Hypancistrus sp.
Beschreibung
Der Demini-Engelsharnischwels (Hypancistrus sp. L 136a, auch als LDA 05 geführt) ist ein kontrastreich gezeichneter Harnischwels aus dem Rio Demini im brasilianischen Rio-Negro-Einzugsgebiet. Auf dunklem Grund stehen helle Punkte, die je nach Fundort und Handelsform unterschiedlich ausfallen: Es gibt eine Variante mit groben, locker verteilten Flecken und eine mit kleinen, fein verteilten Punkten. Die Art erreicht etwa 12 bis 13 cm Gesamtlänge. Wie alle Hypancistrus-Arten ist sie nachtaktiv, bewohnt Felsspalten und ernährt sich fleischbetont; Algen und Holz spielen in ihrer Ernährung keine Rolle.
Besonderheiten
- Handelsname Demini-Engelsharnischwels, auch als LDA 05 geführt
- Herkunft: Rio Demini, Rio-Negro-Einzugsgebiet, Brasilien (Amazonas, Region Barcelos)
- Zwei Zeichnungsvarianten: grobe, locker verteilte Flecken oder kleine, fein verteilte Punkte
- Kein Algen- oder Holzfresser, sondern fleischbetont omnivor
- Dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber in Höhlen verborgen
- Kupferempfindlich wie alle Loricariidae
- Hybridisierungsgefahr mit anderen Hypancistrus-Arten
- Starke Strömung und hohe Sauerstoffsättigung nötig
Vergesellschaftungshinweise
Hypancistrus sp. L 136a ist zurückhaltend und innerartlich territorial, insgesamt aber ruhig. Um Höhlen und Spalten wird ein Revier verteidigt, weshalb deutlich mehr Verstecke als Tiere vorhanden sein sollten. Als Mitbewohner eignen sich ruhige Arten, die keine Höhlen beanspruchen, insbesondere Schwarmfische im Mittel- und Oberwasser. Garnelen können erbeutet werden, vor allem Jungtiere. Andere Hypancistrus-Arten gehören wegen der Hybridisierungsgefahr nicht ins selbe Becken.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln einen breiteren, massigeren Kopf und deutlich ausgeprägtere Odontoden an Kopf und Brustflossen. Weibchen sind insgesamt fülliger im Bauchbereich, wirken rundlicher und zeigen weniger Odontoden.
Haltungstipps / Pflege
Hypancistrus sp. L 136a benötigt ein gut strukturiertes Aquarium ab 120 cm Kantenlänge und mindestens 240 Litern mit zahlreichen Höhlen aus Ton oder Schiefer, Spalten und Rückzugsmöglichkeiten. Feiner Kies oder Sand eignet sich als Bodengrund. Entscheidend ist eine starke, sauerstoffreiche Strömung; ein Filterumsatz von mindestens dem Vierfachen des Beckenvolumens ist empfehlenswert. Weiches, leicht saures Wasser kommt den Ansprüchen der Rio-Negro-Herkunft entgegen. Stabile Wasserwerte und wöchentliche Wasserwechsel von 30 bis 50 % sind wichtig. Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden.
Zucht und Fortpflanzung
Hypancistrus sp. L 136a ist ein Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege. Das Männchen bewacht das Gelege in einer einseitig geöffneten Höhle und betreut die Larven bis zur freischwimmenden Phase. Als Auslöser dienen kräftige Wasserwechsel mit kühlerem, weichem Wasser, verstärkte Strömung und reichliche Fütterung mit Frostfutter. Zuchtwasser: pH 5,5 bis 6,5, GH bis 5 °dGH, 28 bis 30 °C.
Ernährung/Futterbedarf
Hypancistrus sp. L 136a ist überwiegend fleischfressend und kein Algenfresser. Geeignet sind schwarze Mückenlarven, Artemia, Mysis und gehackte Garnelen sowie sinkende Carnivoren-Granulate und Welstabletten. Pflanzliche Kost wird nur gelegentlich angenommen und ersetzt die proteinreiche Ernährung nicht. Gefüttert wird bevorzugt abends, da die Art nachtaktiv ist.
Natürlicher Lebensraum
Hypancistrus sp. L 136a stammt aus dem Rio Demini, einem nördlichen Nebenfluss des Rio Negro im brasilianischen Bundesstaat Amazonas (Region Barcelos). Die Art besiedelt dort schnell fließende, sauerstoffreiche Abschnitte mit steinigem Untergrund, Felsspalten, Geröllfeldern und reichlich Totholz. Das Wasser des Rio-Negro-Systems ist sehr weich, sauer und huminstoffreich. Tagsüber halten sich die Tiere in Spalten und unter Holz verborgen.