
Glaswelse
Rauch-Glaswels
Kryptopterus macrocephalus
- Endgröße: 10 cm SL
- Aquarium: ab 240 l
- Temperatur: 20-26 °C
- pH-Wert: pH 4-7
- Wasserhärte: weich
- Schwierigkeit: Schwierig
In der Gruppe halten, friedlich
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Zierfische, Familie Siluridae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Kryptopterus minor, der Kleine Glaswels, ist eine schlanke, seitlich stark abgeflachte Welsart aus der Familie Siluridae, die im Aquarium eine maximale Körperlänge von etwa 7 cm SL erreicht. Der Körper ist weitgehend durchscheinend, sodass die inneren Organe – zusammengefasst in einem silbrig schimmernden Beutel hinter dem Kopf – deutlich sichtbar sind.

7 cm SLEndgröße
8 JahreLebenserwartung
21-26 °CTemperatur
5,5-7pH-Wert
5-10 °dGHGesamthärte
ab 240 lAquariengröße
Die Art besitzt keine Rückenflosse; der lange Körper endet in einer weit ausgezogenen Afterflosse, die für den charakteristischen Rüttelvortrieb verantwortlich ist. Kryptopterus minor ist klar von der verwandten Art Kryptopterus vitreolus zu unterscheiden, die 2013 von Ng und Kottelat beschrieben wurde und als häufigerer Glaswels des Aquarienhandels gilt. K. vitreolus stammt aus Peninsular-Thailand, während Kryptopterus minor auf West-Borneo beschränkt ist und im Handel nur sehr selten vorkommt. Tiere, die heute als „Glaswels“ angeboten werden, sind fast ausschließlich Kryptopterus vitreolus. Das Verhalten im Aquarium ist tagaktiv und gesellig. Glaswelse schweben bevorzugt im Mittelwasser, halten sich dabei strömungszugewandt und bilden enge, gleichmäßig ausgerichtete Schwärme. Diese Mittelwasserhaltung ist ein zentrales Artmerkmal – Kryptopterus minor ist kein Bodenfisch. Die Tiere zeigen einen charakteristischen Pendelrhythmus, bei dem der gesamte Schwarm synchron in der Strömung schwingt.
Wasserwerte: Temperatur 21–26 °C, pH 5,5–7,0, GH 5–10 °dGH. Das natürliche Habitat in West-Borneo liefert weiches, leicht saures Wasser. Im Aquarium akzeptiert die Art einen etwas breiteren Bereich, solange die Wasserwerte stabil bleiben. Nitratwerte sollten 50 mg/L nicht überschreiten. Für die empfohlene Mindestgruppe von 10 Tieren ist ein Aquarium mit mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 160 Liter) das absolute Minimum; 200–250 Liter sind deutlich empfehlenswerter. Die Beckenlänge ist wichtiger als das Volumen, da Kryptopterus minor im Mittelwasser breite Freischwimmbereiche benötigt. Dichte Hintergrundbepflanzung (z. B. Vallisneria, Cryptocoryne, Hygrophila) bietet Rückzugszonen. Der Mittelwasserbereich sollte frei von Hindernissen bleiben. Schwimmpflanzen zur Lichtdämpfung und feinkörniges Substrat mit optionaler Laubstreu sind empfehlenswert. Anders als oft dargestellt bevorzugt Kryptopterus minor spürbare Strömung und sehr sauerstoffreiches Wasser. Eine leistungsstarke Filterung (10–20-facher Beckenumschlag pro Stunde) ist empfehlenswert. Kein stagnierendes Wasser. Wöchentliche Wasserwechsel von 25–30 % sind essenziell. Die Art ist empfindlich gegenüber Kupferspuren – keine kupferhaltigen Medikamente verwenden. Kryptopterus minor ist eine seltene Art für den erfahrenen Aquarianer, der ein authentisches südostasiatisches Biotopbecken einrichten möchte. Die Haltungsanforderungen sind anspruchsvoller als oft dargestellt: obligate Großgruppe, starke Strömung und Lebend- oder Frostfutter als Hauptnahrung sind Grundvoraussetzungen.
Kryptopterus minor ist ein obligater Schwarmfisch – Einzelhaltung führt zuverlässig zu chronischem Stress, Futterverweigerung und vorzeitigem Tod. Die Mindestgruppengröße beträgt 10 Tiere; kleinere Gruppen zeigen deutlich reduziertes Wohlbefinden. Das Temperament ist friedlich und zurückhaltend; gegenüber Artgenossen besteht keinerlei Aggression. Gegenüber deutlich kleineren Tieren – etwa frisch geschlüpfte Nachwuchs-Fische oder Garnelen-Juvenile – besteht ein gewisses Fressrisiko, da Kryptopterus minor ein fleischbetonter Jäger kleiner Invertebraten ist. Adulte Zwerggarnelen werden in der Regel geduldet, sind aber nicht zuverlässig sicher. Schnecken werden toleriert. Für ein garnelensicheres Becken ist Kryptopterus minor nicht geeignet. Geeignete Beifische sind ruhige, friedliche südostasiatische Arten ähnlicher Größe: kleine Rasboras, Danios, kleine Schmerlen (z. B. Nemacheilus-Arten, Sewellia) sowie kleine Welse asiatischer Herkunft wie Akysis- oder Hara-Arten. Lebhaft schwimmende, schnelle oder aggressiv fressende Arten verdrängen Kryptopterus minor beim Futter. Afrikanische Cichliden jeglicher Art sind strikt zu vermeiden.
Kryptopterus minor ist ein fleischbetonter Kleintierräuber mit Schwerpunkt auf kleinen Invertebraten. Lebend- und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien, Mückenlarven und Grindal-Würmer bilden die bevorzugte und wichtigste Futterquelle. Trockenfutter wird oft zögerlich oder gar nicht angenommen; sehr kleine Flocken oder Mikropellets können bei gut akklimatisierten Tieren ergänzend eingesetzt werden. K. minor frisst nicht am Boden, sondern fängt Beute im Mittelwasser – Bodentabletten-Futter ist daher ungeeignet. Mehrere kleine Fütterungen täglich sind einer großen vorzuziehen.
Aquarienzucht von Kryptopterus minor ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht dokumentiert. Die Art laicht in der Natur vermutlich während der Regenzeit in Freiwasser, ohne elterliche Fürsorge. Saisonale Reize (Wasserstandsveränderungen, Temperaturabsenkung, erhöhter Wasserdurchfluss) dürften für die Laichauslösung entscheidend sein, sind aber im Aquarium bisher nicht reproduzierbar dokumentiert worden.
Kryptopterus minor stammt aus dem Einzugsgebiet des Sungai Pinoh in West-Borneo, Indonesien. Der IUCN-Status ist Near Threatened (NT). Im Naturraum bevorzugt die Art gut durchströmte, sauerstoffreiche Gewässer mit spürbarer Fließgeschwindigkeit – der Boden ist oft mit Kieselsteinen, Totholz und Laubstreu bedeckt. Dichte Ufervegetation und überhängende Strukturen bieten Deckung. Das Wasser ist typischerweise weich, leicht sauer und klar bis leicht bräunlich.
Keine zuverlässig beschriebenen äußerlichen Unterscheidungsmerkmale zwischen Männchen und Weibchen. Laichbereite Weibchen können eine etwas fülligere Bauchpartie aufweisen, dies ist jedoch nicht diagnostisch sicher. Eine Geschlechtsbestimmung außerhalb der Laichperiode gilt als praktisch nicht möglich.
Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 21–26 °C, pH 5,5–7,0 und GH 5–10 dGH. Stabile Werte und geringe Nitratwerte sind wichtig.
Geeignete Beifische sind ruhige südostasiatische Arten ähnlicher Größe wie kleine Rasboras, Danios und Schmerlen. Afrikanische Cichliden und schnelle Fresser sind ungeeignet.
Die Zucht im Aquarium ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht dokumentiert. Die Art laicht in der Natur vermutlich während der Regenzeit im Freiwasser ohne Brutpflege.
Für die Mindestgruppe von 10 Tieren wird ein Becken mit mindestens 120 cm Kantenlänge und 160 Litern empfohlen. 200–250 Liter sind deutlich empfehlenswerter.
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