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Zierfische, Familie Cichlidae

Gelbbauch-Prachterdfresser

Gymnogeophagus caaguazuensis

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Gymnogeophagus caaguazuensis, der Gelbbauch-Prachterdfresser, ist ein kompakt gebauter Buntbarsch aus der Familie Cichlidae mit einer wissenschaftlich dokumentierten Maximalgröße von 8,6 cm Standardlänge; ausgewachsene Männchen erreichen rund 10 cm Gesamtlänge, Weibchen bleiben mit etwa 8 cm kleiner. Der Körperbau ist gedrungen mit einem relativ kurzen Schwanzstiel und tiefer Körperform.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Gruppenhaltung
  • Territorial
Gelbbauch-Prachterdfresser (Gymnogeophagus caaguazuensis)
Bild: Enrico Richter
  • bis 10 cmEndgröße

  • 7 JahreLebenserwartung

  • 15-25 °CTemperatur

  • 6,5-8pH-Wert

  • 5-15 °dGHGesamthärte

  • ab 450 lAquariengröße

Beschreibung

Männchen tragen eine lyrenförmige Schwanzflosse mit ausgezogenen Spitzen – zusammen mit der tiefen Körperform und dem kurzen Schwanzstiel ist das ihr wichtigstes Bestimmungsmerkmal gegenüber anderen Gymnogeophagus-Arten. Dominante Männchen entwickeln mit dem Alter und zur Laichzeit zusätzlich einen markanten, voluminösen Stirnbuckel. Die Art zeigt ein gelbliches Bauchgebiet als charakteristisches Merkmal.

Im Aquarium halten sich die Tiere überwiegend in mittleren bis unteren Wasserschichten auf und durchsuchen den Bodengrund nach Nahrung. Die Art ist tagaktiv und zeigt bei Stress Querstreifen als Schreckmuster. Männchen sind polygam und können mit mehreren Weibchen ablaichen.

Gymnogeophagus caaguazuensis ist ein Endemit Paraguays und stammt aus dem oberen Río Tebicuary-mi, einem Zufluss des Río Tebicuary im Einzugsgebiet des unteren Río Paraguay (Provinz Caaguazú). Bislang ist nur dieser eine Fundort bekannt. Die Art ist von der IUCN als stark gefährdet (EN) eingestuft, weshalb Nachzuchttiere bevorzugt werden sollten.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 22 bis 25 °C in der warmen Jahreshälfte, in der Winterruhe 15 bis 18 °C. pH 6,5 bis 8,0, GH 5 bis 15 dGH. Am Typusfundort wurden im Februar 24,2 °C, pH 7,9 und 240 Mikrosiemens gemessen.

Für eine Gruppe werden mindestens 150 cm Beckenlänge (etwa 450 Liter) empfohlen; ein einzelnes Paar lässt sich auch in kleineren Becken pflegen. Feines bis mittelfeines Substrat (Sand) für das Grabe- und Suchverhalten. Felsige Bereiche oder glatte Steine als Laichsubstrate. Wurzelholz, dichtes Pflanzenwerk am Rand und offene Schwimmbereiche. Die Strömung darf ruhig wechseln: In der Natur führen die Bäche zur Regenzeit kräftig Wasser, während der Trockenzeit stehen die Tiere in nahezu stillen Resttümpeln.

Regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig, da Cichliden empfindlich auf Wasserverschlechterung reagieren. Eine Abdeckung wird empfohlen.

Subtropische Art: Gymnogeophagus benötigt zwingend eine mehrwöchige, kühle Winterruhe von etwa zwei bis drei Monaten bei rund 15 bis 18 Grad Celsius. Wird die Art ganzjährig warm gehalten, verkürzt sich die Lebenserwartung deutlich und die Tiere werden krankheitsanfällig. Reine Warmwasserfische scheiden als Beifische deshalb aus.

Grober Kies ist zu vermeiden: Erdfresser nehmen ständig Bodengrund ins Maul und filtern ihn durch die Kiemen. Scharfkantiger oder grober Kies führt zu Verletzungen.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Gymnogeophagus caaguazuensis ist ein Gruppentier und sollte in Kleingruppen gehalten werden. Das Verhalten ist ruhig bis mäßig territorial, wobei Dominanzverhalten insbesondere während der Fortpflanzungsphasen ausgeprägter auftritt.

Das Temperament ist kompatibel mit anderen friedlichen bis mäßig aktiven südamerikanischen Arten. Geeignete Beifische sind kleinere Salmler, friedliche Panzerwelse oder ähnliche südamerikanische Buntbarsche. Da die Art benthopelagisch lebt, sollten Beifische unterschiedliche Raumzonen nutzen. Für die Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen ist die Art nicht geeignet: Als gründelnder Allesfresser durchsucht sie ständig den Bodengrund, Garnelen und Jungtiere werden dabei erbeutet.

Ernährung

Allesfresser mit Tendenz zur Karnivorie. Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Daphnien und Mysis decken den Proteinbedarf gut ab. Feines sinkendes Granulat oder Pelletfutter für die tägliche Versorgung. Pflanzliche Ergänzung durch Spirulina-Flocken möglich.

Zucht

Dokumentiert, mittelschwer. Larvophiler Maulbrüter: Die Weibchen legen Eier auf eine glatte Substratoberfläche. Das Gelege wird zunächst am Substrat bewacht. Kurz vor dem Schlupf nimmt das Weibchen die Eier ins Maul und betreut anschließend Larven und Jungfische dort weiter (verzögerte maternale Maulbrutpflege). Männchen sind polygam.

Zuchtwasserwerte: 22 bis 25 °C, pH 6,5 bis 8,0, GH 5 bis 15 dGH. Glatte Laichsubstrate und separierte Rückzugsräume empfohlen. Erfahrung in der Zucht südamerikanischer Cichliden ist ratsam.

Zuchtwasser: 22 bis 25 °C, pH 6,5 bis 8

Natürlicher Lebensraum

Gymnogeophagus caaguazuensis ist ein Endemit Paraguays. Alle bekannten Nachweise stammen aus dem oberen Río Tebicuary-mi, einem Zufluss des Río Tebicuary im Einzugsgebiet des unteren Río Paraguay (Provinz Caaguazú). Die Art bewohnt kleine Bäche mit sandigem Boden zwischen Felspartien. Der Wasserstand schwankt stark: Zur Regenzeit strömen die Bäche kräftig, in der Trockenzeit bleiben nur einzelne Tümpel und Kolke übrig. Die Tiere leben benthopelagisch und nutzen sowohl den Bodennahbereich als auch das darüber liegende Wasservolumen.

Geschlechtsunterschiede

Männchen tragen eine deutlich lyrenförmige Schwanzflosse mit ausgezogenen oberen und unteren Spitzen, Weibchen eine normal gerundete. Männchen entwickeln zur Laichzeit einen deutlichen Stirnbuckel, wirken kräftiger gebaut und sind auffälliger gefärbt. Weibchen bleiben kleiner, zeigen keinen Stirnbuckel und keine Flossenverlängerungen. Männchen erreichen rund 10 cm Gesamtlänge, Weibchen etwa 8 cm.

Gut zu wissen

  • Larvophiler Maulbrüter: Substratlaichen mit anschließender verzögerter maternaler Maulbrutpflege
  • Männchen mit lyrenförmiger Schwanzflosse (Bestimmungsmerkmal der Art)
  • Dominante Männchen mit markantem Stirnbuckel
  • Benthopelagisches Verhalten: Schwerpunkt in mittleren bis unteren Wasserschichten
  • Tagaktiv, zeigt Stressstreifen bei Unruhe
  • IUCN-Status: stark gefährdet (EN) – Nachzuchttiere bevorzugen
  • Abdeckung empfohlen

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Gelbbauch-Prachterdfresser?

Temperatur 22 bis 25 °C, pH 6,5 bis 8,0 und GH 5 bis 15 dGH. Die Art stammt aus dem subtropischen Paraguay und bevorzugt stabile Wasserverhältnisse.

Kann man den Gelbbauch-Prachterdfresser vergesellschaften?

Vergesellschaftung mit friedlichen bis mäßig aktiven südamerikanischen Arten ist möglich. Geeignet sind kleinere Salmler, Panzerwelse und ähnliche Buntbarsche. Gruppenhaltung empfohlen.

Kann man den Gelbbauch-Prachterdfresser züchten?

Die Zucht ist dokumentiert und mittelschwer. Die Art ist ein larvophiler Maulbrüter: Eier werden auf Substrat abgelegt, die Mutter nimmt die Larven anschließend zur Maulbrutpflege auf. Erfahrung mit südamerikanischen Cichliden ist ratsam.

Wie groß wird der Gelbbauch-Prachterdfresser?

Gymnogeophagus caaguazuensis erreicht bei Männchen etwa 10 cm Gesamtlänge, Weibchen bleiben mit etwa 8 cm kleiner (8,6 cm Standardlänge). Die Art zählt damit zu den kleineren Vertretern der Gattung Gymnogeophagus.

Hinweis zu den Daten

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