Hyphessobrycon cf. pulchripinnis
Beschreibung
Der Orangensalmler (Hyphessobrycon cf. pulchripinnis) wird bis zu 5 cm groß und ist ein kleiner, kompakter Salmler mit warmer Orange- bis Kupferfärbung. Die Rücken- und Afterflossen sind intensiv gefärbt und weisen einen markanten schwarzen Vorderrand bzw. schwarzen Außensaum auf. Die obere Augenhälfte leuchtet rot bis orangerot und gibt dem Fisch einen lebhaften Ausdruck. Die Schwanzflosse ist meist transparent bis leicht getönt.
Im Aquarium zeigt die Art lebhaftes, ruhiges Schwarmverhalten vorwiegend in der mittleren Wasserschicht und profitiert von dichter Bepflanzung sowie offener Schwimmzone. Die Bezeichnung „cf.“ weist darauf hin, dass es sich um eine der Zitronensalmler-Art nahestehende, aber vermutlich eigenständige Form aus Bolivien handelt.
Besonderheiten
- Warme Orange- bis Kupferfärbung mit leuchtend roter oberer Augenhälfte
- Schwarze Vorderränder an Rücken- und Afterflosse
- „cf.“-Form aus Bolivien, vermutlich eigenständige Art
- Geselliger Schwarmfisch für die mittlere Wasserschicht
- Farbintensität abhängig von Ernährung, Bodengrund und Wasserqualität
- Karotinoidhaltiges Futter fördert die Färbung
Vergesellschaftungshinweise
Der Orangensalmler ist ein geselliger, schwarmbildender und friedlicher Fisch. Haltung in Gruppen ab 8 Tieren (empfohlen 10-12) ist optimal. Die Art ist lebhaft, aber nicht hektisch.
Orangensalmler lassen sich gut mit ruhigen südamerikanischen Arten vergesellschaften. Empfehlenswerte Mitbewohner sind Panzerwelse (Corydoras), Otocinclus-Arten, kleine Apistogramma-Arten und friedliche Salmler mit ähnlicher Größe. Große oder aggressive Raubfische sind ungeeignet. Erwachsene Garnelen werden toleriert, sehr kleine Garnelennachzuchten können gefressen werden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind schlanker und zeigen intensivere Färbung, besonders in den roten Flossenbereichen. Weibchen sind meist fülliger, vor allem bei Laichbereitschaft, und haben oft eine blassere Grundfärbung und weniger ausgeprägte Flossensäume.
Haltungstipps / Pflege
Der Orangensalmler ist einfach zu halten und benötigt ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge. Empfohlene Wasserwerte: 22-28 °C, pH 5,5-7,5, GH 4-13 °dGH. Geeignet ist ein gut strukturiertes Becken mit feinem dunklem Substrat, Totholz, Wurzeln und zahlreichen feinblättrigen Pflanzen zur Lichtdämpfung.
Mäßige Strömung und gute Sauerstoffversorgung sind vorteilhaft. Regelmäßige, kleine Teilwasserwechsel und eine saubere Filterpflege reduzieren Stress und fördern die Farbintensität. Ein dunkler Bodengrund und gedämpftes Licht bringen die Farben am besten zur Geltung.
Zucht und Fortpflanzung
Der Orangensalmler ist ein Freilaicher ohne Brutpflege und die Zucht gilt als mittelschwer. Zuchtwasser: pH 5,5-6,5, GH bis 5 °dGH, 26-28 °C. Ein großzügiger Wasserwechsel mit weichem, leicht kühlerem Wasser kann als Auslöser wirken.
Feinfiedrige Pflanzen oder Laichmopps in einem abgedunkelten Zuchtbecken bieten Laichsubstrat. Vorherige Trennung der Geschlechter und reichhaltige Fütterung mit Lebendfutter erhöhen die Erfolgschancen. Die Eltern fressen häufig die Eier, daher empfiehlt sich das Entfernen der Elterntiere nach dem Ablaichen.
Ernährung/Futterbedarf
Der Orangensalmler ist ein Allesfresser mit Vorliebe für tierische Proteine. Feines Granulat oder Flocken bilden die Grundlage, ergänzt durch regelmäßige Gaben von Frost- und Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Zuckmückenlarven und Mikrowürmer. Karotinoidhaltiges Futter fördert die Farbintensität, pflanzliche Anteile sorgen für Ausgewogenheit.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Der Orangensalmler lebt in der Natur in pflanzenreichen Klarwasserbächen und Nebenarmen des Amazonas-Einzugs, etwa im Einzugsgebiet des Rio Guaporé (Bolivien) und des Rio Tapajós (Brasilien). Typisch sind feiner Sand- oder Kiesboden, Laubansammlungen, Totholz und gedämpftes Licht durch Ufervegetation. Die Strömung ist meist langsam bis mäßig.