Hemigrammus filamentosus
Beschreibung
Der Phönixsalmler (Hemigrammus filamentosus) wird etwa 4 cm groß und ist ein eleganter Salmler aus dem Rio-Araguaia-Einzugsgebiet in Brasilien. Die Art wurde 2011 von Zarske wissenschaftlich beschrieben und war zuvor unter dem provisorischen Namen Hyphessobrycon cf. stegemanni im Handel. Der Körper zeigt eine silbrig-graue Grundfarbe mit einem zarten goldenen Schimmer. Ausgewachsene Männchen entwickeln verlängerte Flossenfilamente an Rücken-, After- und Schwanzflosse, die der Art ihren wissenschaftlichen Namen gaben. Die Schwanzflosse der Männchen leuchtet kräftig rot, während sie bei Weibchen durchsichtig bleibt. Bei guter Pflege und passendem Wasser zeigen die Tiere eine intensive orange-rote Färbung.
Besonderheiten
- Korrekte Bezeichnung: Hemigrammus filamentosus, 2011 wissenschaftlich beschrieben, zuvor als Hyphessobrycon cf. stegemanni gehandelt
- Männchen entwickeln namengebende verlängerte Flossenfilamente an Rücken-, After- und Schwanzflosse
- Stammt aus dem Rio-Araguaia-Einzugsgebiet in Zentralbrasilien
- Schwanzflosse der Männchen leuchtet kräftig rot, bei Weibchen durchsichtig
- Friedlicher Schwarmfisch, verliert bei Stress seine intensive Färbung
Vergesellschaftungshinweise
schwarmbildend, friedlich, aktiv. Haltung: Gruppe ab 10 Tieren (empfohlen: 12-15 Tiere). Phönixsalmler sind ausgesprochen friedliche Schwarmfische, die sich gut mit anderen ruhigen, ähnlich großen Arten vergesellschaften lassen. Ideale Beifische sind andere südamerikanische Salmler, kleine Buntbarsche wie Apistogramma, Panzerwelse der Gattung Corydoras und kleine Harnischwelse. Mit Zwerggarnelen wie Neocaridina oder Amano-Garnelen (Caridina multidentata) kommen sie problemlos zurecht, sehr kleine Garnelennachzuchten könnten allerdings als Beute betrachtet werden. Große oder aggressive Fische sind ungeeignet, da der Phönixsalmler bei Stress dazu neigt, sich zurückzuziehen und seine Färbung verliert.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind schlanker und intensiver gefärbt als Weibchen. Ihr auffallendstes Merkmal sind die stark verlängerten Flossenfilamente an Rücken-, After- und Schwanzflosse, die mit zunehmender Reife immer länger werden. Die Schwanzflosse der Männchen ist leuchtend rot, bei Weibchen dagegen durchsichtig. Weibchen sind etwas fülliger im Körperbau, besonders während der Laichreife, und zeigen insgesamt dezentere Farben. Beide Geschlechter erreichen eine Gesamtlänge von etwa 4 cm.
Haltungstipps / Pflege
Der Phönixsalmler benötigt ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge mit dunklem Sand oder feinem Kies als Bodengrund, reichlich Wurzelholz und dichter Hintergrundbepflanzung mit freien Schwimmzonen. Empfohlene Wasserwerte: 24-28 °C, pH 6,0-7,0, GH 2-10 °dGH. Eine Schwimmpflanzendecke dämpft das Licht und bringt die Farben besser zur Geltung. Weiches, leicht saures Wasser wird bevorzugt, Laubeinwurf unterstützt die naturnahe Wasserchemie. Die Art reagiert empfindlich auf hohe Nitratwerte, regelmäßige Wasserwechsel sind daher besonders wichtig.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher (Eierstreuer)
Zuchtschwierigkeit: schwierig
Zuchtwasser: pH 6,0-6,5, GH unter 5 °dGH, 25-26 °C. Der Phönixsalmler ist ein typischer Freilaicher. Für die Zucht wird ein separates Becken mit weichem, leicht saurem Wasser eingerichtet. Feinfiedrige Pflanzen oder ein Laichrost schützen die Eier, da beide Elternteile Laichräuber sind. Ein gut konditioniertes Zuchtpaar oder eine kleine Gruppe wird abends ins Zuchtbecken gesetzt. Die Eiablage erfolgt meist am frühen Morgen. Nach dem Ablaichen müssen die Elterntiere sofort entfernt werden. Die Eier schlüpfen nach etwa 24 Stunden, die Larven schwimmen nach 4-6 Tagen frei und können dann mit Infusorien und später Artemia-Nauplien gefüttert werden.
Ernährung/Futterbedarf
Der Phönixsalmler ist ein Allesfresser mit Vorliebe für kleine tierische Kost. Hochwertiges Flockenfutter und feines Granulat bilden die Grundlage, sollten aber regelmäßig durch Lebend- und Frostfutter ergänzt werden. Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops und feine Mückenlarven werden besonders gern genommen und fördern die Farbintensität. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind günstiger als eine große.
Natürlicher Lebensraum
Hemigrammus filamentosus stammt aus dem Rio-Araguaia- und Rio-Tocantins-Einzugsgebiet im zentralen Brasilien. Die Art bewohnt dort flache, langsam fließende Gewässerabschnitte mit dichter Ufervegetation, sandigem Substrat und reichlich Falllaub. Das Wasser ist weich, leicht sauer und mineralarm mit Temperaturen um 27 °C. Während der Regenzeit ziehen die Fische in überflutete Uferzonen, wo sie zwischen Wurzeln und Pflanzen Nahrung und Laichplätze finden.