Hypoclinemus mentalis
Beschreibung
Die Peru-Süßwasserflunder (Hypoclinemus mentalis) ist die einzige Art ihrer Gattung und gehört zu den Achiridae, den amerikanischen Süßwasserschollen. Der Körper ist stark dorsoventral abgeflacht mit beiden Augen auf der rechten Körperseite. Die Unterseite (Blindseite) ist weiß, die Oberseite zeigt eine sand- bis erdfarbene Tarntracht. Charakteristisch sind Barteln um den Kopf.
Die tatsächliche Gesamtlänge liegt bei ausgewachsenen Tieren bei 25–27 cm ( gibt 21,6 cm als Standardlänge an). Dies ist bei der Beckendimensionierung zu berücksichtigen.
Die Art ist streng süßwasserbewohnend und meidet Brackwasser vollständig. Alle Aquariumexemplare sind Wildfänge. Die Eingewöhnung an Frost- und Trockenfutter kann mehrere Wochen bis Monate dauern, was die Haltung anspruchsvoll macht.
Besonderheiten
- Einzige Art ihrer Gattung (monotypische Gattung innerhalb der Achiridae)
- Streng süßwasserbewohnend: kein Brackwasser
- Alle Exemplare sind Wildfänge; Nachzucht nicht dokumentiert
- Sehr futterempfindlich: Eingewöhnung an Frostfutter dauert Wochen bis Monate
- Empfindlich auf Wasserverschlechterung; Nitrat unter 30 mg/l halten
- Gräbt sich regelmäßig in Sand ein; feiner, runder Sand ist Pflicht
- Geringes Springrisiko; Abdeckung empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
H. mentalis gilt als friedlich gegenüber artfremden Fischen, die zu groß zum Fressen sind (Mindestgröße der Mitbewohner: über 5 cm). Garnelen, Kleinkrebse und kleine Fische werden als Beute betrachtet. Untereinander verhalten sich die Tiere friedlich.
Das Temperament ist ruhig und zurückhaltend. Die Tiere verbringen den Großteil der Zeit eingegraben oder flach auf dem Substrat liegend. Ob die Art vorwiegend nacht- oder dämmerungsaktiv ist, ist in der Literatur uneinheitlich. Hauptfütterung in der Dämmerung empfehlenswert.
Schnecken werden toleriert. Garnelen und kleine Fische sind Beute.
Geeignete Beifische: ruhige, mittelgroße bis große südamerikanische Fische des Mittel- und Oberbereichs. Bodenbewohner mit ähnlichem Platzbedarf können Stress verursachen. Ein Artbecken ist der Gemeinschaftshaltung vorzuziehen.
Geschlechtsdimorphismus
Nicht verlässlich dokumentiert. Manche Exemplare tragen schwarze Dornen auf der Oberseite; ein Zusammenhang mit dem Geschlecht ist unbekannt.
Haltungstipps / Pflege
Empfohlene Wasserwerte: 22–28 °C, pH 6,0–7,2 (optimal 6,0–6,8), GH 2–10 °dGH.
Mindestbeckengröße: 120 cm Kantenlänge, ab 450 Liter mit großer Grundfläche. Mindestbodenfläche ist wichtiger als Beckenhöhe (mindestens 120 x 50 cm).
Substrat: Feiner, runder Sand ohne scharfe Kanten ist Pflicht. Die Tiere graben sich regelmäßig ein und haben eine empfindliche Bauchseite. Kies ist ungeeignet. Große freie Sandflächen als Hauptmerkmal, flache Wurzeln und Steine als Rückzugsmöglichkeiten. Gedämpfte Beleuchtung. Keine starke bodennah wirksame Strömung.
Nitrat idealerweise unter 10 mg/l, maximal unter 30 mg/l. Kleine, regelmäßige Wasserwechsel (10–15 % wöchentlich). Die Art reagiert empfindlich auf Wasserverschlechterung.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: vermutlich Substratlaicher (Annahme basierend auf Familienmerkmalen). Keine dokumentierten Nachzuchterfolge im Aquarium. Alle Handelstiere sind Wildfänge.
Zuchtversuche gelten als experimentell ohne gesicherte Protokolle. Empfehlungen können nur auf Familienkenntnis basieren: tiefes Sandbett, Dämmerungslicht, Lebendfutter, ruhige Umgebung.
Ernährung/Futterbedarf
H. mentalis ist ein Karnivor (Lauerjäger). In der Natur: Würmer, Kleinkrebse, Insektenlarven und kleine Fische. Im Aquarium bevorzugen frisch importierte Wildfänge zunächst Lebendfutter (Bachflohkrebse, Enchyträen, kleine Regenwürmer, Artemia, Mückenlarven). Eingewöhnung an Frostfutter (Rote Mückenlarven, Mysis) ist möglich, dauert aber Wochen bis über 3 Monate. Trockenfutter wird nicht verlässlich akzeptiert.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Hypoclinemus mentalis ist im nördlichen und zentralen Südamerika weit verbreitet: im Amazonasbecken, im Orinocoeinzugsgebiet und im Essequibobecken. Das Verbreitungsgebiet umfasst Peru, Ecuador, Bolivien, Kolumbien, Venezuela, Guyana und Brasilien. Die Bezeichnung „Peru-Süßwasserflunder“ bezieht sich auf den häufigen Importursprung. Die Art lebt dicht am Substrat in sandbanknahen Flussbereichen mit feinem Sand und Schlick.