Mastacembelus armatus favus
Beschreibung
Der Reifenstachelaal (Mastacembelus armatus favus) wird bis zu 90 cm groß und ist ein großwüchsiger, langgestreckter Stachelaal mit seitlich leicht abgeflachtem, schlangenähnlichem Körper ohne Bauchflossen. Die Rücken- und Afterflosse sind langgestreckt und gehen in die Schwanzflosse über; vor der Rückenflosse sitzen zahlreiche kurze Stacheln, die der Familie ihren Namen geben.
Die Grundfärbung ist gelblich-braun bis olivbraun mit einem markanten Muster aus dunklen Zickzacklinien und ringförmigen Flecken auf der oberen Körperhälfte, das an Reifenspuren erinnert. Der Bauch bleibt deutlich heller und ist bei der Variante „favus“ teils ebenfalls gemustert. Die Augen sind klein und sitzen weit vorn am Kopf; das rüsselartig verlängerte Maul dient dem Aufspüren von Beute im Substrat. Die Art ist besonders dämmerungs- und nachtaktiv.
Besonderheiten
- Großwüchsiger Stachelaal bis 90 cm (im Aquarium meist 50-70 cm), Verbreitung von Pakistan bis Indonesien
- Schlangentypischer Körperbau ohne Bauchflossen, markantes Zickzack-Reifenmuster
- Rüsselartig verlängertes Maul zum Aufspüren von Beute im Substrat, nachtaktiver Jäger
- Zucht im Aquarium bislang nicht reproduzierbar gelungen, fakultativ potamodrom mit saisonalen Wanderungen
- Strikter Karnivor, Trockenfutter wird verschmäht, Fütterung abends oder nachts
Vergesellschaftungshinweise
einzelgängerisch bis gesellig in größeren Gruppen, dämmerungs- und nachtaktiv, territorial gegenüber Artgenossen. Haltung: Einzeln oder in Gruppen ab 5 Tieren. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Wirbellose gefährdet (Garnelen und Krebse werden als Beute betrachtet). Die Vergesellschaftung erfordert sorgfältige Planung. Mastacembelus armatus favus ist ein Raubfisch, der sämtliche Mitbewohner frisst, die ins Maul passen. Kleine Fische, Zwergbuntbarsche, Garnelen und andere Wirbellose sind als Beifische völlig ungeeignet. Geeignete Begleitfische müssen deutlich zu groß sein, um als Beute zu gelten, und sollten die oberen und mittleren Wasserschichten bewohnen. In Frage kommen große Gouramis, große Buntbarsche (Geophagus, Heros), Messerfische oder große Prachtschmerlen. Grundbewohnende Arten können durch das territoriale Verhalten des Stachelaals gestresst werden. Gegenüber Artgenossen kann M. armatus territorial und aggressiv reagieren. In der Gruppe funktioniert die Haltung erst ab fünf oder mehr Tieren in einem entsprechend großen Becken mit ausreichend Sichtbarrieren und Verstecken, sodass sich Reviere bilden können. Einzelhaltung ist die sicherere Variante.
Geschlechtsdimorphismus
Die Geschlechter sind äußerlich sehr schwer zu unterscheiden. Geschlechtsreife Weibchen sind in der Regel fülliger und breiter gebaut als gleichaltrige Männchen, die schlanker bleiben. Eine sichere Bestimmung ist ohne Laichbeobachtung kaum möglich.
Haltungstipps / Pflege
Der Reifenstachelaal benötigt ein Aquarium ab 250 cm Kantenlänge (ab 800 Liter) für adulte Tiere. Jüngere Tiere können vorübergehend in kleineren Becken (ab 150 cm) gepflegt werden. Empfohlene Wasserwerte: 22-28 °C, pH 6,5-7,5, GH 5-15 °dGH.
Als Substrat ist ausschließlich feiner, weicher Sand geeignet, da sich die Tiere regelmäßig eingraben und an scharfkantigem Kies Hautverletzungen erleiden können. Zahlreiche Verstecke aus Wurzeln, Steinaufbauten, Tonröhren und PVC-Rohren bieten. Bepflanzung nur mit robusten Arten wie Javafarn möglich.
AUSBRUCHSICHER: Stachelaale finden selbst durch kleinste Spalten einen Weg aus dem Becken. Eine lückenlos schließende Abdeckung ist notwendig. Sämtliche Öffnungen müssen abgedichtet werden.
Eine starke biologische und mechanische Filterung ist unerlässlich. Wöchentliche Wasserwechsel von 25-30 %.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher ohne Brutpflege. Zuchtschwierigkeit: Im Aquarium bislang nicht reproduzierbar gelungen. Einzelne Zufallsnachzuchten wurden berichtet, sind aber extreme Ausnahmen. In der Natur wandern die Tiere zur Regenzeit in Überschwemmungsgebiete, was auf saisonale Stimuli als Laichauslöser hindeutet. Eine Simulation durch starke Wasserwechsel, Absenkung der Temperatur auf 23-24 °C und anschließende Erwärmung auf 28 °C sowie weiches, leicht saures Wasser könnte theoretisch stimulierend wirken. Wissenschaftliche Studien aus der Aquakultur (M. favus) haben Hormonbehandlung (Ovaprime) zur Laichinduktion eingesetzt.
Ernährung/Futterbedarf
Der Reifenstachelaal ist ein ausgeprägter Karnivor und benötigt ausschließlich fleischhaltige Kost. Bevorzugt werden Regenwürmer, Mückenlarven, Tubifex, Krill, Garnelen, Muschelfleisch, Stinte und gelegentlich kleine Fische. Trockenfutter wird in der Regel verschmäht. Die Fütterung sollte abends oder nachts erfolgen, da die Tiere tagsüber oft nicht fressen. Jungtiere benötigen kleinere Futtertiere wie Artemia und fein gehackten Regenwurm.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Mastacembelus armatus bewohnt ein enormes Verbreitungsgebiet von Pakistan über Indien, Nepal, Sri Lanka, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Malaysia bis nach Indonesien und Südchina. Die Art besiedelt sowohl schnell fließende Gebirgsbäche als auch langsam strömende Tieflandflüsse, Seen und saisonale Überschwemmungsgebiete. Typische Habitate weisen sandige oder kiesige Böden mit Versteckmöglichkeiten zwischen Wurzeln, Steinen und dichter Ufervegetation auf. Die Tiere sind fakultativ potamodrom und unternehmen zur Regenzeit saisonale Wanderungen in überflutete Areale. M. armatus ist ein benthischer Jäger, der nachts aktiv wird und im Substrat nach Insektenlarven, Würmern und kleinen Fischen sucht.