatur

  • 5-7pH-Wert

  • 1-10 °dGHGesamthärte

  • ab 350 lAquariengröße

Beschreibung

Namensgebendes Merkmal ist die orangerote bis intensiv rote Kopffärbung, die bei geschlechtsreifen Tieren beiderlei Geschlechts auftritt und bei dominanten Männchen besonders kräftig ausgeprägt ist. Der Körper ist silbrig-grau bis beige mit neun feinen dunklen Vertikalbändern und einem markanten schwarzen Lateralfleck auf der Körpermitte. Die Flossen zeigen irisierende Blau- und Grüntöne, die Schwanzflosse besitzt charakteristische Längsbänder. Der Körperbau ist hochrückig und seitlich abgeflacht mit einem kräftigen, nach unten gerichteten Maul. Typisch ist das ständige Aufnehmen und Durchsieben von Sandsubstrat nach Nahrungspartikeln.

Haltung und Pflege

Geophagus pyrocephalus benötigt ein geräumiges Aquarium ab 150 cm Kantenlänge und mindestens 350 Litern für eine Gruppe von 6 bis 8 Tieren. Feiner Sand als Bodengrund ist für diese Art Pflicht. Grober Kies oder scharfkantiges Substrat kann die empfindlichen Kiemen und den Kieferapparat beim Gründeln verletzen und verhindert das arttypische Durchsiebverhalten. Das Aquarium sollte über große, freie Sandflächen verfügen, ergänzt durch verzweigte Wurzeln und flache Steine als Sichtbarrieren und Reviermarkierungen. Empfindliche Bodenpflanzen werden regelmäßig ausgegraben; robuste Aufsitzerpflanzen wie Anubias oder Microsorum auf Wurzeln sind besser geeignet. Eine moderate Strömung und gute Sauerstoffversorgung entsprechen dem natürlichen Habitat. Regelmäßige, großzügige Wasserwechsel sind wichtig, da die Art empfindlich auf ansteigende Nitratwerte reagiert. Die Wasserwerte sollten bei 25 bis 30 °C, pH 5,0 bis 7,0 und GH 1 bis 10 °dGH liegen.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Gesellig und friedlich; empfohlen wird eine Gruppe von sechs bis acht Tieren. Der Rotkopf-Erdfresser lässt sich gut mit friedlichen, südamerikanischen Beifischen vergesellschaften, die ähnliche Wasseransprüche haben. Geeignete Partner sind tiefleibige Salmler, Skalare und andere friedliche Buntbarsche ähnlicher Größe. Kleine Garnelen wie Neocaridina oder Caridina sind als Beifische ungeeignet und werden als Beute betrachtet. Große Schnecken wie Neritina werden in der Regel toleriert. Langsam fressende Bodenbewohner wie bestimmte Welse können bei der Futterkonkurrenz am Boden benachteiligt werden. Ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten sind wichtig, da sich zur Brutzeit Territorien bilden.

Ernährung

Geophagus pyrocephalus ist ein Allesfresser mit benthophagem Suchverhalten. In der Natur durchsiebt er ständig den Sandboden nach kleinen Wirbellosen, organischen Partikeln und pflanzlichem Material. Im Aquarium nimmt die Art feines sinkendes Granulat, Cichliden-Pellets sowie hochwertiges Frostfutter wie Artemia, weiße und schwarze Mückenlarven und Daphnien an. Mehrere kleine Fütterungen über den Tag verteilt sind einer einzelnen großen Fütterung vorzuziehen, da sie das natürliche Suchverhalten unterstützen.

Zucht

Fortpflanzungstyp: Larvophiler Maulbrüter
Zuchtschwierigkeit: Mittel
Die Art gehört zu den larvophilen Maulbrütern: Das Paar laicht zunächst auf einer zuvor gereinigten flachen Oberfläche (Stein, Wurzel) ab. Die Eier werden 2-3 Tage auf dem Substrat bewacht, bis die Larven schlüpfen. Erst dann nehmen die Elterntiere die frisch geschlüpften Larven ins Maul und brüten sie dort weiter aus. Beide Elternteile beteiligen sich an der Brutpflege, wobei die Jungfische nach dem Entlassen bei Gefahr wiederholt aufgenommen werden. Zuchtwasser: pH 5,0-6,5, GH bis 5 °dGH, 28-30 °C. Auslöser: Großzügiger Wasserwechsel mit etwas kühlerem, weichem Wasser (Regenzeit-Simulation), gefolgt von einer Temperaturerhöhung auf 28-30 °C und reichlicher Fütterung mit hochwertigem Frost- und Lebendfutter.

Zuchtwasser: 28 bis 30 °C, pH 5 bis 6,5, bis 5 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Geophagus pyrocephalus stammt aus dem Einzugsgebiet des Rio Tapajós und des Rio Arapiuns im brasilianischen Amazonasbecken. Die Art bewohnt flach abfallende Uferzonen mit feinem Sand- oder Schlammboden, versunkenem Holz und reichlich Falllaub. Das Wasser ist typischerweise weich und leicht sauer. Saisonale Veränderungen durch Regen- und Trockenzeiten beeinflussen Wasserstand, Verhalten und Laichbereitschaft der Tiere.

Geschlechtsunterschiede

Männchen werden in der Regel etwas größer und zeigen eine intensivere Rotfärbung am Kopf sowie längere Flossenfilamente an Rücken- und Afterflosse. Ältere Männchen entwickeln gelegentlich einen leichten Stirnbuckel. Weibchen bleiben tendenziell kleiner und weniger intensiv gefärbt. Die Geschlechtsreife wird bei etwa 8-10 cm erreicht.

Gut zu wissen

  • Erst 2022 als Geophagus pyrocephalus wissenschaftlich beschrieben, zuvor jahrzehntelang als „Red Head Tapajós“ im Handel
  • Larvophiler Maulbrüter: Eier werden erst auf Substrat bewacht, Larven nach 2-3 Tagen ins Maul aufgenommen
  • Beide Elternteile beteiligen sich an der Brutpflege, Jungfische werden bei Gefahr wiederholt aufgenommen
  • Typisches Sandsiebverhalten, durchsucht ständig feines Substrat nach Nahrung
  • Namensgebende orangerote bis rote Kopffärbung bei beiden Geschlechtern

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird Rotkopf-Erdfresser?

Geophagus pyrocephalus erreicht bis 18 cm (TL).

Welche Wasserwerte braucht Rotkopf-Erdfresser?

Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 25-30 °C, pH 5.0-7.0, GH 1-10 °dGH.

Kann man Rotkopf-Erdfresser vergesellschaften?

Der Rotkopf-Erdfresser lässt sich gut mit friedlichen, südamerikanischen Beifischen vergesellschaften, die ähnliche Wasseransprüche haben. Geeignete Partner sind tiefleibige Salmler, Skalare und andere friedliche Buntbarsche ähnlicher Größe.

Wie groß muss das Aquarium für Rotkopf-Erdfresser sein?

Empfohlen wird ein Becken mit 150 cm Kantenlänge und 350 Liter.

Kann man Rotkopf-Erdfresser im Aquarium züchten?

Die Art gehört zu den larvophilen Maulbrütern: Das Paar laicht zunächst auf einer zuvor gereinigten flachen Oberfläche (Stein, Wurzel) ab. Die Eier werden 2-3 Tage auf dem Substrat bewacht, bis die Larven schlüpfen.

Was frisst Rotkopf-Erdfresser?

Der Rotkopf-Erdfresser ist ein Allesfresser mit benthophagem Suchverhalten. In der Natur durchsiebt er ständig den Sandboden nach kleinen Wirbellosen, organischen Partikeln und pflanzlichem Material.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Quellen (my-fish Content Commons)

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Fragen und Erfahrungen

Noch keine Kommentare. Stell die erste Frage zu dieser Art.

Mitreden können angemeldete Mitglieder. Anmelden oder kostenlos registrieren.

Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Buntbarsche, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Geophagus sveni

Buntbarsche

Geophagus sveni

Geophagus cf. sveni

  • Endgröße: 15–17 cm
  • Aquarium: ab 600 l
  • Temperatur: 23-28 °C
  • pH-Wert: pH 5,8-7
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

Goldbuntbarsch

Buntbarsche

Goldbuntbarsch

Thorichthys aureus

  • Endgröße: bis 18 cm
  • Aquarium: ab 200 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 7-8
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

Paarweise halten, territorial

Mehrere orangebraune Diskusfische mit Querbinden über Sandboden

Buntbarsche

Wildfang-Diskus

Symphysodon aequifasciatus

  • Endgröße: bis 20 cm
  • Aquarium: ab 450 l
  • Temperatur: 28-30 °C
  • pH-Wert: pH 6-6,5
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Schwierig

Schwarmfisch, friedlich

Hoher Segelflosser

Buntbarsche

Hoher Segelflosser

Pterophyllum altum

  • Endgröße: bis 18 cm
  • Aquarium: ab 1080 l
  • Temperatur: 28-32 °C
  • pH-Wert: pH 4,8-6,2
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Schwierig

Schwarmfisch, friedlich

Newsletter

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der Aquaristik

Neue Beiträge, Podcastfolgen, Steckbriefe und Termine in einer E-Mail. Jederzeit abbestellbar.