Iguanodectes spilurus
Beschreibung
Der Eidechsensalmler (Iguanodectes spilurus) ist ein schlanker, mittelgroßer Salmler der Familie Iguanodectidae, der eine Größe von etwa 10 cm SL erreicht. Der Körper ist stromlinienförmig und seitlich abgeflacht. Farblich zeigt I. spilurus durchscheinende Rücken- und Afterflossen sowie eine markante dunkle Zeichnung am Schwanzstiel; ein roter Längsstreifen, wie er bei anderen Iguanodectes-Arten vorkommt, fehlt bei dieser Art. Es handelt sich um die am weitesten verbreitete Art der Gattung.
Im Aquarium zeigt I. spilurus ein ruhiges, geselliges Wesen und gehört zu den idealen Bewohnern eines gut strukturierten Gemeinschaftsbeckens. Die Fische bewegen sich meist in Gruppen in der mittleren Schwimmzone. Männliche Individuen können gegenüber Rivalen kurze Droh- und Verfolgungsphasen zeigen. Während der Laichzeit entwickeln Männchen spezielle Fortsätze an der Afterflosse (Haken und Lappets), ein eindeutig unterscheidbares Geschlechtsmerkmal.
Besonderheiten
- Männchen entwickeln Haken und Lappets an den Afterflossenstrahlen zur Laichzeit
- Am weitesten verbreitete Art der Gattung Iguanodectes
- Mittlere Schwimmzone; aktiver, ausdauernder Schwimmer
- Zucht im Aquarium sehr selten und schwierig dokumentiert
- Empfindlich gegenüber schlechter Wasserqualität
- Sprungrisiko gering; Abdeckung empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Iguanodectes spilurus ist ein geselliger Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8–10 Exemplaren gehalten wird, mit mehr Weibchen als Männchen. Größere Gruppen fördern natürlicheres Verhalten und reduzieren Stress. Das Temperament ist im Normalzustand friedlich.
Geeignete Mitbewohner sind andere friedliche südamerikanische Characiden, Gasteropeleciden, Lebiasiniden, Panzerwelse und kleine Harnischwelse. Große Raubfische sind zu vermeiden. Schnecken werden toleriert, sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln während der Laichzeit Haken und Lappets an den vorderen Afterflossenstrahlen – ein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Weibchen können zur Laichzeit eine vollere Körperform aufweisen. Außerhalb der Laichzeit ist die Geschlechtsbestimmung schwieriger.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20–28 °C, pH 5,0–7,5, GH 1–12 °dGH. Beckengröße mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 243 Liter). I. spilurus ist ein aktiver Schwimmer, der ausreichend horizontale Strecke benötigt.
Naturnahe Einrichtung mit feinem Sand, Treibholz, Wurzeln und dichter Randbepflanzung bei offener zentraler Schwimmzone. Schwimmpflanzen schaffen diffuse Lichtverhältnisse. Gut regulierbare Filterung mit leichter bis mäßiger Strömung. Regelmäßige Wasserwechsel, da die Art empfindlich auf verschlechterte Parameter reagiert.
Der Eidechsensalmler ist eine pflegeleichte, interessante Art für Aquarianer, die ein geräumiges Gesellschaftsaquarium mit stabiler Wasserqualität bieten können. Die besonderen Laichmerkmale der Männchen und das harmonische Schwarmverhalten machen die Art attraktiv.
Zucht und Fortpflanzung
I. spilurus ist ein Eierstreuer (Freilaicher). Die Zucht gilt als schwierig und ist nur sporadisch dokumentiert. Ein bekannter Bericht datiert auf 1985 (Böhm). Die Inkubationszeit wird mit mehr als 10 Tagen angegeben, was für Salmler verhältnismäßig lang ist. Genaue Zuchttemperaturen und pH-Anforderungen sind nicht ausreichend belegt.
Ernährung/Futterbedarf
Iguanodectes spilurus ist Allesfresser mit leicht fleischbetonter Tendenz. Im Aquarium eignen sich Lebendfutter (Artemia, Cyclops, Daphnien, Mückenlarven), gefrorenes Futter, hochwertige Flocken und Granulate für Characiden sowie pflanzliche Ergänzungen (Spirulina). Mehrere kleine Fütterungen pro Tag.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Iguanodectes spilurus ist in Südamerika weit verbreitet und kommt im Amazonas-, Orinoco-, Essequibo- und Tocantins-System vor (Brasilien, Peru, Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Guyana). Die Art bevorzugt kleinere Nebenarme, Uferzonen und saisonal überflutete Waldgebiete mit freiem Schwimmraum und vegetationsreichen Randzonen.