Rineloricaria formosa

Deutscher Name: Atabapo-Prachthexenwels

Bild: Enrico Richter
Herkunft:
Brasilien, Kolumbien, Venezuela
Farben:
beige, braun, schwarz
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Hemiloricaria formosa
Gattung: Rineloricaria
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Der Atabapo-Prachthexenwels (Rineloricaria formosa) erreicht bis zu 15,2 cm SL und gehört zur Familie Loricariidae. Die Art zählt zum sogenannten Apachen-Hexenwels-Komplex, der sich durch ein markantes Leopardenfleckenmuster auszeichnet. Im Aquarium ist R. formosa überwiegend nachtaktiv und benötigt gut durchströmtes, sauerstoffreiches Wasser.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Gehört zum ‚Apachen-Hexenwels‘-Komplex mit Leopardenfleckenmuster
  • Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege in Röhren
  • Männchen entwickeln ausgeprägte Odontoden an Kopf und Brustflossen
  • Nachtaktiv, tagsüber in Verstecken ruhend
  • Benötigt starke Strömung und gute Sauerstoffversorgung
  • Mindestens 5 Tiere in der Gruppe halten
  • Kupfer-empfindlich, Holz als Nahrungsquelle

Vergesellschaftungshinweise

Hemiloricaria formosa ist ein ruhiger, bodenbewohnender Wels, der im natürlichen Habitat meist einzeln oder in lockeren Gruppen lebt, dabei aber keine ausgeprägte Schwarmbildung zeigt. Für die Aquarienhaltung empfiehlt sich die Pflege als Paar oder in kleinen Gruppen von drei bis fünf Tieren, wobei ausreichend Versteckmöglichkeiten und Revierstrukturen geboten werden sollten, um Stress und innerartliche Konkurrenz zu minimieren. Der Atabapo-Prachthexenwels lässt sich gut mit friedlichen, ruhigen Schwarmfischen ähnlicher Größe wie Salmlern, Zwergbärblingen oder kleinen Panzerwelsen vergesellschaften, ebenso mit anderen friedlichen Bodenfischen wie Otocinclus oder kleinen Harnischwelsen. Zu vermeiden sind sehr kleine Beutefische wie junge Garnelen oder winzige Rasboras, da sie als Nahrung angesehen werden könnten, sowie aggressive oder sehr lebhafte Arten wie größere Buntbarsche, Barben oder langflossige Fische, da diese Hemiloricaria formosa stressen oder durch Flossenzupfen und Futterkonkurrenz beeinträchtigen könnten.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen entwickeln mit zunehmender Reife markante Odontoden an Kopf und Brustflossen, der Kopf wirkt breiter und runder. Weibchen haben einen spitzeren Kopf und einen voluminöseren Bauch bei Laichreife.

Größe: Männchen: bis zu 14 cm, Weibchen: 12-14 cm

Haltungstipps / Pflege

Rineloricaria formosa benötigt ein Becken mit mindestens 200 Litern bei 120 cm Kantenlänge für eine Gruppe von mindestens 5 Tieren. Die Wasserwerte sollten bei 22 bis 26 °C, pH 5,8 bis 7,0 und GH bis 10 °dGH liegen. Die Filterung sollte eine kräftige Strömung gewährleisten, empfohlen wird eine Leistung von 10- bis 20-fachem Beckenvolumen pro Stunde. Feiner Sand als Substrat ist Pflicht. Röhren (15 bis 18 cm Länge, ca. 5 cm Durchmesser) dienen als Versteck- und Laichmöglichkeiten. Laubstreu und Treibholz ergänzen das Schwarzwasser-Biotop. Kupfer-haltige Medikamente vermeiden.

Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5,8-7
Temperatur:
Tropisch
Beckengröße:
ab 100 cm, 200 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Rineloricaria formosa ist ein Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege. Die Zucht gilt als moderat. Das Männchen bewacht das Gelege in offenen Röhren (ca. 15 bis 18 cm lang, Durchmesser ca. 5 cm). Das Weibchen sollte nach dem Ablaichen entfernt werden, um Eifraß zu verhindern. Die Eier sind grünlich, ca. 3 mm groß und schlüpfen nach etwa einer Woche. Jungfische werden mit Artemia-Nauplien, Mikrowürmern und Biofilm gefüttert. Starke Strömung und gute Sauerstoffversorgung sind auch für die Zucht wichtig.

Ernährung/Futterbedarf

Diese Art ist ein typischer Omnivor, der sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung benötigt, da eine reine Pflanzenkost zu Mangelerscheinungen und eine ausschließliche Fleischkost zu Verdauungsproblemen führen würde; in der Natur werden unter anderem Algenaufwuchs und kleine Wirbellose wie Insektenlarven gefressen. Im Aquarium sollte das Hauptfutter etwa 70–80 % der Ration ausmachen und aus hochwertigem Flocken- oder Granulatfutter für omnivore Zierfische bestehen. Ergänzend empfiehlt sich zwei- bis dreimal pro Woche die Gabe von Lebend- oder Frostfutter wie Artemia und Mückenlarven sowie blanchiertem Gemüse, beispielsweise Zucchini oder Spinat, oder Algenwaffeln, um die Ernährung abwechslungsreich zu gestalten. Die Fütterung sollte idealerweise zwei- bis dreimal täglich in Portionen erfolgen, die innerhalb von drei Minuten vollständig aufgenommen werden, wobei Futterreste stets zeitnah zu entfernen sind, da diese Art zu Überfressen neigt und kontrollierte Mengen für die Gesunderhaltung unerlässlich sind.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 8-12 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Rineloricaria formosa stammt aus dem westlichen Orinoco- und oberen Amazonasbecken in Brasilien, Kolumbien und Venezuela. Bekannte Herkunftsgewässer sind der Rio Atabapo, Rio Manapiare und Rio Uaupés. Die Typuslokalität liegt bei Puerto Inírida am Río Orinoco in Kolumbien.

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