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Zierfische, Familie Helostomatidae

Küssender Gurami Helostoma temminckii

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Küssende Gurami (Helostoma temminckii) ist ein bis zu 30 cm großer Labyrinthfisch aus der Familie Helostomatidae. Sein hochrückiger, stämmiger Körperbau und das charakteristische vorstehende Maul machen ihn zu einem der bekanntesten Vertreter der Labyrinthfische. Das namensgebende „Küssen“ ist dabei kein Zeichen von Zuneigung, sondern dient der Etablierung von Rangordnungen zwischen Artgenossen.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Gruppenhaltung
  • Territorial
  • 30 cmEndgröße

  • 15-20 JahreLebenserwartung

  • 23-28 °CTemperatur

  • 6-8pH-Wert

  • 5-19 °dGHGesamthärte

  • ab 540 lAquariengröße

Beschreibung

Im Handel sind zwei Farbformen verbreitet: die olivgrüne Wildform („Green Kissing Gourami“) und eine rosa-cremefarbene Zuchtform. Durch sein Labyrinthorgan kann Helostoma temminckii atmosphärische Luft aufnehmen und steigt regelmäßig zur Wasseroberfläche auf. Im Aquarium zeigt sich der Küssende Gurami als aktiver Schwimmer, der den oberen bis mittleren Wasserbereich bevorzugt. Er raspelt gern Algenbeläge von Oberflächen und Dekorationsgegenständen ab. Innerartliche Interaktionen können intensiv sein, gegenüber anderen Arten verhält sich die Art bei ausreichend Platz und Struktur aber meist friedlich.

Haltung und Pflege

Der Küssende Gurami benötigt eine Temperatur von 23–28 °C, einen pH-Wert von 6,0–8,0 und eine Gesamthärte von 5–19 °dGH. Für die artgerechte Haltung ist ein Aquarium ab mindestens 540 Liter bei etwa 180 cm Kantenlänge erforderlich. Die Einrichtung sollte freien Schwimmraum mit dichter Vegetation kombinieren. Schwimmpflanzen, größere Wurzel- und Holzstrukturen schaffen Rückzugsmöglichkeiten und gegliederte Reviere. Robuste Pflanzen sind vorzuziehen, da die Tiere Pflanzenblätter abweiden können. Substrat kann sandig oder fein sein. Die Filterung muss für das große Beckenvolumen ausgelegt sein, ohne starke Turbulenzen zu erzeugen. Die Art bevorzugt langsam fließendes oder stehendes Wasser. Als Labyrinthfisch nutzt Helostoma temminckii atmosphärische Luft – die Abdeckung muss eine warme Luftschicht über der Wasseroberfläche gewährleisten, da kalte Zugluft das Labyrinthorgan schädigen kann. Sprungschutz ist empfehlenswert. Regelmäßige Wasserwechsel sind bei dieser kräftigen Art besonders wichtig, um die Wasserqualität stabil zu halten.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Helostoma temminckii kann einzeln, paarweise oder in Gruppen gehalten werden. In Gruppen kommt es zu ritualisierten Rangordnungskämpfen in Form des typischen „Küssens“, die aber nicht zu dauerhaften Verletzungen führen. Ausreichend Schwimmraum und Reviermöglichkeiten reduzieren innerartliche Aggressionen. Das Temperament ist überwiegend ruhig, kann aber bei hoher Besatzdichte oder während Revierkämpfen in Aggressionen münden. Geeignete Mitbewohner sind friedliche südostasiatische Arten: Rasboras, Schmerlen sowie friedliche mittelgroße Bodenfische wie Botia- und Pangio-Arten. Garnelen sind als Beifische ungeeignet. Bei Schnecken besteht ein Risiko für kleinere Exemplare; größere Schnecken werden eher toleriert.

Ernährung

Helostoma temminckii ist ein Allesfresser mit deutlichem Schwerpunkt auf pflanzlicher und algenhaltiger Kost. Algenbasierte Flocken, Spirulina-Tabs und pflanzliche Komponenten bilden die Hauptkomponente der Ernährung. Helostoma temminckii filtriert daneben mit feinen Kiemenreusen Schwebstoffe und Mikroplankton aus dem Wasser; feines Staubfutter wird deshalb gut angenommen. Ergänzend eignen sich Lebendfutter (Artemia, Wasserflöhe), gefrorene Futtertiere (Mysis, Cyclops) und hochwertige Granulate für mittelgroße Allesfresser. Portionsgerechtes Füttern minimiert die Wasserbelastung.

Zucht

Helostoma temminckii ist ein Freilaicher und baut als Ausnahme unter den Labyrinthfischen kein Schaumnest. Die Eier steigen zur Oberfläche und werden dort dem Zufall überlassen; einzelne Luftblasen an der Oberfläche haben keine Nestfunktion. Die Eier sind leichter als Wasser und steigen zur Oberfläche auf. Aktive Brutpflege findet nicht statt – die Eltern verlassen die Eier nach dem Ablaichen. Die Eier schlüpfen innerhalb von ca. 24 Stunden. Nach weiteren 2–3 Tagen sind die Jungfische freischwimmend. Die Zucht gilt als mittelschwer und wird im Aquarium selten erfolgreich durchgeführt. Die kommerzielle Produktion erfolgt in großen Teichen in Südostasien. Für Zuchtversuche im Aquarium ist ein sehr großes Zuchtbecken erforderlich.

Natürlicher Lebensraum

Helostoma temminckii stammt aus Südostasien mit Verbreitung in Thailand, Indonesien (Sumatra, Java, Borneo) und Malaysia. Die Art bewohnt bevorzugt langsam fließende oder stehende Gewässer wie Überschwemmungsgebiete, Altarme, Kanäle und Seen. Diese Habitate sind häufig reich an makrophytischer Vegetation und weisen sandige bis schlammige Untergründe auf. In der Natur liegen die pH-Werte typischerweise zwischen 6,0 und 8,0.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechtsunterschiede sind gering ausgeprägt. Weibchen zeigen bei Laichreife einen runderen Bauch durch den Eibestand. Männchen werden manchmal als etwas weniger hochrückig beschrieben. Sichere Unterscheidung ist meist nur anhand der Bauchform bei laichreifen Tieren möglich.

Gut zu wissen

  • Labyrinthorgan ermöglicht atmosphärische Luftatmung
  • Charakteristisches „Küssen“ als Revier- und Dominanzritual
  • Aktiver Algenabschaber an Oberflächen und Pflanzen
  • Erreicht bis zu 30 cm und benötigt ein großes Aquarium ab 540 Liter
  • Grüne Wildform und rosa Zuchtform im Handel
  • Garnelen ungeeignet, Schnecken nur bedingt

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Küssende Gurami?

Der Küssende Gurami benötigt eine Temperatur von 23-28 °C, einen pH-Wert von 6,0-8,0 und eine Gesamthärte von 5-19 °dGH. Er bevorzugt langsam fließendes oder stehendes Wasser.

Kann man Küssende Guramis vergesellschaften?

Ja, mit friedlichen südostasiatischen Arten wie Rasboras, Schmerlen und mittelgroßen Bodenfischen (Botia, Pangio). Garnelen sind ungeeignet. Ausreichend Platz ist entscheidend.

Kann man Küssende Guramis im Aquarium züchten?

Die Zucht ist mittelschwer und im Aquarium selten erfolgreich. Die Art bildet lockere Blasennester an der Oberfläche. Die Eier schlüpfen in ca. 24 Stunden, Brutpflege findet nicht statt.

Wie groß muss das Aquarium für den Küssenden Gurami sein?

Mindestens 540 Liter bei ca. 150 cm Kantenlänge. Die Tiere selbst werden bis zu 30 cm groß und benötigen viel Schwimmraum sowie strukturierte Einrichtung mit Rückzugsmöglichkeiten.

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Fragen und Erfahrungen

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