Gymnogeophagus caaguazuensis
Beschreibung
Gymnogeophagus caaguazuensis, der Gelbbauch-Prachterdfresser, ist ein kompakt gebauter Buntbarsch aus der Familie Cichlidae mit einer Maximalgröße von etwa 12 cm TL (9 cm SL). Der Körperbau ist gedrungen mit einem relativ kurzen Schwanzstiel und tiefer Körperform. Männchen entwickeln eine lyreförmig ausgebildete Schwanzflosse, die den Körperumriss in der Schwanzregion verlängert erscheinen lässt. Die Art zeigt ein gelbliches Bauchgebiet als charakteristisches Merkmal.
Im Aquarium halten sich die Tiere überwiegend in mittleren bis unteren Wasserschichten auf und durchsuchen den Bodengrund nach Nahrung. Die Art ist tagaktiv und zeigt bei Stress Querstreifen als Schreckmuster. Männchen sind polygam und können mit mehreren Weibchen ablaichen.
Gymnogeophagus caaguazuensis stammt aus dem Einzugsgebiet der Provinz Caaguazú im unteren Río Paraguay (Paraguay). Die Art ist von der IUCN als gefährdet (EN) eingestuft, weshalb Nachzuchttiere bevorzugt werden sollten.
Besonderheiten
- Larvophiler Maulbrüter: Substratlaichen mit anschließender verzögerter maternaler Maulbrutpflege
- Männchen mit lyreförmiger Schwanzflosse
- Benthopelagisches Verhalten: Schwerpunkt in mittleren bis unteren Wasserschichten
- Tagaktiv, zeigt Stressstreifen bei Unruhe
- IUCN-Status: gefährdet (EN) – Nachzuchttiere bevorzugen
- Geringes Sprungrisiko, dennoch Abdeckung empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Gymnogeophagus caaguazuensis ist ein Gruppentier und sollte in Kleingruppen gehalten werden. Das Verhalten ist ruhig bis mäßig territorial, wobei Dominanzverhalten insbesondere während der Fortpflanzungsphasen ausgeprägter auftritt.
Das Temperament ist kompatibel mit anderen friedlichen bis mäßig aktiven südamerikanischen Arten. Geeignete Beifische sind kleinere Salmler, friedliche Panzerwelse oder ähnliche südamerikanische Buntbarsche. Da die Art benthopelagisch lebt, sollten Beifische unterschiedliche Raumzonen nutzen. Schnecken werden toleriert. Junggarnelen können gefressen werden, adulte Garnelen werden meist toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln eine lyreförmig verlängerte Schwanzflosse und zeigen einen etwas kräftigeren Körperbau mit stärker ausgeprägten Flossenornamenten. Weibchen bleiben gedrungener im Flossenausbau und zeigen eine zurückhaltendere Schwanzform. Männchen erreichen mit rund 12 cm TL eine etwas größere Gesamtlänge als Weibchen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22 bis 25 °C, pH 6,5 bis 8,0, GH 5 bis 15 dGH.
Mindestens 150 cm Beckenlänge (ca. 400 Liter) für eine Gruppe. Feines bis mittelfeines Substrat (Sand) für das Grabe- und Suchverhalten. Felsige Bereiche oder glatte Steine als Laichsubstrate. Wurzelholz, dichtes Pflanzenwerk am Rand und offene Schwimmbereiche. Mäßige bis schwache Strömung.
Regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig, da Cichliden empfindlich auf Wasserverschlechterung reagieren. Sprungrisiko gering, Abdeckung dennoch empfohlen.
Zucht und Fortpflanzung
Dokumentiert, mittelschwer. Larvophiler Maulbrüter: Die Weibchen legen Eier auf eine glatte Substratoberfläche. Die Eltern bewachen das Gelege zunächst am Substrat, dann nimmt die Mutter die Larven kurz vor dem Schlüpfen in ihr Maul zur weiteren Brutpflege auf (verzögerte maternale Maulbrutpflege). Männchen sind polygam.
Zuchtwasserwerte: 22 bis 25 °C, pH 6,5 bis 8,0, GH 5 bis 15 dGH. Glatte Laichsubstrate und separierte Rückzugsräume empfohlen. Erfahrung in der Zucht südamerikanischer Cichliden ist ratsam.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser mit Tendenz zur Karnivorie. Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Daphnien und Mysis decken den Proteinbedarf gut ab. Feines sinkendes Granulat oder Pelletfutter für die tägliche Versorgung. Pflanzliche Ergänzung durch Spirulina-Flocken möglich. Mehrere kleine Portionen täglich.
Natürlicher Lebensraum
Gymnogeophagus caaguazuensis stammt aus Süßwasserhabitaten im paraguayischen Teil des unteren Río Paraguay, speziell aus dem Einzugsgebiet der Provinz Caaguazú. Die Art bevorzugt kleine Bäche mit sandigen Böden zwischen Felspartien sowie Becken und Tümpel während der Trockenzeit. Sie lebt benthopelagisch und nutzt sowohl den Bodennahbereich als auch das darüber liegende Wasservolumen.