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Zierfische, Familie Osphronemidae

Blauer Fadenfisch Trichopodus trichopterus

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Trichopodus trichopterus, der Blaue Fadenfisch oder Dreipunkt-Gurami, ist ein mittelgroßer Labyrinthfisch aus der Familie Osphronemidae. Die Art stammt aus dem Mekong-Becken und benachbarten Stromsystemen in China, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Thailand und Vietnam und wird dort seit Jahrhunderten als Speisefisch in Aquakultur gehalten.

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Harem, Paarweise
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • bis 15 cmEndgröße

  • 4-6 JahreLebenserwartung

  • 22-28 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 5-19 °dGHGesamthärte

  • ab 200 lAquariengröße

Beschreibung

In freier Natur erreicht die Art eine Standardlänge von etwa 10 cm (Maximum 15 cm SL), in kommerziellen Aquarien bleibt sie meist bei 10 bis 13 cm. Charakteristisch sind der seitlich stark abgeflachte Körper, die zu Tastorganen umgewandelten, fadenförmigen Bauchflossen (namensgebend) sowie zwei markante dunkle Flecken auf den Flanken, die dem englischen Namen „Three Spot Gourami“ zugrunde liegen – der namensgebende dritte „Fleck“ ist das Auge. Die wilde Form ist graublau-silbrig, im Aquaristikhandel existieren zahlreiche Farbzuchten: Gold-Fadenfisch, Silber-Fadenfisch (Moonlight), Marmorierter Fadenfisch (Cosby), Opalin und verschiedene Blauvarianten – alles Zuchtformen derselben Art. Der Blaue Fadenfisch ist ein obligater Labyrinthfisch und kann atmosphärische Luft atmen, was ihm das Überleben in stark sauerstoffarmen Überschwemmungsgebieten ermöglicht. Wichtig: Die Art ist in vielen tropischen Regionen weltweit durch Aquaristik-Freisetzungen als invasiv etabliert und sollte niemals in natürliche Gewässer entlassen werden.

Haltung und Pflege

Trichopodus trichopterus benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 28 °C, einen pH-Wert von 6 bis 7,5 und eine Gesamthärte zwischen 5 und 19 °dGH. Die Art ist hinsichtlich der Wasserwerte sehr anpassungsfähig, solange die Werte stabil bleiben. Beckengröße: Mindestens 100 cm Kantenlänge und 200 Liter sind für ein Paar oder einen Harem erforderlich. Bei territorialen Männchen ist eine Mindestlänge von 120 cm sinnvoll, um Ausweichräume zu schaffen. Einrichtung: dichte Randbepflanzung mit höheren Pflanzen, Schwimmpflanzen (wichtig als Nestbaumaterial und Beschattung), Wurzeln und Sichtbarrieren zur Revieraufteilung sowie ausreichend freier Schwimmraum in der Beckenmitte. Dunkler Bodengrund verstärkt die Färbung. Als Labyrinthfisch benötigt Trichopodus trichopterus freien Zugang zur Wasseroberfläche und eine dicht schließende Abdeckung. Die Luftschicht zwischen Wasser und Deckel muss warm und feucht sein, da kalte Raumluft beim Luftholen zu schweren Atemwegsentzündungen führen kann. Das Sprungrisiko ist hoch. Kupferhaltige Medikamente sind bei allen Labyrinthfischen hochtoxisch und müssen strikt vermieden werden. Bei Parasiten stattdessen vorsichtig dosiertes Malachitgrün-Formalin oder langsame Temperaturerhöhung nutzen.

Kupfer: Trichopodus trichopterus ist wie alle Anabantoiden/Labyrinthfische (Osphronemidae) hochempfindlich gegenüber kupferbasierten Medikamenten. Kupfer-Präparate (Cupramine, Copper Power, CuSO4) verursachen bei Standard-Dosierung akute Kiemennekrose und Schädigung des Labyrinthorgans. Bei Ich oder Samtkrankheit NIEMALS Kupfer einsetzen – stattdessen Malachitgrün-Formalin-Kombinationen oder vorsichtige Temperaturerhöhung verwenden.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Trichopodus trichopterus ist als adulter Fisch territorial, besonders Männchen werden zur Brutzeit stark aggressiv. Zwei Männchen in einem Standardaquarium vertragen sich selten – es kommt zu heftigen Flossenkämpfen bis hin zu tödlichen Verletzungen. Die empfohlene Sozialstruktur ist daher ein einzelnes Männchen mit 2 bis 3 Weibchen (Harem) oder ein Paar. Größere Gruppen von 8 bis 10 Tieren sind nur in sehr großen Aquarien ab 500 Litern möglich, wo sich die Aggression über die Fläche verteilen kann. Geeignete Beckenpartner sind ruhige, mittelgroße bis große südostasiatische Arten wie größere Barben, Regenbogenfische oder Labeo-Arten sowie friedliche Bodenbewohner wie Panzerwelse oder Botia-Arten. Ungeeignet sind sehr kleine Beutefische (z. B. Neonsalmler und kleine Rasboras), die als Nahrung betrachtet werden, sowie andere Labyrinthfische, aggressive Buntbarsche und langflossige Arten (Flossenzupfer-Risiko). Garnelen und Schneckengelege werden aktiv gejagt und gefressen – der Blaue Fadenfisch ist nicht garnelensicher. Adulte große Schnecken werden meist in Ruhe gelassen, aber sehr kleine können von Substrat oder Glas gepickt werden.

Ernährung

Trichopodus trichopterus ist ein Allesfresser mit deutlicher Tendenz zur Mikropredation. In der Natur jagt er Insektenlarven, Zooplankton, kleine Krebstiere und frisst ergänzend weiche Pflanzenteile. Im Aquarium akzeptiert er bereitwillig hochwertiges Trockenfutter (Flocken, Granulat) als Basis, gedeiht aber deutlich besser mit regelmäßigen Gaben von Lebend- und Frostfutter: Daphnien, Artemia, Cyclops, Mückenlarven, Tubifex. Pflanzliche Komponenten wie Spirulina-Flocken, blanchierter Spinat oder Zucchini werden ergänzend gut angenommen und sollten 20 bis 30 % der Gesamtration ausmachen. Die Art hat einen ausgeprägten Fressreflex und neigt zum Überfressen – Portionen sollten kontrolliert sein. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.

Zucht

Trichopodus trichopterus ist ein typischer Schaumnestbauer. Zur Zuchteinleitung sollten die Wasserwerte auf weich-sauer abgesenkt werden: Temperatur 26 bis 28 °C, pH 6,5 bis 7,0, weiches Wasser (GH unter 10 °dGH). Ein niedrigerer Wasserstand von 15 bis 20 cm im Zuchtbecken imitiert die natürliche Trockenzeit-Situation und triggert das Brutverhalten. Das Männchen baut an der Wasseroberfläche – häufig unter einem Blatt einer Schwimmpflanze (Pistia, Salvinia) oder einem schwimmenden Objekt – ein großes, dichtes Schaumnest aus luftgefüllten Speichelblasen. Während der Balz zeigt es intensivere Färbung und umwirbt das Weibchen mit Flossenpräsentation. Die eigentliche Paarung erfolgt in der klassischen Labyrinthfisch-Umarmung: Das Männchen umschlingt das Weibchen unter dem Nest und gibt Milch und Eier gleichzeitig frei. Die Eier sind leichter als Wasser und treiben nach oben ins Schaumnest. Eine erfolgreiche Paarung liefert 500 bis 1.200 Eier, große Weibchen produzieren sogar mehrere Tausend. Das Weibchen muss nach der Ablaichung aus dem Zuchtbecken entfernt werden, da das brütende Männchen sehr aggressiv auf andere Fische reagiert. Das Männchen pflegt das Nest alleine; die Larven schlüpfen nach etwa 24 Stunden und werden nach weiteren 3 bis 4 Tagen freischwimmend. Erstfutter sind Infusorien und Pantoffeltierchen, später Artemia-Nauplien.

Natürlicher Lebensraum

Trichopodus trichopterus ist im unteren und mittleren Mekong-Becken weit verbreitet und kommt natürlich in China (Yunnan), Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Thailand und Vietnam sowie in den Indonesischen Archipelen Borneo, Sumatra, Java und Madura vor. Durch Aquaristik-Freisetzungen ist die Art weltweit in tropischen Regionen eingeführt worden und hat sich in mehreren Ländern als invasive Art etabliert. Die Art bewohnt flache, langsam fließende oder stehende Gewässer mit dichter Vegetation: überflutete Reisfelder, Sümpfe, Altwasser, Bewässerungskanäle und saisonal überschwemmte Wälder. Während der Monsunzeit wandert sie in überflutete Gebiete, um dort zu laichen, und zieht sich mit dem Rückzug der Gewässer wieder in permanente Wasserkörper zurück. Typische Wasserwerte der Habitate: Temperatur 22 bis 28 °C, pH 6,0 bis 8,0, weiche bis mittelharte Wasserhärte (5 bis 19 °dGH). Die Gewässer sind oft sauerstoffarm und stark mit organischer Substanz angereichert – genau die Bedingungen, unter denen sich das Labyrinthorgan evolutionär entwickelt hat.

Geschlechtsunterschiede

Männchen von Trichopodus trichopterus besitzen im Vergleich zu Weibchen deutlich verlängerte, spitz zulaufende Rücken- und Afterflossen und erreichen insgesamt eine etwas größere Körperlänge. Während der Balzzeit zeigen sie eine intensivere, kontrastreichere Färbung und die beiden namensgebenden dunklen Flankenflecken erscheinen besonders scharf abgegrenzt. Weibchen haben einen rundlicheren, kompakteren Körperbau mit kürzeren, stumpfer zulaufenden Flossen. Laichbereite Weibchen zeigen einen deutlich prallen Bauch mit sichtbarer Laichfüllung.

Gut zu wissen

  • Obligater Labyrinthfisch (Luftatmer): benötigt dicht schließende Abdeckung, die die Luftschicht über dem Wasser auf Beckentemperatur hält – kalte Raumluft kann tödliche Atemwegsentzündungen verursachen
  • Schaumnestbauer: Männchen baut schwimmendes Schaumnest, treibt Weibchen zur Laichabgabe, betreibt aktive Brutpflege und verteidigt das Nest bis die Larven freischwimmen
  • Fecundity: 500-1.200 Eier pro Laichvorgang, große Weibchen bis in die Tausende
  • Ausgeprägte Aggression der Männchen untereinander, besonders während Nestbau und Brutpflege – einzeln, paarweise oder als Harem (1 Männchen mit 2-3 Weibchen) halten
  • Gruppenhaltung von 4+ Tieren nur in sehr großen Becken ab 150 cm / 300 Liter möglich
  • NICHT garnelensicher: aktive Mikro-Predatoren, fressen sowohl Jung- als auch adulte Zwerggarnelen
  • NICHT bedingungslos schneckensicher: kleine Schnecken werden aktiv vom Substrat oder Glas abgepickt und gefressen
  • Sprungrisiko hoch: schwere, dicht schließende Abdeckung ist Pflicht (wie bei allen Anabantoiden)
  • Hochempfindlich gegenüber Kupfer-Medikamenten (Osphronemidae/Anabantoiden) – Standard-Kupferbehandlungen wirken tödlich
  • Viele Zuchtformen: Marmoriert (Cosby), Gold-Fadenfisch, Silber-Fadenfisch (Moonlight), Opalin – alle Farbvarianten derselben Art
  • Saisonale Winterkühlung (22-24 °C) für 2-3 Monate verbessert Lebenserwartung und simuliert Mekong-Trockenzeit
  • WICHTIG: Hochinvasive Art – niemals in der Natur aussetzen! Massive etablierte Fremdpopulationen in Amerika, Australien, Ozeanien und Asien durch Aquaristik-Freilassungen

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Blaue Fadenfisch?

Trichopodus trichopterus benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 28 °C, einen pH-Wert von 6 bis 7,5 und eine Gesamthärte zwischen 5 und 19 °dGH. Die Art ist hinsichtlich der Wasserwerte sehr anpassungsfähig, solange die Werte stabil bleiben.

Wie groß muss das Aquarium für den Blauen Fadenfisch sein?

Das Aquarium sollte mindestens 100 cm Kantenlänge und 200 Liter Volumen haben. Bei territorialen Männchen oder für die Haltung eines Harems ist eine Mindestlänge von 120 cm empfehlenswert.

Kann man den Blauen Fadenfisch vergesellschaften?

Ja, aber mit Bedacht. Trichopodus trichopterus ist territorial – zwei Männchen vertragen sich selten. Am besten als Paar oder Harem (1 Männchen mit 2 bis 3 Weibchen) halten. Geeignete Partner sind ruhige, mittelgroße bis große südostasiatische Arten wie Barben oder Regenbogenfische. Sehr kleine Fische und Garnelen werden gefressen.

Kann man den Blauen Fadenfisch im Aquarium züchten?

Ja, die Zucht ist gut dokumentiert. Trichopodus trichopterus ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen baut ein Schaumnest und betreibt nach der Paarung alleine die Brutpflege. Optimale Zuchtwerte sind 22 bis 28 °C, pH 6 bis 7,5 und weiches Wasser. Pro Laichvorgang 500 bis 1.200 Eier. Das Weibchen muss nach dem Ablaichen entfernt werden.

Hinweis zu den Daten

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  • Endgröße: bis 15 cm
  • Aquarium: ab 160 l
  • Temperatur: 22-28 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-8,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Einfach

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  • Endgröße: bis 13 cm
  • Aquarium: ab 200 l
  • Temperatur: 21-26 °C
  • pH-Wert: pH 5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

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  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Einfach

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  • Endgröße: bis 12 cm
  • Aquarium: ab 240 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 4-6,5
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, territorial

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