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Zierfische, Familie Loricariidae

L199 Hypancistrus furunculus

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Hypancistrus furunculus (L199) ist ein robuster, kompakter Harnischwels aus der Familie Loricariidae mit einer Endgröße von etwa 12 cm. Der Körperbau zeigt die gattungstypische abgeflachte Form mit Knochenplatten und saugnapfartiger Maulpartie. Adulte Männchen weisen ausgeprägte Odontoden an Brustflossen und Kopf auf. Im Aquarium zeigt Hypancistrus furunculus zurückhaltendes, bodenorientiertes Verhalten.

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • 12 cmEndgröße

  • 5-8 JahreLebenserwartung

  • 24-29 °CTemperatur

  • 6-7,2pH-Wert

  • 2-15 °dGHGesamthärte

  • ab 180 lAquariengröße

Beschreibung

Tagsüber ziehen sich die Tiere in Höhlen zurück, Aktivitätsphasen liegen in den Abend- und Nachtstunden. Die Art reagiert empfindlich auf Störungen wie schnelle Lichtwechsel oder grobe Reinigungsarbeiten. Wie alle Hypancistrus ist Hypancistrus furunculus kein Algenfresser, sondern ernährt sich überwiegend fleischlich und benötigt proteinreiche Kost. Ein hoher Sauerstoffbedarf macht starke Strömung und leistungsfähige Filterung essenziell.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24-29 °C, pH 6,0-7,2, GH bis 15 dGH. Beckengröße: Mindestens 100 cm Kantenlänge (ab 180 Liter) für ein Paar. Einrichtung: Zahlreiche Höhlen (Keramik, Lavagestein, Naturstein), Wurzelholz und flache Steine. Feiner Sand oder feiner Kies als Bodengrund. Strukturierte Einrichtung mit mehreren Revierbereichen. Strömung: Stark, mit leistungsfähiger Filterung und guter Umwälzung. Starke Strömung und hoher Sauerstoffgehalt sind nicht optional, sondern essenziell. Beleuchtung: Gedämpft bis moderat. Hypancistrus furunculus ist eine Art mittlerer Schwierigkeit für Aquarianer mit Erfahrung in der Haltung von Höhlenwelsen.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Hypancistrus furunculus wird paarweise oder in kleinen Gruppen gehalten. Einzelhaltung ist möglich, ein Paar wird aus Wohlfahrtsgründen empfohlen. Männchen zeigen während der Fortpflanzungszeit gesteigertes Territorialverhalten um ihre Höhle. Außerhalb der Brutphasen ist das Temperament friedlich und zurückhaltend. Aufgrund von Hybridisierungsrisiko sollten nicht mehrere Hypancistrus-Arten im selben Becken gehalten werden. Schnecken werden toleriert, Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen meist sicher. Geeignete Beifische sind friedliche südamerikanische Salmler und Panzerwelse.

Ernährung

Hypancistrus furunculus ist überwiegend fleischfressend und kein Algenfresser. Geeignet sind gefrorene Mückenlarven, Artemia, Mysis, Cyclops und hochwertige sinkende Pellets mit hohem Proteinanteil. Pflanzliche Beifütterung (Gurkenscheiben) wird gelegentlich toleriert. Da die Tiere beim Fressen zurückhaltend sind, muss darauf geachtet werden, dass das Futter den Boden erreicht und nicht von anderen Fischen weggefressen wird.

Zucht

Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter. Zuchtschwierigkeit: mittel. Im Aquarium erfolgreich nachgezüchtet. Das Männchen bewacht das Gelege und fächelt die Eier mit den Brustflossen. Gelegegröße: 20-30 große Eier (ca. 4 mm Durchmesser). Schlupf nach etwa einer Woche, Jungfische verlassen die Höhle bei ca. 1,5 cm Größe. Zuchtauslösung durch gezielte Temperaturschwankungen und häufigere Wasserwechsel.

Natürlicher Lebensraum

Hypancistrus furunculus ist endemisch im oberen Orinoco-Flussbecken in Venezuela, mit Vorkommen in den Oberläufen des Orinoco und Ventuari sowie im Rio Atabapo. Die Art bewohnt Fließgewässer mit relativ starker Strömung, klarem Wasser und felsigen Substraten mit zahlreichen Höhlen und Spalten.

Geschlechtsunterschiede

Männchen besitzen einen breiteren, längeren Kopf sowie deutlich stärker ausgeprägte Odontoden an den vorderen Brustflossenstrahlen und in der Interopercularregion. Weibchen wirken gedrungener mit runderen Körperlinien.

Gut zu wissen

  • Kupferempfindlich: kupferhaltige Medikamente vermeiden
  • Kein Algenfresser: überwiegend fleischliche Ernährung
  • Höhlenbrüter: Männchen bewacht und betreut das Gelege
  • L-Nummer: L199
  • Hoher Sauerstoffbedarf: starke Strömung essenziell
  • Nachtaktiv: bodenorientiert, tagsüber in Höhlen
  • Hybridisierungsgefahr: nicht mit anderen Hypancistrus-Arten zusammen halten

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der L199?

Hypancistrus furunculus benötigt 24-29 °C, pH 6,0-7,2 und GH bis 15 dGH. Starke Strömung und hoher Sauerstoffgehalt sind essenziell.

Ist der L199 ein Algenfresser?

Nein. Die Art ist überwiegend fleischfressend und kein Algenfresser. Proteinreiche Kost mit Frostfutter und sinkenden Fleischpellets ist erforderlich.

Kann man den L199 züchten?

Ja, die Zucht ist dokumentiert. Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege. Gelege umfassen 20-30 große Eier.

Wie groß muss das Aquarium für den L199 sein?

Mindestens 100 cm Kantenlänge und 180 Liter für ein Paar. Zahlreiche Höhlen und starke Strömung sind erforderlich.

Hinweis zu den Daten

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