Aus Freude an der Aquaristik –
Wissen, Inspiration & Community

Mastacembelus favus

Deutscher Name: Reifenstachelaal

Bild: EFS, Partner des Zoofachhandels
Herkunft:
Kambodscha, Laos, Malaysia, Thailand, Vietnam
Farben:
braun, gelb, grau
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Mastacembelus favus
Gattung: Mastacembelus
Familie: Mastacembelidae

Beschreibung

Der Reifenstachelaal (Mastacembelus favus) ist ein großer Stachelaal aus der Familie Mastacembelidae und erreicht bis zu 70 cm Standardlänge; im Aquarium bleiben die Tiere meist kleiner. Der Körper ist gestreckt, aalähnlich und seitlich leicht abgeflacht. Die Rückenflosse trägt zahlreiche kurze Stacheln, die Schnauze ist zugespitzt mit einem rüsselartigen Fortsatz. Kennzeichnend ist die netzartige dunkle Zeichnung auf hellerem Grund, die sich über den gesamten Körper zieht und den Bauch vollständig umschließt. Sie erinnert an Reifenspuren und gab der Art ihren deutschen wie englischen Namen (Tire Track Eel). Genau dieses Merkmal unterscheidet den Reifenstachelaal vom ähnlichen Marmorstachelaal (Mastacembelus armatus), dessen Zickzackmuster auf die obere Körperhälfte beschränkt bleibt und dessen Bauch ungemustert ist. Im Handel werden beide Arten regelmäßig verwechselt; einen Fisch mit dem Namen „Mastacembelus armatus favus“ gibt es nicht, es handelt sich um zwei eigenständige Arten. Im Aquarium ist die Art dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber sucht sie Verstecke zwischen Wurzeln und Höhlen und gräbt sich gerne teilweise in weiches Substrat ein. Gegenüber kleinen Beifischen und Wirbellosen verhält sie sich als opportunistischer Beutegreifer.
Sozialverhalten: Einzelgänger
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Hohe Sprungneigung: lückenlose Abdeckung des Aquariums ist Pflicht
  • Große Endgröße bis 70 cm SL, benötigt ein sehr großes Becken
  • Nacht- und dämmerungsaktiv, gräbt sich teilweise in Substrat ein
  • Netzartige Zeichnung über den ganzen Körper, die den Bauch vollständig umschließt (Reifenspur-Muster): das sichere Unterscheidungsmerkmal zum Marmorstachelaal
  • Wird im Handel häufig als Mastacembelus armatus verkauft
  • Opportunistischer Räuber: kleine Fische und Wirbellose sind Beute
  • Keine Aquarienzucht bekannt, in Südostasien jedoch Gegenstand von Aquakulturforschung
  • Lebenserwartung bis 18 Jahre (Richtwert)
  • Kupferempfindlich: Die winzigen, tief in die Haut eingebetteten Schuppen lassen Kupfer rasch durchtreten. Kupferhaltige Medikamente und Pflanzendünger meiden, bei Erkrankungen kupferfreie Mittel wählen.

Vergesellschaftungshinweise

Mastacembelus favus wird am häufigsten einzeln gehalten. In sehr großen Becken ist die Haltung von Gruppen ab 5 Tieren möglich. Das Temperament ist gegenüber gleichgroßen Fischen relativ verträglich, gegenüber kleinen Arten jedoch räuberisch. Geeignete Beifische sind robuste, mittelgroße bis große Arten aus Süd- oder Südostasien, die deutlich zu groß sind, um als Beute zu dienen. Kleine Schwarmfische, Garnelen und Jungfische sind ungeeignet. Die Haltung eines einzelnen Exemplars in einem ausreichend großen Becken ist oft die sinnvollste Option. Schnecken gehören zum natürlichen Beutespektrum und werden gefressen; für die Pflege von Zierschnecken ist die Art nicht geeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Der deutlichste Geschlechtsunterschied betrifft das Körpervolumen der Weibchen während der Fortpflanzungsphase: Weibchen werden im Laichzustand deutlich fülliger als Männchen. Konkrete, gesicherte Angaben zu Unterschieden in Körperlänge, Färbung oder Flossenform liegen nicht vor.
Größe: ca. 70 cm (SL), im Aquarium meist kleiner

Haltungstipps / Pflege

Der Reifenstachelaal benötigt ein Aquarium ab 360 cm Kantenlänge (ab 2.700 Liter) für adulte Tiere. Jüngere Tiere können vorübergehend in kleineren Becken (ab 150 cm) gepflegt werden. Empfohlene Wasserwerte: 24-28 °C, pH 6,0-7,5, GH 5-12 °dGH. Als Substrat ist ausschließlich feiner, weicher Sand geeignet, da sich die Tiere regelmäßig eingraben und an scharfkantigem Kies Hautverletzungen erleiden können. Zahlreiche Verstecke aus Wurzeln, Steinaufbauten, Tonröhren und PVC-Rohren bieten. Bepflanzung nur mit robusten Arten wie Javafarn möglich. AUSBRUCHSICHER: Stachelaale finden selbst durch kleinste Spalten einen Weg aus dem Becken. Eine lückenlos schließende Abdeckung ist notwendig. Sämtliche Öffnungen müssen abgedichtet werden. Eine starke biologische und mechanische Filterung ist unerlässlich. Wöchentliche Wasserwechsel von 25-30 %.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,0-7,5
Temperatur:
24-28 °C
Beckengröße:
ab 360 cm, 2.700 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Im Aquarium liegen keine Berichte über eine erfolgreiche Nachzucht vor. Mastacembelus favus ist ein Freilaicher ohne Brutpflege mit äußerer Befruchtung. In Südostasien ist die Art Gegenstand der Aquakulturforschung: dort wurde die Laichbildung mit Hormonbehandlung (Ovaprime) ausgelöst. Auf das Aquarium ist das nicht übertragbar. In der Natur fallen die Laichzeiten mit der Regenzeit und dem Ansteigen der Wasserstände zusammen, was auf saisonale Reize als Laichauslöser hindeutet. Konkrete Angaben zu Laichplätzen, Gelegegröße und Inkubationsdauer sind aus dem Hobby nicht bekannt.

Ernährung/Futterbedarf

Der Reifenstachelaal ist ein ausgeprägter Karnivor und benötigt ausschließlich fleischhaltige Kost. Bevorzugt werden Regenwürmer, Mückenlarven, Tubifex, Krill, Garnelen, Muschelfleisch, Stinte und gelegentlich kleine Fische. Trockenfutter wird in der Regel verschmäht. Die Fütterung sollte abends oder nachts erfolgen, da die Tiere tagsüber oft nicht fressen. Jungtiere benötigen kleinere Futtertiere wie Artemia und fein gehackten Regenwurm.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 8-18 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Mastacembelus favus ist in Südostasien verbreitet. Das Verbreitungsgebiet umfasst die Einzugsgebiete von Mekong und Chao Phraya mit Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam sowie die Malaiische Halbinsel. Die Art lebt in Fließgewässern, Altarmen und langsam strömenden Abschnitten mit komplexer Struktur aus Wurzeln, Totholz und sandigem oder kiesigem Substrat. Die Naturhabitate weisen wechselnde Wasserstände und saisonale Überflutungen auf.

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Zahnkarpfen
Malumbresi-Prachtkärpfling
Schmerlen
Bach-Ma-Steinschmerle
Buntbarsche
Edith-Pikencichlide
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Oldest
Newest Most Voted

Newsletter

Was beschäftigt die Aquaristik-Community? Der my-fish-Newsletter informiert dich über spannende Inhalte aus der Unterwasserwelt.

my-fish Podcast

Wir haben bei Zierfischgroßhändlern, Aquascapern, Züchtern und Liebhabern nachgefragt:

my-fish TV

Wir haben Ende 2018 dieses neue Format gestartet und werden in Zukunft auf diesem Kanal alles abdecken…

Auf my-fish.org Anmelden
Sicherheitsabfrage: Bitte geben Sie die korrekte Nummer für die Anmeldung ein.
Beweisen Sie, dass Sie ein Mensch sind: 2   +   6   =  
my-fish logo 2021
0
Lass uns doch ein Kommentar da!x