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Zierfische, Familie Cyprinidae

Labeo pierrei

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Labeo pierrei ist eine sehr große, kräftig gebaute Cyprinidenart aus Südostasien (Mekong, Dong Nai, Chao Phraya), die eine dokumentierte Maximalgröße von bis zu 80 cm Standardlänge (SL) erreicht. Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: Schon ein einzelnes ausgewachsenes Tier braucht eine Spezialanlage von mindestens 3.000 Litern und 3 bis 4 m Länge.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Gruppenhaltung
  • Territorial
  • bis 80 cmEndgröße

  • 5-8 JahreLebenserwartung

  • 20-26 °CTemperatur

  • 6-8pH-Wert

  • 3-15 °dGHGesamthärte

  • ab 3000 lAquariengröße

Beschreibung

Diese Größenordnung unterscheidet die Art fundamental von den meisten in der Aquaristik bekannten Labeo-Arten. Jungtiere zeigen einen bräunlichen Körper mit einem schwarzen Fleck an der Schwanzflosse; die Rückenflosse ist bei Jungfischen kleiner als bei adulten Tieren. Im Aquarium präsentiert sich Labeo pierrei als aktiver Schwimmer, der sowohl die mittleren Wasserschichten als auch den Bereich über dem Bodengrund nutzt. Die Art ist benthopelagisch und zeigt ausgeprägte saisonale Wanderungen, die sich im Aquarium in einem starken Bewegungsdrang äußern. Die IUCN stuft die Art als gefährdet (Vulnerable, VU) ein.

Haltung und Pflege

Labeo pierrei ist kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium. Mit bis zu 80 cm Standardlänge (ohne Schwanzflosse) braucht er eine Spezialanlage von mindestens 3.000 Litern und 3 bis 4 m Länge, wie sie öffentliche Aquarien bieten. Wasserwerte: Temperatur 20–26 °C, pH 6,0–8,0, GH 3–15 °dGH. Für die Dauerhaltung sollten Werte um 22–26 °C bevorzugt werden. Mit einer Maximalgröße von bis zu 80 cm SL und dem ausgeprägten Bewegungsdrang benötigt die Art Becken von mehreren Tausend Litern mit einer Mindestlänge von 3–4 m. Offene Schwimmzonen mit weniger dichten Pflanzbereichen kombinieren. Als Bodengrund bietet sich eine Mischung aus Sand und feinem Kies an. Große, stabile Wurzeln oder Felsformationen schaffen strukturierte Bereiche. Leistungsfähige Filterung mit guter Umwälzung und biologischer Kapazität ist unerlässlich. Moderate bis kräftige Strömung und gute Sauerstoffversorgung sind wichtig.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Labeo pierrei wird als Gruppentier beschrieben, konkrete Angaben zur idealen Gruppengröße sind jedoch nicht dokumentiert. Die Haltung in sozialer Gesellschaft erscheint sinnvoll; aufgrund der Körpergröße führen schon wenige Exemplare zu erheblicher Biomasse, weshalb die Haltungsanlage entsprechend großzügig ausgelegt sein muss. Labeo pierrei gilt als aktiv und kann sich gegenüber deutlich kleineren Mitbewohnern durchsetzen. Es gibt Hinweise auf saisonale Verhaltensänderungen, insbesondere Wanderungen mit erhöhten Aktivitätsphasen. Bei der Vergesellschaftung kommen nur Arten aus Südostasien (Mekong-System) in Betracht. Geeignet sind andere große, robuste Cypriniden sowie größere, friedliche Welse. Kleine, zierliche Arten sind aufgrund des erheblichen Größenunterschieds nicht empfehlenswert. Garnelen sind ungeeignet. Schnecken nur in großer, robuster Ausführung.

Ernährung

Die Gattung Labeo tendiert stark zu pflanzlicher und algenbasierter Kost (Aufwuchs, Detritus) mit tierischen Anteilen. Im Aquarium sollten neben hochwertigen Trockenfutterpellets vor allem pflanzliche Komponenten angeboten werden: Spirulina-Flocken, blanchierte Zucchini oder Salat, Algen- und Gemüsetabletten. Tierische Zusatzfuttermittel wie gefrorene Mückenlarven oder Artemia können ergänzend gegeben werden, sollten aber nicht den Hauptteil der Ernährung ausmachen.

Zucht

Labeo pierrei wurde im Aquarium bisher nicht nachgezüchtet. Es gibt keine bekannten, reproduzierbaren Zuchtprotokolle. Im Freiland ist die Art eierlegend und streut Eier frei über Substraten. Saisonale Reize wie Regenzeit und Wanderungen spielen eine Rolle beim Laichverhalten. Gezielte Zuchtversuche im Heimaquarium werden nicht empfohlen.

Natürlicher Lebensraum

Labeo pierrei besiedelt überwiegend größere Flussläufe und tiefe Nebenarme in Südostasien (Mekong, Dong Nai, Chao Phraya; Verbreitung in China, Laos, Thailand, Kambodscha, Vietnam). Die Art zeigt saisonale Wanderungen: Aufwärtswanderungen in Sekong-, Sesan- und Srepok-Flüsse mit Beginn der Regenzeit (Mai/Juni) sowie Rückzüge stromabwärts in der Trockenzeit (November–Februar). Labeo pierrei ist benthopelagisch und nutzt sowohl den Bereich in Bodennähe als auch die mittleren Wasserschichten.

Geschlechtsunterschiede

Verlässliche Angaben zum Geschlechtsdimorphismus sind nicht dokumentiert. Männchen und Weibchen sind im Aquarium derzeit nicht sicher zu unterscheiden; mögliche Unterschiede in Form, Größe oder Färbung sind nicht beschrieben.

Gut zu wissen

  • Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: bis 80 cm Standardlänge, nur Spezialanlagen ab 3.000 Litern und 3 bis 4 m Länge
  • Sehr große Körpergröße: bis 80 cm SL (TL noch größer)
  • Benthopelagisches Verhalten – Nutzung von Bodenbereich und freier Wassersäule
  • Saisonale Wanderungen: Mai/Juni stromaufwärts (Regenzeit), November–Februar stromabwärts (Trockenzeit)
  • IUCN: Gefährdet (Vulnerable, VU)
  • Garnelen ungeeignet als Mitbewohner
  • Aktiv, benötigt sehr viel Schwimmraum
  • Sprungrisiko: gering

Häufige Fragen

Kann man den Labeo pierrei im Aquarium halten?

Nicht in einem normalen Wohnzimmeraquarium. Die Art erreicht bis zu 80 cm Standardlänge (ohne Schwanzflosse) und braucht eine Spezialanlage von mindestens 3.000 Litern und 3 bis 4 m Länge, wie sie öffentliche Aquarien bieten.

Welche Wasserwerte braucht der Labeo pierrei?

Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 20–26 °C (bevorzugt 22–26 °C), pH 6,0–8,0 und GH 3–15 dGH.

Kann man den Labeo pierrei vergesellschaften?

Bei der Vergesellschaftung kommen nur Arten aus Südostasien (Mekong-System) in Betracht. Geeignet sind andere große, robuste Cypriniden sowie größere, friedliche Welse. Garnelen sind ungeeignet.

Wie groß muss das Aquarium für den Labeo pierrei sein?

Die Art ist nur für öffentliche Aquarien oder sehr große Spezialanlagen geeignet (mehrere tausend Liter, mindestens 3–4 m Länge).

Was frisst der Labeo pierrei?

Die Art tendiert stark zu pflanzlicher und algenbasierter Kost. Im Aquarium sollten Spirulina-Flocken, blanchiertes Gemüse und Algen-Tabletten den Hauptteil ausmachen; tierische Futtermittel nur ergänzend.

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