Hemigrammus cf. levis
Beschreibung
Hemigrammus cf. levis Gold ist eine kleine, schlanke Salmlerart von bis zu 5 cm Länge (Familie Characidae), die im Handel als „Gold-Tetra“ oder „Gold-Ring-Levis-Tetra“ angeboten wird. Das „cf.“ im Namen zeigt an, dass die genaue Artzugehörigkeit noch nicht abschließend geklärt ist. Die Goldfärbung wildgefangener Exemplare ist keine genetisch fixierte Körperfarbe, sondern eine Hautreaktion auf einen harmlosen Trematodenparasiten: Saugwurm-Larven enzystieren sich im Muskelgewebe und lösen Guanin-Einlagerungen aus, die das charakteristische Goldschimmern erzeugen. Diese Infektion ist für den Fisch nicht schädlich. Nachzuchten aus dem Aquarium sind dem Parasiten nicht ausgesetzt und erscheinen daher silbrig-transparent mit einem dunklen Längsstreifen. Wildexemplare zeigen einen markanten dunklen Längsstreifen vom Kopf bis zur Schwanzflosse sowie eine deutliche Fleckenzeichnung an der Schwanzflosse.
Besonderheiten
- Goldfärbung durch harmlosen Trematodenparasiten, Nachzuchten sind silbrig
- Männchen haben feine Häkchen an der Afterflosse (Keschervorsicht!)
- Taxonomisch ungeklärt, möglicherweise eigene unbeschriebene Art
- Herkunft: Amazonasbecken, Brasilien
Vergesellschaftungshinweise
Hemigrammus cf. levis Gold ist ein friedlicher Schwarmfisch und wird in Gruppen ab 8 Tieren gehalten (empfohlen: 10 bis 12 Tiere). Die Art lässt sich gut mit ruhigen, nicht-aggressiven Beckenpartnern vergesellschaften. Geeignete Mitbewohner sind andere kleine Salmler, Apistogramma-Zwergcichliden, Corydoras und kleine Panzerwelse. Größere Garnelen (z.B. Amano-Garnelen) und ausgewachsene Neocaridina sind meist unproblematisch, sehr kleine Junggarnelen können gefährdet sein. Robuste Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind schlanker gebaut und zeigen feine Häkchen an der Afterflosse, die bei einigen Individuen deutlich sichtbar sind. Weibchen erscheinen vor der Laichzeit deutlich fülliger durch Eibildung.
Haltungstipps / Pflege
Hemigrammus cf. levis Gold benötigt eine Temperatur von 24–28 °C, einen pH-Wert von 5,5–7,0 und eine Gesamthärte von 2–15 °dGH. Bei weichem, leicht saurem Wasser (pH 6,0–6,5, GH 2–6) zeigen die Tiere die intensivste Färbung. Für eine artgerechte Schwarmhaltung wird ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge und mindestens 112 Liter empfohlen.
Die Einrichtung sollte naturnah gestaltet sein: dunkler, feiner Sand, Aufsitzerholz und abgestorbenes Laub (Seemandelbaumblätter). Feinblättrige Pflanzen und Moose bieten Schutz. Freie Schwimmpassagen über dem Bodengrund sind wichtig für das benthopelagische Schwarmverhalten. Moderate, sanfte Filterung ohne starke Strömung.
Hemigrammus cf. levis Gold ist ein attraktiver, friedlicher Schwarmfisch für naturnahe Amazonas-Aquarien.
Zucht und Fortpflanzung
Hemigrammus cf. levis Gold ist ein Freilaicher. Zuchtpaare oder kleine Gruppen (z.B. 6 Tiere) sollten gut mit Lebendfutter konditioniert werden. Das Zuchtbecken wird stark abgedunkelt und mit sehr weichem, leicht saurem Wasser befüllt. Feinfiedrige Pflanzen (Javamoos) oder Laichmopps einbringen; nach dem Ablaichen (meist morgens) Elterntiere sofort entfernen, da die Eier gefressen werden.
Nachzuchten entwickeln die Goldfärbung nicht, da der auslösende Trematodenparasit im Aquarium fehlt.
Zuchtwasser: pH 5,5 bis 6,5, GH bis 5 °dGH, 26 bis 29 °C.
Ernährung/Futterbedarf
Hemigrammus cf. levis Gold ist ein Allesfresser. Hochwertiges Flocken- und Granulatfutter in feiner Körnung als Basis, ergänzt durch Lebendfutter (Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien, Mückenlarven) und Frostfutter zur Förderung von Kondition und Färbung. Kleinere Futterportionen in mehreren Tagesgaben.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Hemigrammus cf. levis Gold stammt aus langsam fließenden bis stehenden Gewässern des Amazonasbeckens in Brasilien, darunter Flussarme, Überschwemmungsflächen und Altwasser mit sandigem bis feinsandigem Substrat, Laubschichten und Wurzelholz. Dichte Ufervegetation sorgt für schattige Bereiche. Die Art kommt nicht ausschließlich in Schwarzwasser vor, sondern auch in weicheren Klarwasserhabitaten.