Hypostomus faveolus
Beschreibung
Der Wabenlinien-Schilderwels (Hypostomus faveolus) ist ein großwüchsiger Harnischwels der Familie Loricariidae, der eine Endgröße von 25–30 cm TL erreicht. Der Körperbau ist kräftig und dorsoventral abgeflacht mit vollständiger Knochenpanzerung und einem ausgeprägten Saugmaul. Die Namensgebung bezieht sich auf das charakteristische wabenförmige Muster aus hellen Linien auf dunklem Grund, das besonders bei juvenilen und subadulten Tieren deutlich zu sehen ist.
Im Aquarium zeigt H. faveolus das typische Verhalten großer Loricariiden: überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv, tagsüber ruhend in Höhlen oder an Wurzeln. Die Art weidet Aufwuchs und Biofilm von Oberflächen ab und raspelt regelmäßig an Treibholz, das als Nahrungsbestandteil dient. Wie alle Hypostomus-Arten ist H. faveolus zur fakultativen Luftatmung befähigt und kann atmosphärische Luft über den Darm aufnehmen.
Besonderheiten
- Wabenförmiges Linienmuster auf dunklem Grund – namensgebendes Erkennungsmerkmal
- Großwüchsig mit bis zu 30 cm TL – benötigt entsprechend große Becken
- Fakultative Luftatmung über den Darm
- Treibholz ist als Nahrungsbestandteil unbedingt nötig
- Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege
- Überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv
- Kupferempfindlich – kupferhaltige Medikamente vermeiden
Vergesellschaftungshinweise
Hypostomus faveolus ist überwiegend einzelgängerisch und kann territorial gegenüber Artgenossen und anderen bodenorientierten Welsen werden. In sehr großen Becken mit ausreichend Versteckmöglichkeiten ist die Haltung mit anderen robusten, nicht konkurrierenden Fischarten möglich. Empfohlen werden größere südamerikanische Salmler, Panzerwelse und robuste Buntbarsche aus derselben Bioregion.
Garnelen sind als Mitbewohner ungeeignet. Robuste Schnecken werden toleriert. Ostafrikanische Buntbarsche passen nicht zu den Wasseransprüchen dieser Art.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln ausgeprägtere Odontoden an den Brustflossenstrahlen und sind schlanker gebaut. Weibchen sind breiter und fülliger, besonders bei Laichreife. Die Genitalpapille ist bei Männchen spitz, bei Weibchen stumpf.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 23–28 °C, pH 5,0–7,2, GH bis 12 °dGH. Hypostomus faveolus benötigt ein Becken mit mindestens 150 cm Kantenlänge und 300–400 Litern Volumen. Die Einrichtung sollte zahlreiche stabile Höhlen aus Steinen und Wurzeln sowie großes Treibholz zum Abraspeln umfassen. Feiner Sand oder Kies als Substrat.
Eine leistungsfähige Filterung mit starkem biologischen Anteil ist unbedingt erforderlich. Moderate Strömung und gute Sauerstoffversorgung. Regelmäßige Wasserwechsel sind obligatorisch. Gedämpfte Beleuchtung fördert die Aktivität. Kupferhaltige Medikamente sind zu vermeiden.
Der Wabenlinien-Schilderwels ist eine anspruchsvolle Art, die erfahrene Aquarianer mit entsprechend großen Becken und stabiler Wasserqualität voraussetzt.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter. Die Zucht gilt als schwierig. Das Männchen bewacht die Eier in der Höhle. Detaillierte Zuchtprotokolle sind kaum verfügbar. Große Becken, gezielte Konditionierung und mehrere Höhlenoptionen werden empfohlen.
Ernährung/Futterbedarf
Hypostomus faveolus ist ein Aufwuchsfresser. Die Hauptnahrung besteht aus Algen, Biofilm und Detritus. Im Aquarium eignen sich Algentabletten, Spirulina-Granulate, blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke, Süßkartoffel) und sinkende Granulate mit hohem Pflanzenanteil. Treibholz zum Abraspeln ist ein Pflichtbestandteil der Ernährung. Gelegentlich kann proteinreiches Frostfutter (Mückenlarven, Artemia) ergänzt werden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Hypostomus faveolus stammt aus dem Tocantins-Flusssystem in Brasilien. Die Art bewohnt tropische Fließgewässer mit felsigen Strukturen und Treibholz. Die natürlichen Habitate sind von mäßiger bis stärkerer Strömung geprägt mit sauerstoffreichem Wasser.