Hyphessobrycon amandae

Deutscher Name: Feuertetra

Quelle: Zierfischgroßhandel G.Höner
Herkunft:
Südamerika
Farben:
orange, rot, schwarz
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Hyphessobrycon amandae
Gattung: Hyphessobrycon
Familie: Characidae

Beschreibung

Hyphessobrycon amandae ist ein winziger Salmler mit kompakter, seitlich abgeflachter Körperform, der durch eine intensive orange-rote Grundfärbung auffällt. Die Art gehört zu den kleinsten Aquarienfischen überhaupt: Weibchen erreichen maximal etwa 2 bis 2,5 cm Gesamtlänge, die schlankeren Männchen bleiben mit 1,5 bis 2 cm noch etwas kleiner. In der Fachwelt wird die Maximalgröße mit 2,0 cm Standardlänge (SL) angegeben. Gesunde, gut ernährte Tiere zeigen eine intensive Tönung der Körperseiten und der Flossen, wobei die Farben bei Männchen häufig kräftiger ausfallen als bei Weibchen. Die Flossen sind proportional kurz bis mittellang und harmonisch in den Körperbau eingepasst. Im Aquarium zeigt die Feuertetra ein ruhiges, beobachtungsfreundliches Schwimmverhalten. Sie ist eine sehr friedliche Art, die bevorzugt die mittleren bis oberen Wasserschichten nutzt und dort in aktiven Schwärmen umherzieht. Als ausgesprochener Schwarmfisch ist Hyphessobrycon amandae besonders attraktiv für dicht bepflanzte Nano- und Gesellschaftsaquarien mit passenden, zurückhaltenden Nachbarn. Besonders auffällig ist das harmonische Gruppenverhalten: In einem gut eingerichteten Becken entwickeln die Tiere koordiniertes Schwimmverhalten, das die Farben und das natürliche Bewegungsspiel optimal zur Geltung bringt. Die geringe Körpergröße und die zurückhaltende Natur machen die Feuertetra zu einer empfehlenswerten Art für Aquarianer, die lebendige Schwarmdynamiken und farbkräftige, pflegeleichte Bewohner schätzen.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Einer der kleinsten Aquarienfische: max. ~2 cm SL / ~2,5 cm TL
  • Ideal für dicht bepflanzte Nano- und Gesellschaftsbecken ab 60 cm Kantenlänge
  • Eierstreuer ohne elterliche Brutpflege; Eier fallen durch Pflanzenteppiche oder Laichmatten
  • Bevorzugt gedämpfte Beleuchtung — starkes Licht kann die natürliche Farbwirkung abschwächen und die Tiere scheu machen
  • Springtendenz gering — dennoch ist ein geschlossenes Abdecken des Beckens empfehlenswert
  • Geeignet als Ditherfisch für kleinbleibende Zwergbuntbarsche (Apistogramma u. ä.), da er nicht aktiv nach Jungfischen jagt

Vergesellschaftungshinweise

Hyphessobrycon amandae ist ein klassischer Schwarmfisch und sollte stets in einer Gruppe gehalten werden. Als Mindestgruppe gelten acht bis zehn Tiere; empfohlen werden Gruppen von zehn bis zwölf Individuen, da größere Gruppen das natürliche Sozialverhalten stabilisieren und Stress reduzieren. In solch einer Gruppe zeigen die Tiere ein ausgeprägtes Sozialverhalten: ruhiges Seit-an-Seit-Schwimmen, koordinierte Bewegungen und gelegentliche kurze Balzgesten innerartlicher Rangordnungen. Das Temperament der Art ist sehr friedlich; Hyphessobrycon amandae konkurriert nicht erfolgreich mit sehr lebhaften oder deutlich größeren Aquariumsbewohnern. In Gemeinschaftsbecken verhält sie sich in der Regel unauffällig und vermeidet Konflikte. Während der Balzphase können Männchen intensiver färben und verstärkte Balzbewegungen zeigen, jedoch sind dokumentierte aggressive Verhaltensweisen nicht typisch. Die Art ist ein Eierstreuer ohne elterliche Fürsorge. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Schnecken sind unproblematisch. Ausgewachsene Garnelen werden in der Regel toleriert; da Hyphessobrycon amandae eine sehr kleine Maulöffnung hat, kann sie adulten Garnelen (z. B. Cherry-Garnelen, Amano-Garnelen) schlichtweg nichts anhaben. Sehr kleine Junggarnelen (Babygarnelen) können hingegen von hungrigen Exemplaren gefressen werden — bereits einige Tage alte, etwas größere Jungtiere sind in der Regel sicher. In gut bepflanzten Becken mit ausreichend Moos und Verstecken ist eine erfolgreiche Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen gut möglich, sofern die Fische regelmäßig gefüttert werden. Hyphessobrycon amandae sollte mit friedlichen, ähnlich kleinen südamerikanischen Arten vergesellschaftet werden. Gut geeignete Mitbewohner sind andere kleine südamerikanische Salmler, kleine Panzerwelse (z. B. Corydoras pygmaeus, C. hastatus), Zwergbuntbarsche (Apistogramma spp.) sowie ruhige Oberflächenschwimmer wie Beilbauchsalmler. Auch die Haltung mit Zwergkrallen-, Cherry- oder Amano-Garnelen ist in gut bepflanzten Becken gut möglich. Unbedingt zu vermeiden sind sehr lebhafte, größere Arten sowie Hartwasser-Buntbarsche (Malawi, Tanganjika), da diese grundlegend andere Wasserchemie benötigen und die winzige Feuertetra einschüchtern oder verletzen würden.

Geschlechtsdimorphismus

Der Geschlechtsdimorphismus ist gut erkennbar: Weibchen sind im Körperbau runder und etwas blasser gefärbt, besonders wenn sie laichreif sind und ihr Abdomen deutlich aufgepolstert erscheint. Männchen sind schlanker gebaut, zeigen eine intensivere orange-rote Färbung und bleiben tendenziell etwas kleiner als die Weibchen. Diese Unterschiede sind bei gesund gepflegten Gruppen deutlich erkennbar.
Größe: ~2 cm SL (ca. 2,5 cm TL)

Haltungstipps / Pflege

Die Feuertetra gedeiht in einem Aquarium mit einer Temperatur im Bereich von 24 bis 28 °C, einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 und einer Gesamthärte (GH) von 2 bis 10 °dGH. Weiches, leicht saures Wasser entspricht dem natürlichen Habitat und sollte angestrebt werden. Diese Parameter sollten stabil gehalten werden. Die empfohlene Mindestgröße für ein artgerechtes Becken beträgt 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter); dieses Mindestmaß ermöglicht ausreichenden Schwimmraum für eine Gruppe von zehn bis zwölf Tieren. Einrichtung: Das Becken sollte strukturreich, aber mit offenen Schwimmflächen gestaltet werden. Feinblättrige Pflanzen wie Java-Moos (Taxiphyllum barbieri), Hornkraut oder Wasserpflanzen mit feinen Blättern schaffen Versteck- und Laichmöglichkeiten. Ein dunkles Substrat betont die Farben der Fische und reduziert Stress. Schwimmende Pflanzen oder dichte Randzonenbepflanzung dämpfen die Beleuchtung auf natürliche Weise. Filterung und Strömung: Hyphessobrycon amandae bevorzugt moderate, eher ruhige Wasserbewegung. Starke Turbulenzen sind zu vermeiden. Eine biologisch leistungsfähige Filterung sorgt für stabile Parameter. Da die winzigen Fische durch starke Ansaugung gefährdet sein können, empfiehlt sich ein Schwammvorsatz am Filtereinlauf. Beckenabdeckung: Die Springbereitschaft der Art wird als gering eingeschätzt; dennoch ist eine sichere Abdeckung des Beckens empfehlenswert, um unvorhergesehene Fluchtversuche auszuschließen. Pflegepraxis: Die Feuertetra gilt als anfängergeeignet, sofern die Wasserwerte konstant bleiben und die Gruppengröße angemessen ist. Regelmäßige, moderate Wasserwechsel sowie eine ausgewogene, kleinteilige Fütterung tragen maßgeblich zur Gesundheit bei. Aufgrund der geringen Größe sollte auf kleinteiliges Futter geachtet werden.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
PH-wert
5,5-7
Temperatur:
24-28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm Kantenlänge (ca. 54 L)

Zucht und Fortpflanzung

Für Hyphessobrycon amandae liegen gut dokumentierte Zuchtberichte vor; die Art ist ein Freiwasserlaicher ohne elterliche Brutpflege. In gut konditionierten Gruppen findet in einem reifen Aquarium gelegentlich auch ohne gezielten Eingriff ein Ablaichen statt, wobei im stark bepflanzten Becken vereinzelt Jungfische auftauchen können. Für eine planvolle Zucht empfiehlt sich ein kontrollierteres Vorgehen. Empfohlene Vorgehensweise: Gut konditionierte Elterntiere werden in eine separate, kleine Aufzuchtwanne (ab ca. 20 Liter) gesetzt. Diese sollte sehr schwach beleuchtet sein und einen Bodenaufbau besitzen, der das Fressen der Eier durch die Eltern verhindert — geeignet sind feinmaschige Netze, Laichmatten oder eine dichte Schicht Java-Moos. Nach dem Ablaichen werden die Elterntiere sofort entfernt. Wasser- und Technikempfehlungen für die Zucht: Für beste Ergebnisse wird sehr weiches, saures Wasser benötigt: GH unter 5 °dGH, pH 5,5 bis 6,5, Temperatur ca. 24 bis 26 °C. Eine sanfte Belüftung mittels Schwammfilter sorgt für Sauerstoffanreicherung und leichte Wasserbewegung. Die Eier schlüpfen je nach Temperatur nach 24 bis 48 Stunden; die Larven sind frei schwimmend nach weiteren 2 bis 4 Tagen. Aufzucht: Frisch freischwimmende Larven benötigen sehr feines Futter — Paramecium oder kommerzielle Mikrofuttermittel. Sobald die Jungen etwas größer sind, können Artemia-Nauplien und Mikrowürmer angeboten werden. Schwierigkeit: Die Zucht wird als mittel bis schwierig eingestuft. Die Aufzucht des sehr kleinen Nachwuchses erfordert Erfahrung und passendes Kleinstfutter.

Ernährung/Futterbedarf

Hyphessobrycon amandae ist ein Mikropredator, der in der Natur vorwiegend kleine Wirbellose und Zooplankton frisst. Im Aquarium akzeptiert die Art ein breites Spektrum an Futterangeboten, sofern die Partikelgröße zur kleinen Maulöffnung passt. Lebendfutter und Frostfutter: Kleinstes Lebend- und Frostfutter wird bevorzugt und fördert Gesundheit, Farbintensität und Zuchtbereitschaft. Geeignet sind Artemia-Nauplien, frisch geschlüpfte Copepoden, feine Daphnien, Grindal-Würmer sowie gefrorene Cyclops und Mückenlarven (in sehr kleiner Portion). Trockenfutter: Hochwertiges, kleinteiliges Flocken- oder Granulat-Futter für Nano-/Kleinfische wird gerne angenommen. Rein auf Trockenfutter beschränkte Haltung ist möglich, aber für Konditionierung zur Zucht und langfristige Vitalität empfiehlt sich ein abwechslungsreicher Speiseplan. Fütterungspraxis: Mehrere kleine Fütterungen täglich sind einer großen Portion vorzuziehen. Die winzigen Fische brauchen kleinstes Futter — handelsübliches Jungfisch-Flockenfutter oder zerriebenes Flockenfutter eignet sich gut. Überfütterung ist zu vermeiden, da sie die Wasserqualität schnell beeinträchtigt.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
3-5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Hyphessobrycon amandae stammt aus Südamerika und ist endemisch im Araguaia-Einzugsgebiet in der brasilianischen Region Mato Grosso (u. a. Rio das Mortes). Die Art bewohnt typischerweise Nebenflüsse, Altgewässer, Auenbereiche und Oxbow-Seen — also ruhige bis schwach fließende Gewässer, die durch dichte Ufervegetation beschattet sind und reich an organischem Material (Laub, Totholz, feine Substrate) sind. Das Wasser ist dort oft braun gefärbt, sehr weich und leicht sauer. Das natürliche Habitat bietet dichte Wasserpflanzenbestände, Totholzstrukturen und feine Laubschichten am Boden, die Rückzugsräume, Laichnischen und Nahrungsquellen für Kleintiere schaffen. Solche Lebensräume sind reich an Mikroorganismen, Insektenlarven und kleinen Krebstieren, die einen großen Teil der natürlichen Nahrung darstellen.

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