Hyphessobrycon amandae
Beschreibung
Die Feuertetra (Hyphessobrycon amandae) ist ein winziger Salmler aus der Familie Acestrorhamphidae mit einer Endgrösse von nur etwa 2 cm. Der Körper ist kompakt und seitlich abgeflacht, die Grundfärbung intensiv orange-rot. Die Art gehört zu den kleinsten Aquarienfischen überhaupt und ist ein beliebter Bewohner von Nano- und Gesellschaftsaquarien.
Im Aquarium zeigt die Feuertetra ein ruhiges, friedliches Schwimmverhalten in der mittleren bis oberen Wasserschicht. Als besonderer Schwarmfisch entwickelt Hyphessobrycon amandae in gut bepflanzten Becken mit gedämpfter Beleuchtung koordiniertes Schwimmverhalten, das die Farben optimal zur Geltung bringt. Die geringe Körpergrösse und zurückhaltende Natur machen die Art auch als Ditherfisch für Zwergbuntbarsche (Apistogramma) geeignet.
Besonderheiten
- Einer der kleinsten Aquarienfische: max. ca. 2 cm
- Ideal für bepflanzte Nano- und Gesellschaftsbecken ab 60 cm Kantenlänge
- Eierstreuer ohne elterliche Brutpflege
- Gedämpfte Beleuchtung und dunkles Substrat für optimale Farbentfaltung
- Geeignet als Ditherfisch für Zwergbuntbarsche
- Geringes Sprungrisiko
- Empfindlich gegenüber Kupfer und kupferhaltigen Medikamenten – in weichem, saurem Wasser ist Kupfer besonders toxisch für kleine Salmler
Vergesellschaftungshinweise
Hyphessobrycon amandae ist ein klassischer Schwarmfisch. Mindestens 8-10 Tiere werden empfohlen, ideal sind 10-12 Individuen. Das Temperament ist sehr friedlich; die Art konkurriert nicht erfolgreich mit lebhaften oder deutlich größeren Mitbewohnern.
Schnecken sind unproblematisch. Adulte Garnelen (Cherry, Amano) werden toleriert, da die sehr kleine Maulöffnung ihnen nichts anhaben kann. Sehr kleine Junggarnelen können von hungrigen Exemplaren gefressen werden. In gut bepflanzten Becken mit Moos ist eine Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen gut möglich. Geeignete Beifische sind andere kleine südamerikanische Salmler, kleine Panzerwelse (Corydoras pygmaeus, C. hastatus) und Zwergbuntbarsche.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind runder und etwas blasser gefärbt, besonders bei Laichreife mit aufgepolstertem Abdomen. Männchen sind schlanker, zeigen intensivere orange-rote Färbung und bleiben tendenziell etwas kleiner als Weibchen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24-28 °C, pH 5,5-7,0, GH 2-10 dGH. Weiches, leicht saures Wasser entspricht dem natürlichen Habitat.
Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge (ab 54 Liter) für eine Gruppe von 10-12 Tieren.
Einrichtung: Feinblättrige Pflanzen (Java-Moos, Hornkraut), dunkles Substrat, schwimmende Pflanzen zur Lichtdämpfung. Offene Schwimmflächen in der Mitte.
Strömung: Moderat, eher ruhig. Schwammvorsatz am Filtereinlauf empfohlen, da die winzigen Fische durch starke Ansaugung gefährdet sein können.
Beleuchtung: Gedämpft. Starkes Licht schwächt die natürliche Farbwirkung ab.
Die Feuertetra gilt als anfängergeeignet, sofern die Wasserwerte konstant bleiben.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher ohne elterliche Brutpflege. Zuchtschwierigkeit: mittel bis schwierig. In gut konditionierten Gruppen kann auch ohne gezielte Maßnahmen Nachwuchs auftreten. Für planvolle Zucht: separates Aufzuchtbecken (ab 20 Liter), sehr schwach beleuchtet, mit feinmaschigem Netz oder Java-Moos. Sehr weiches, saures Wasser (GH unter 5, pH 5,5-6,5, 24-26 °C). Eier schlüpfen nach 24-48 Stunden. Erstfutter: Paramecium, dann Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Hyphessobrycon amandae ist ein Mikropredator, der in der Natur kleine Wirbellose und Zooplankton frisst. Im Aquarium eignen sich Artemia-Nauplien, Cyclops, feine Daphnien, Grindal-Würmer und gefrorene Mückenlarven. Hochwertiges, kleinteiliges Flocken- oder Granulat-Futter für Nanofische wird angenommen. Futtergröße muss zur kleinen Maulöffnung passen. Mehrere kleine Fütterungen täglich sind einer großen Portion vorzuziehen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Hyphessobrycon amandae stammt aus Südamerika und bewohnt Nebenflüsse, Altgewässer und Auenbereiche im Araguaia-Einzugsgebiet. Diese Gewässer sind ruhig bis schwach fließend, mit dichter Ufervegetation und einer Substratschicht aus Laub. Das Wasser ist oft braun gefärbt, leicht sauer und organisch angereichert.