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Zierfische, Familie Cichlidae

Rotwangen-Krobia

Krobia xinguensis

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Krobia xinguensis, die Rotwangen-Krobia, ist ein kompakt gebauter Buntbarsch aus dem Rio-Xingú-Einzugsgebiet in Brasilien, der im Aquarium eine Gesamtlänge von bis zu 12 cm erreicht. Die Art zeichnet sich durch eine markante Rotfärbung im Gesichts- und Wangenbereich aus, die dem deutschen Trivialnamen entspricht.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Gruppenhaltung
  • Territorial
Rotwangen-Krobia (Krobia xinguensis)
Paar – Foto: Aquarium Glaser – Frank Schäfer
  • bis 12 cmEndgröße

  • 8-10 JahreLebenserwartung

  • 24-30 °CTemperatur

  • 5,2-7pH-Wert

  • 1-12 °dGHGesamthärte

  • ab 160 lAquariengröße

Beschreibung

Die Flanken weisen feine, bei geschlechtsreifen Tieren und während der Balz besonders kontrastierende Zeichnungsmuster auf. Die Körperform ist typisch für einen bodenorientierten Schwimmer: leicht abgeflacht am Bauch, mit kräftigen Brust- und Schwanzflossen. Aquarianer sollten diese Art nicht mit der verwandten Krobia itanyi verwechseln, die aus dem Guyana-Schild und dem unteren Amazonas stammt. Krobia xinguensis war vor der wissenschaftlichen Erstbeschreibung 2012 im Handel unter dem Namen Krobia sp. „Red Cheek“ bekannt. Im Aquarium zeigen Krobia xinguensis eine ruhige bis mäßig aktive Verhaltensweise. Sie durchstreifen bevorzugt die untere und mittlere Wasserschicht, suchen im Sand nach Futter und inspizieren flache Steine, Höhlen und Wurzeln. Die Tiere sind außerhalb der Fortpflanzungszeit friedlich gegenüber gleichgroßen Fischen, zeigen jedoch während der Brutpflege deutliche Territorialität. Die Art hat ein relativ großes Maul und kann kleinere, schlanke Salmler wie Kardinaltetras erbeuten. Beifische sollten daher deutlich größer als ca. 4–5 cm sein. Besonders hervorzuheben ist die offene Substratlaichweise mit intensiver biparentaler Brutpflege. Beide Elterntiere fächern und bewachen das Gelege gemeinsam und verteidigen die Jungfische aktiv gegen Eindringlinge. Wildpopulationen sind durch den Belo-Monte-Staudamm stark beeinträchtigt; im Handel sind überwiegend Nachzuchten verfügbar.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24–30 °C, pH 5,2–7,0, GH 1–12 °dGH. Die Art ist für einen Südamerikaner vergleichsweise anpassungsfähig; dokumentierte Nachzuchten gelangen auch in mittelhartem Leitungswasser. Für optimale Farbentwicklung und Zuchtbereitschaft ist dennoch weiches, leicht saures Wasser zu bevorzugen. Für ein Paar ist ein Aquarium mit mindestens 100 cm Kantenlänge (ca. 160 Liter) geeignet; für eine Gruppe von 6+ Tieren empfiehlt sich ein deutlich größeres Becken (200 Liter und mehr). Die Einrichtung sollte längliche Becken mit großflächigem Sandboden bieten, der das typische Graben- und Scharrverhalten ermöglicht. Flache Steine, größere Wurzelstücke und vereinzelte Höhlenbereiche bieten Reviergrenzen und Laichplätze. Robuste Bepflanzung an den Rändern ist möglich; ein offener Schwimmbereich in der Beckenmitte ist wichtig. Moderate Strömung ist vorteilhaft, da Krobia xinguensis aus mäßig fließenden Klarwasserbereichen stammt. Effiziente Filterung und regelmäßige Teilwasserwechsel sind wegen der Empfindlichkeit gegenüber schlechter Wasserqualität wichtig. Zu starke Strömung sollte vermieden werden. Das Sprungrisiko ist gering; dennoch sind geschlossene Abdeckungen sinnvoll.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Krobia xinguensis wird am besten in einer Gruppe von sechs oder mehr Tieren gehalten, da die Tiere in freier Natur in Verbänden leben und im Aquarium ihre eigenen Paare bilden. Paarhaltung ist ebenfalls möglich, wenn bereits ein eingespieltes Paar vorhanden ist. Innerhalb einer Gruppe herrscht außerhalb der Brutzeit ein weitgehend friedliches Miteinander; während der Fortpflanzung verteidigen Paare ihr Revier energisch gegen Artgenossen und andere Bodenbewohner. Das Temperament ist im Vergleich zu anderen mittelgroßen Buntbarschen vergleichsweise ruhig. Trotzdem kann die Art opportunistisch Kleinfische erbeuten: Berichte aus der Praxis belegen, dass adulte Tiere Kardinaltetras fressen können. Kleinere, schlanke Fische sind daher als Beifische ungeeignet. Geeignete Beifische sind ruhige, südamerikanische Arten ähnlicher Körpergröße: tiefkörpige Salmler, mittelgroße Salmler, Harnischwelse (z. B. Ancistrus) sowie andere friedliche Buntbarsche von mindestens 7–8 cm Körperlänge. Schlanke Kleinsalmler wie Neon- oder Kardinaltetras sind ungeeignet. Bei der Beckenplanung ausreichend Trennstrukturen (Steine, Wurzeln) einplanen, um Reviere während der Brutzeit zu entschärfen. Ausgewachsene Garnelen werden in der Regel toleriert, sehr junge Garnelen und Jungtiere sind jedoch gefährdet. Schnecken sind weitgehend sicher.

Ernährung

Krobia xinguensis ist ein Allesfresser mit breitem Nahrungsspektrum. In freier Natur suchen die Tiere im Substrat nach organischem Material, kleinen Wirbellosen und Aufwuchs. Im Aquarium empfiehlt sich ein abwechslungsreiches Fütterungsprogramm: hochwertiges Granulat als Basis, ergänzt durch gefrorene oder lebende Proteinquellen (Artemia, Mysis, kleine Weißwürmer) zur Konditionierung. Pflanzliche Komponenten wie Spirulina-Flocken oder fein geschnittenes Gemüse runden die Ernährung ab. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind empfehlenswert.

Zucht

Krobia xinguensis ist ein offener Substratlaicher mit biparentaler Brutpflege und gilt im Aquarium als vergleichsweise einfach zu züchten. Für optimale Ergebnisse ist weiches, leicht saures Wasser (pH 6,0–6,8, GH 2–6 °dGH, Temperatur 26–28 °C) empfehlenswert. Große Wasserwechsel mit geringfügig kühlerem Wasser können als Laichauslöser wirken. Das Paar wählt eine flache, horizontale Fläche als Laichplatz (bevorzugt flache Steine) und reinigt diese intensiv. Nach der Eiablage werden 200–500 Eier von beiden Elternteilen bewacht und gefächelt. Die Larven schlüpfen je nach Temperatur in ca. 2–3 Tagen und werden von den Eltern in vorbereitete Sandgruben umgesetzt. Etwa 5–7 Tage später schwimmen die Jungfische frei. Startfutter: Artemia-Nauplien und fein zerstoßenes Trockenfutter. Beide Elternteile verteidigen die Jungfische aktiv; in einem Gemeinschaftsbecken kann die Brutpflege-Aggressivität erheblich werden.

Zuchtwasser: 26 bis 28 °C, pH 6 bis 6,8, bis 6 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Krobia xinguensis ist endemisch im Xingu-Flusssystem in Brasilien und kommt insbesondere im Einzugsgebiet des Suiá-Missu sowie in weiteren Abschnitten des Rio Xingu vor. Die Art bewohnt überwiegend langsamer bis mäßig fließende Klarwasserbereiche wie kleinere Bäche, Nebenarme, ruhige Flussabschnitte und stehende Gewässerbereiche. Typisch sind warmes, sauerstoffreiches Wasser, weiche und leicht saure Bedingungen sowie Sand- oder feinsandige Substrate mit einzelnen flachen Steinen und Wurzelstrukturen.

Geschlechtsunterschiede

Männchen werden mit bis zu ca. 12 cm Gesamtlänge deutlich größer als Weibchen (ca. 10 cm). Männchen zeigen zudem intensivere Rotfärbung im Gesichtsbereich und kräftigere Flossenentwicklung; während der Balz sind die dorsalen und analen Flossen des Männchens stärker ausgeprägt. Weibchen sind kleiner und zeigen oft kontrastreichere Flankenstreifen, besonders während der Brutzeit. Bei Jungtieren ist die Geschlechtsbestimmung schwierig und gelingt sicher erst mit zunehmender Größe.

Gut zu wissen

  • Offener Substratlaicher mit intensiver biparentaler Brutpflege
  • Mittelgroßes Maul: kann schlanke Kleinfische (z. B. Kardinaltetras) erbeuten – Beifische müssen deutlich größer als 4–5 cm sein
  • Boden- und mittlere Wasserschicht als bevorzugte Aktivitätszone
  • Geringes Sprungrisiko, dennoch Abdeckung empfohlen
  • Im Handel noch selten; überwiegend Nachzuchten verfügbar, da Wildpopulationen durch den Belo-Monte-Staudamm stark beeinträchtigt wurden
  • Verwechslungsgefahr mit Krobia itanyi (anderes Verbreitungsgebiet)
  • Junggarnelen gefährdet; adulte Garnelen und Schnecken toleriert

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Rotwangen-Krobia?

Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 24–30 °C, pH 5,2–7,0 und GH 1–12 dGH. Weiches, leicht saures Wasser fördert die Farbentwicklung und Zuchtbereitschaft.

Kann man den Rotwangen-Krobia vergesellschaften?

Geeignete Beifische sind ruhige südamerikanische Arten ähnlicher Körpergröße ab 7–8 cm. Schlanke Kleinsalmler wie Neon- oder Kardinaltetras sind ungeeignet, da die Art diese erbeuten kann.

Ist die Zucht von der Rotwangen-Krobia möglich?

Die Zucht gilt als vergleichsweise einfach. Die Art ist ein offener Substratlaicher, der 200–500 Eier auf flachen Steinen ablegt. Beide Eltern beteiligen sich an der Brutpflege.

Wie groß muss das Aquarium für den Rotwangen-Krobia sein?

Für ein Paar wird ein Becken mit mindestens 100 cm Kantenlänge und ca. 160 Litern empfohlen. Für eine Gruppe von sechs oder mehr Tieren sollten es mindestens 200 Liter sein.

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