
Labyrinthfische
Gepunkteter Fadenfisch
Trichopodus trichopterus
- Endgröße: bis 15 cm
- Aquarium: ab 160 l
- Temperatur: 22-28 °C
- pH-Wert: pH 5,5-8,5
- Wasserhärte: weich bis hart
- Schwierigkeit: Einfach
Haremshaltung, territorial
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Zierfische, Familie Osphronemidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Trichopodus trichopterus, der Blaue Fadenfisch oder Dreipunkt-Gurami, ist ein mittelgroßer Labyrinthfisch aus der Familie Osphronemidae. Die Art stammt aus dem Mekong-Becken und benachbarten Stromsystemen in China, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Thailand und Vietnam und wird dort seit Jahrhunderten als Speisefisch in Aquakultur gehalten.

bis 15 cmEndgröße
4-6 JahreLebenserwartung
22-28 °CTemperatur
6-7,5pH-Wert
5-19 °dGHGesamthärte
ab 200 lAquariengröße
In freier Natur erreicht die Art eine Standardlänge von etwa 10 cm (Maximum 15 cm SL), in kommerziellen Aquarien bleibt sie meist bei 10 bis 13 cm. Charakteristisch sind der seitlich stark abgeflachte Körper, die zu Tastorganen umgewandelten, fadenförmigen Bauchflossen (namensgebend) sowie zwei markante dunkle Flecken auf den Flanken, die dem englischen Namen „Three Spot Gourami“ zugrunde liegen – der namensgebende dritte „Fleck“ ist das Auge. Die wilde Form ist graublau-silbrig, im Aquaristikhandel existieren zahlreiche Farbzuchten: Gold-Fadenfisch, Silber-Fadenfisch (Moonlight), Marmorierter Fadenfisch (Cosby), Opalin und verschiedene Blauvarianten – alles Zuchtformen derselben Art. Der Blaue Fadenfisch ist ein obligater Labyrinthfisch und kann atmosphärische Luft atmen, was ihm das Überleben in stark sauerstoffarmen Überschwemmungsgebieten ermöglicht. Wichtig: Die Art ist in vielen tropischen Regionen weltweit durch Aquaristik-Freisetzungen als invasiv etabliert und sollte niemals in natürliche Gewässer entlassen werden.
Trichopodus trichopterus benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 28 °C, einen pH-Wert von 6 bis 7,5 und eine Gesamthärte zwischen 5 und 19 °dGH. Die Art ist hinsichtlich der Wasserwerte sehr anpassungsfähig, solange die Werte stabil bleiben. Beckengröße: Mindestens 100 cm Kantenlänge und 200 Liter sind für ein Paar oder einen Harem erforderlich. Bei territorialen Männchen ist eine Mindestlänge von 120 cm sinnvoll, um Ausweichräume zu schaffen. Einrichtung: dichte Randbepflanzung mit höheren Pflanzen, Schwimmpflanzen (wichtig als Nestbaumaterial und Beschattung), Wurzeln und Sichtbarrieren zur Revieraufteilung sowie ausreichend freier Schwimmraum in der Beckenmitte. Dunkler Bodengrund verstärkt die Färbung. Als Labyrinthfisch benötigt Trichopodus trichopterus freien Zugang zur Wasseroberfläche und eine dicht schließende Abdeckung. Die Luftschicht zwischen Wasser und Deckel muss warm und feucht sein, da kalte Raumluft beim Luftholen zu schweren Atemwegsentzündungen führen kann. Das Sprungrisiko ist hoch. Kupferhaltige Medikamente sind bei allen Labyrinthfischen hochtoxisch und müssen strikt vermieden werden. Bei Parasiten stattdessen vorsichtig dosiertes Malachitgrün-Formalin oder langsame Temperaturerhöhung nutzen.
Kupfer: Trichopodus trichopterus ist wie alle Anabantoiden/Labyrinthfische (Osphronemidae) hochempfindlich gegenüber kupferbasierten Medikamenten. Kupfer-Präparate (Cupramine, Copper Power, CuSO4) verursachen bei Standard-Dosierung akute Kiemennekrose und Schädigung des Labyrinthorgans. Bei Ich oder Samtkrankheit NIEMALS Kupfer einsetzen – stattdessen Malachitgrün-Formalin-Kombinationen oder vorsichtige Temperaturerhöhung verwenden.
Trichopodus trichopterus ist als adulter Fisch territorial, besonders Männchen werden zur Brutzeit stark aggressiv. Zwei Männchen in einem Standardaquarium vertragen sich selten – es kommt zu heftigen Flossenkämpfen bis hin zu tödlichen Verletzungen. Die empfohlene Sozialstruktur ist daher ein einzelnes Männchen mit 2 bis 3 Weibchen (Harem) oder ein Paar. Größere Gruppen von 8 bis 10 Tieren sind nur in sehr großen Aquarien ab 500 Litern möglich, wo sich die Aggression über die Fläche verteilen kann. Geeignete Beckenpartner sind ruhige, mittelgroße bis große südostasiatische Arten wie größere Barben, Regenbogenfische oder Labeo-Arten sowie friedliche Bodenbewohner wie Panzerwelse oder Botia-Arten. Ungeeignet sind sehr kleine Beutefische (z. B. Neonsalmler und kleine Rasboras), die als Nahrung betrachtet werden, sowie andere Labyrinthfische, aggressive Buntbarsche und langflossige Arten (Flossenzupfer-Risiko). Garnelen und Schneckengelege werden aktiv gejagt und gefressen – der Blaue Fadenfisch ist nicht garnelensicher. Adulte große Schnecken werden meist in Ruhe gelassen, aber sehr kleine können von Substrat oder Glas gepickt werden.
Trichopodus trichopterus ist ein Allesfresser mit deutlicher Tendenz zur Mikropredation. In der Natur jagt er Insektenlarven, Zooplankton, kleine Krebstiere und frisst ergänzend weiche Pflanzenteile. Im Aquarium akzeptiert er bereitwillig hochwertiges Trockenfutter (Flocken, Granulat) als Basis, gedeiht aber deutlich besser mit regelmäßigen Gaben von Lebend- und Frostfutter: Daphnien, Artemia, Cyclops, Mückenlarven, Tubifex. Pflanzliche Komponenten wie Spirulina-Flocken, blanchierter Spinat oder Zucchini werden ergänzend gut angenommen und sollten 20 bis 30 % der Gesamtration ausmachen. Die Art hat einen ausgeprägten Fressreflex und neigt zum Überfressen – Portionen sollten kontrolliert sein. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Trichopodus trichopterus ist ein typischer Schaumnestbauer. Zur Zuchteinleitung sollten die Wasserwerte auf weich-sauer abgesenkt werden: Temperatur 26 bis 28 °C, pH 6,5 bis 7,0, weiches Wasser (GH unter 10 °dGH). Ein niedrigerer Wasserstand von 15 bis 20 cm im Zuchtbecken imitiert die natürliche Trockenzeit-Situation und triggert das Brutverhalten. Das Männchen baut an der Wasseroberfläche – häufig unter einem Blatt einer Schwimmpflanze (Pistia, Salvinia) oder einem schwimmenden Objekt – ein großes, dichtes Schaumnest aus luftgefüllten Speichelblasen. Während der Balz zeigt es intensivere Färbung und umwirbt das Weibchen mit Flossenpräsentation. Die eigentliche Paarung erfolgt in der klassischen Labyrinthfisch-Umarmung: Das Männchen umschlingt das Weibchen unter dem Nest und gibt Milch und Eier gleichzeitig frei. Die Eier sind leichter als Wasser und treiben nach oben ins Schaumnest. Eine erfolgreiche Paarung liefert 500 bis 1.200 Eier, große Weibchen produzieren sogar mehrere Tausend. Das Weibchen muss nach der Ablaichung aus dem Zuchtbecken entfernt werden, da das brütende Männchen sehr aggressiv auf andere Fische reagiert. Das Männchen pflegt das Nest alleine; die Larven schlüpfen nach etwa 24 Stunden und werden nach weiteren 3 bis 4 Tagen freischwimmend. Erstfutter sind Infusorien und Pantoffeltierchen, später Artemia-Nauplien.
Trichopodus trichopterus ist im unteren und mittleren Mekong-Becken weit verbreitet und kommt natürlich in China (Yunnan), Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Thailand und Vietnam sowie in den Indonesischen Archipelen Borneo, Sumatra, Java und Madura vor. Durch Aquaristik-Freisetzungen ist die Art weltweit in tropischen Regionen eingeführt worden und hat sich in mehreren Ländern als invasive Art etabliert. Die Art bewohnt flache, langsam fließende oder stehende Gewässer mit dichter Vegetation: überflutete Reisfelder, Sümpfe, Altwasser, Bewässerungskanäle und saisonal überschwemmte Wälder. Während der Monsunzeit wandert sie in überflutete Gebiete, um dort zu laichen, und zieht sich mit dem Rückzug der Gewässer wieder in permanente Wasserkörper zurück. Typische Wasserwerte der Habitate: Temperatur 22 bis 28 °C, pH 6,0 bis 8,0, weiche bis mittelharte Wasserhärte (5 bis 19 °dGH). Die Gewässer sind oft sauerstoffarm und stark mit organischer Substanz angereichert – genau die Bedingungen, unter denen sich das Labyrinthorgan evolutionär entwickelt hat.
Männchen von Trichopodus trichopterus besitzen im Vergleich zu Weibchen deutlich verlängerte, spitz zulaufende Rücken- und Afterflossen und erreichen insgesamt eine etwas größere Körperlänge. Während der Balzzeit zeigen sie eine intensivere, kontrastreichere Färbung und die beiden namensgebenden dunklen Flankenflecken erscheinen besonders scharf abgegrenzt. Weibchen haben einen rundlicheren, kompakteren Körperbau mit kürzeren, stumpfer zulaufenden Flossen. Laichbereite Weibchen zeigen einen deutlich prallen Bauch mit sichtbarer Laichfüllung.
Trichopodus trichopterus benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 28 °C, einen pH-Wert von 6 bis 7,5 und eine Gesamthärte zwischen 5 und 19 °dGH. Die Art ist hinsichtlich der Wasserwerte sehr anpassungsfähig, solange die Werte stabil bleiben.
Das Aquarium sollte mindestens 100 cm Kantenlänge und 200 Liter Volumen haben. Bei territorialen Männchen oder für die Haltung eines Harems ist eine Mindestlänge von 120 cm empfehlenswert.
Ja, aber mit Bedacht. Trichopodus trichopterus ist territorial – zwei Männchen vertragen sich selten. Am besten als Paar oder Harem (1 Männchen mit 2 bis 3 Weibchen) halten. Geeignete Partner sind ruhige, mittelgroße bis große südostasiatische Arten wie Barben oder Regenbogenfische. Sehr kleine Fische und Garnelen werden gefressen.
Ja, die Zucht ist gut dokumentiert. Trichopodus trichopterus ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen baut ein Schaumnest und betreibt nach der Paarung alleine die Brutpflege. Optimale Zuchtwerte sind 22 bis 28 °C, pH 6 bis 7,5 und weiches Wasser. Pro Laichvorgang 500 bis 1.200 Eier. Das Weibchen muss nach dem Ablaichen entfernt werden.
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