Leporinus brunneus
Beschreibung
Leporinus brunneus wird bis zu 25,6 cm SL (ca. 30 cm TL möglich) groß und ist ein großwüchsiger Salmler aus der Familie Anostomidae mit gestrecktem, seitlich leicht abgeflachtem Körperbau. Der Körper wirkt stromlinienförmig und muskulös. Typisch für die Gattung ist der relativ lange Kopf mit kräftigem Maul und hasenähnlicher Schnauzenform.
Das markanteste Merkmal dieser Art ist ein leuchtend orangeroter bis kirschroter Fleck unter dem Auge auf dem Operculum sowie eine rötliche Tönung der Flossen und des Kehlbereichs. Die Intensität variiert je nach Herkunftspopulation. Die meisten Tiere im Handel stammen aus dem Rio Ventuari (Venezuela).
Im Aquarium zeigt Leporinus brunneus ausgeprägte Aktivität als Mittel- bis Oberwasserschwimmer. Die Tiere bewegen sich gerne in loser Schwarmformation. Eine besondere Eigenschaft aller Anostomidae ist ihre Fähigkeit zum kräftigen Abspringen aus dem Wasser; ein dicht schließender Deckel ist unerlässlich.
Besonderheiten
- Springfreudig: dicht schließender Aquariendeckel ist unbedingt nötig
- Pflanzenknabberer: robuste oder künstliche Pflanzen bevorzugen
- Aktiver Mittelschicht-Schwimmer, benötigt viel offene Schwimmfläche
- Innerartliche Rangkämpfe möglich, Gruppenhaltung (mind. 5-6 Tiere) empfohlen
- Orangeroter Fleck unter dem Auge als Artmerkmal
- Weichwasser-Art: pH 4,0-6,5 (saures Wasser bevorzugt)
Vergesellschaftungshinweise
Leporinus brunneus lebt in loser Schwarmformation und wird am besten in Gruppen von mindestens 5-6 Tieren gehalten. In zu kleinen Gruppen treten häufiger Rangkämpfe und Dominanzverhalten auf. Das Temperament ist überwiegend friedlich gegenüber größeren Mitbewohnern; gegenüber Artgenossen kann Dominanzverhalten auftreten.
Schnecken: weitgehend verträglich. Garnelen: kleine und Junggarnelen gefährdet, adulte Großgarnelen werden meist toleriert.
Empfohlen werden größere südamerikanische Salmler, Panzerwelse und robuste mittelgroße Buntbarsche aus dem Orinoco- oder Amazonas-System. Ostafrikanische Hartwasser-Buntbarsche sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen wirken tendenziell etwas kräftiger und rundlicher im Körperbau, besonders im Bereich des Abdomens. Klare sekundäre Geschlechtsmerkmale sind nicht eindeutig dokumentiert.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20-28 °C, pH 4,0-6,5, GH 1-10 °dGH. Die Art ist an saure Bedingungen angepasst.
Mindestgröße: 210 cm Kantenlänge und ca. 750 Liter. Ein kürzeres Becken ist nicht gleichwertig, die Länge ist entscheidend.
Einrichtung: Offene Schwimmzonen mit breiten freien Bereichen. Moderate bis kräftige Wasserströmung. Größere Wurzelstrukturen und Felsformationen als Rückzugsräume. Sand oder feiner Kies als Substrat. Nur robuste Hartblättler (Anubias, Java-Farn) oder künstliche Pflanzen verwenden.
Dicht schließender Deckel ist unbedingt nötig. Biologisch vollständig eingereiftes Aquarium ist Voraussetzung.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher. Zuchtschwierigkeit: schwer.
Die Zucht von Leporinus brunneus gilt als äußerst schwierig. Für die Gattung ist dokumentiert, dass Pärchen Eier in dicht bepflanzten oder bewachsenen Bereichen ablegen; elterliche Brutpflege findet nicht statt. Konkrete Zuchterfolge im Hobby sind bislang kaum bekannt.
Ernährung/Futterbedarf
Leporinus brunneus ist überwiegend omnivor mit ausgeprägter Tendenz zur pflanzlichen und detritivoren Ernährung. Futter mit sehr hohem Proteingehalt sollte vermieden werden.
Geeignetes Futter: Hochwertige Granulate oder Pellets mit pflanzlichem Anteil, gedämpfte Zucchini, Gurkenscheiben, Salatblätter, Spirulina-Tabletten und Algentabletten. Artemia, Mysis oder Cyclops können gelegentlich als Ergänzung gegeben werden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Leporinus brunneus ist in Südamerika beheimatet und kommt in großen Flusssystemen wie dem Madeira, Negro und Orinoco sowie im Casiquiare-Kanal vor. Die Art besiedelt unterschiedliche Fließgewässertypen einschließlich Flüssen, Bächen und saisonal überschwemmter Wälder. Sie bevorzugt Bereiche mit moderater bis stärkerer Strömung und ist an saure Bedingungen angepasst.
Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.