Aus Freude an der Aquaristik Wissen, Inspiration und Community

my-fish

Zierfische, Familie Percichthyidae

Murray Cod Maccullochella peelii

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Murray Cod (Maccullochella peelii) ist der größte Raubfisch im Murray-Darling-Becken in Australien und erreicht im Rekord rund 180 cm Länge und über 110 kg Gewicht. Für Heimaquarien ist er nicht geeignet: Jungtiere werden im Aquarienhandel angeboten, wachsen aber zu Fischen heran, die ausgewachsen regelmäßig 80 bis 100 cm lang werden und nur in Schauaquarien, großen Teichanlagen oder Aquakulturbetrieben Platz finden.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Einzelgänger
  • Territorial
  • bis 180 cmEndgröße

  • 20-48 JahreLebenserwartung

  • 18-25 °CTemperatur

  • 6,5-8pH-Wert

  • 3-11 °dGHGesamthärte

  • ab 8000 lAquariengröße

Beschreibung

Der Körper ist massig und muskulös, mit großem Maul. Die Grundfarbe ist gelbgrün bis olivgrün mit dunkler Marmorierung, die bei großen Tieren oft netzartig wird, der Bauch ist weißlich bis cremefarben. Der Murray Cod ist ein Lauerjäger (Jäger aus dem Hinterhalt): Tagsüber steht er in Deckung, nachts jagt er auch im Flachwasser. Er kann Jahrzehnte alt werden, das höchste bekannte Alter liegt bei 48 Jahren.

Haltung und Pflege

Für die Heimaquaristik ist der Murray Cod ungeeignet. Wer einen Jungfisch kauft, holt sich einen Raubfisch ins Haus, der regelmäßig 80 bis 100 cm lang wird und Jahrzehnte alt werden kann. Ausgewachsene Tiere lassen sich nur in Schauaquarien oder großen Teichanlagen mit mindestens 550 cm Kantenlänge und 8.000 Litern angemessen unterbringen. Wasserwerte in Menschenobhut: 18-25 °C, pH 6,5-8,0, GH 3-11 °dGH. Die Anlage braucht große freie Schwimmflächen, tiefe Rückzugszonen mit massivem Holz oder großen Höhlen, eine sehr leistungsfähige Filterung und regelmäßige Wasserwechsel, weil der Nahrungsumsatz erheblich ist. Geringe bis mäßige Strömung und Sand oder feiner Kies als Bodengrund sind geeignet.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Der Murray Cod ist territorial. Als Spitzenprädator (oberstes Glied der Nahrungskette im Fluss) frisst er alle Fische, die ins Maul passen, auch kleinere Artgenossen. Gegenüber Artgenossen zeigt er ausgeprägtes Revierverhalten. Garnelen, Krebse und Muscheln gehören zu seiner Beute. Eine Vergesellschaftung ist nur mit sehr großen, robusten Fischen in großen Anlagen mit klaren Revierabgrenzungen denkbar, Einzelhaltung ist die sicherste Lösung.

Ernährung

Maccullochella peelii ist ein Fleischfresser und der größte Raubfisch im Murray-Darling-Becken. In der Natur frisst er fast alles, was kleiner ist als er selbst. Den größten Teil der Nahrung machen meist Krebstiere aus, vor allem Flusskrebse (Yabbies) und Süßwassergarnelen. In Tieflandflüssen und Stauseen fressen erwachsene Tiere viel Fisch, wenn er reichlich vorhanden ist, darunter Golden Perch (Macquaria ambigua, ein australischer Barsch) und eingeschleppte Arten wie der Karpfen. Gelegentlich erbeutet der Murray Cod auch Frösche, Mäuse, Schlangen, Wasserschildkröten und sogar Wasservögel. Jungfische fressen zunächst Zooplankton (im Wasser schwebende Kleinstlebewesen). Tagsüber lauert die Art in Deckung, nachts jagt sie auch im Flachwasser und an der Oberfläche.

In Menschenobhut eignen sich hochwertige Pellets für Raubfische, tiefgefrorene Fisch- und Krebsstücke sowie kontrollierte Lebendfütterung. Die Portionen an die Maulgröße anpassen und feste Fütterungsintervalle einhalten, um das Wasser nicht zu belasten.

Zucht

Der Murray Cod ist ein Substratlaicher mit Brutpflege durch das Männchen. In der Natur laicht er im Frühling bis Frühsommer, beobachtet schon ab etwa 15 °C Wassertemperatur. Viele Tiere wandern dafür, besenderte Fische legten bis zu 120 km flussauf zurück. Gelaicht wird auf einer harten Fläche, meist an versunkenem Holz oder Stein in 2 bis 3 m Tiefe. Das Weibchen legt die klebrigen Eier ab und verlässt dann den Laichplatz. Das Männchen bewacht und befächelt das Gelege je nach Wassertemperatur etwa 6 bis 10 Tage bis zum Schlupf und danach noch etwa eine Woche die Larven. Geschlechtsreif werden die Tiere mit vier bis sechs Jahren, die wichtigsten Laichtiere sind große Weibchen von 15 bis 35 kg. In Australien wird die Art in Aquakulturbetrieben nachgezogen; im Aquarium ist eine Nachzucht wegen der Größe der Elterntiere praktisch ausgeschlossen.

Natürlicher Lebensraum

Maccullochella peelii ist endemisch (nur dort heimisch) in Australien und an das Murray-Darling-Becken gebunden. Das natürliche Habitat umfasst klare Bäche, langsam fließende Flussabschnitte, Billabongs (Altwasserseen) und Seen. Die Art bevorzugt tiefere Pools mit reichlich Deckung durch Uferbewuchs, Wurzelwerk und Unterwasserholz. Die Wildbestände sind in weiten Teilen des Verbreitungsgebiets stark zurückgegangen, in manchen Gegenden ist die Art selten geworden. In Australien ist sie national als gefährdet gelistet, im Bundesstaat Victoria als stark gefährdet; weltweit stuft die IUCN sie als nicht gefährdet ein.

Geschlechtsunterschiede

Äußere Geschlechtsmerkmale sind in der Fachliteratur nicht beschrieben. Bekannt ist, dass große Weibchen von 15 bis 35 kg die wichtigsten Laichtiere sind.

Gut zu wissen

  • Nicht für Heimaquarien geeignet: Jungtiere aus dem Handel werden ausgewachsen regelmäßig 80 bis 100 cm lang
  • Größter Raubfisch im Murray-Darling-Becken, Rekord rund 180 cm und über 110 kg
  • Nachts aktiver Jäger, tagsüber in Deckung
  • Kann Jahrzehnte alt werden, bekanntes Höchstalter 48 Jahre
  • Das Männchen bewacht Gelege und Larven
  • In Australien national als gefährdet gelistet

Galerie

Häufige Fragen

Kann man den Murray Cod im Aquarium halten?

Im Heimaquarium nicht. Jungtiere werden zwar im Handel angeboten, wachsen aber zu Raubfischen heran, die ausgewachsen regelmäßig 80 bis 100 cm lang werden, im Rekord rund 180 cm und über 110 kg. Ausgewachsene Tiere brauchen Schauaquarien oder große Teichanlagen ab etwa 8.000 Litern.

Welche Wasserwerte braucht der Murray Cod?

In Menschenobhut 18-25 °C, pH 6,5-8,0 und GH 3-11 °dGH. Stabile Werte sind wichtiger als ein exakter Punkt in diesen Bereichen.

Kann man den Murray Cod vergesellschaften?

In Schauanlagen ist Einzelhaltung die sicherste Lösung. Als Partner kommen nur sehr große, robuste Fische in Frage, die nicht ins Maul passen, und auch das nur in großen Anlagen mit klaren Revierbereichen.

Wie groß wird der Murray Cod?

Ausgewachsen regelmäßig 80 bis 100 cm, im Rekord rund 180 cm und über 110 kg. Für ausgewachsene Tiere sind Anlagen mit mindestens 8.000 Litern und 550 cm Kantenlänge erforderlich; für die Heimaquaristik ist die Art nicht geeignet.

Was frisst der Murray Cod?

Der Murray Cod ist ein Raubfisch und frisst in der Natur vor allem Krebstiere und Fische, dazu Frösche und gelegentlich sogar Wasservögel, Schlangen oder Mäuse. In Menschenobhut bekommt er Raubfischpellets, gefrorene Fisch- und Krebsstücke und kontrollierte Lebendfütterung.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Quellen (my-fish Content Commons)

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Newsletter

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der Aquaristik

Neue Beiträge, Podcastfolgen, Steckbriefe und Termine in einer E-Mail. Jederzeit abbestellbar.