Megalops atlanticus

Deutscher Name: Atlantischer Tarpun

Herkunft:
Südamerika
Farben:
blau, schwarz, silber
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Megalops atlanticus
Gattung: Megalops
Familie: Elopidae

Beschreibung

Der Atlantische Tarpun (Megalops atlanticus) ist ein massiger, stromlinienförmiger Raubfisch aus der Familie Megalopidae und erreicht dokumentierte Maximallängen von 250 cm bei über 161 kg. Der Körper ist langgestreckt und seitlich abgeflacht, bedeckt mit großen Schuppen, die unter Lichteinfall stark metallisch reflektieren. Die Rückenfärbung ist dunkelblau bis grünlich-schwarz, Flanken und Bauch silbern glänzend. Der letzte Strahl der Rückenflosse ist zu einem langen Faden verlängert. Die Schwanzflosse ist tief gegabelt. Das große, oberständige Maul mit vorstehendem Unterkiefer kennzeichnet den aktiven Raubfisch. Im Aquarium zeigt der Tarpun ein aktives Jagdverhalten; er schwimmt vornehmlich in mittleren Wasserschichten und nahe der Oberfläche. Die Art besitzt eine modifizierte Schwimmblase zur akzessorischen Atmung, die es ihr ermöglicht, atmosphärischen Sauerstoff direkt aufzunehmen. Freier Zugang zur Wasseroberfläche ist daher notwendig. Die Art ist eine Küstenart des westlichen Atlantiks von Nova Scotia bis Brasilien sowie des östlichen Atlantiks von Mauretanien bis Angola. Sie ist euryhalin und toleriert stark schwankende Salzgehalte. Für private Aquarianer ist die Haltung aufgrund der Größe nicht praktikabel; die Art richtet sich ausschließlich an öffentliche Aquarien und Forschungseinrichtungen.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Sehr große Endgröße bis 250 cm TL, nur für spezialisierte Einrichtungen
  • Euryhalin: große Toleranz gegenüber Schwankungen des Salzgehalts
  • Modifizierte Schwimmblase zur Luftatmung über Ösophagus-Verbindung
  • Hohes Sprungrisiko: bekannt für spektakuläre Hochsprünge
  • Piscivor mit hohem Bedarf an großfleischigem Futter
  • Pelagischer Freilaicher mit leptocephalischer Larvenentwicklung (3 bis 4 Monate)
  • Lebenserwartung: Weibchen über 50 Jahre, Männchen über 30 Jahre
  • Weibchen deutlich größer als Männchen

Vergesellschaftungshinweise

Der Atlantische Tarpun zeigt ein aktives, selbstsicheres Temperament. Jungfische sind häufig in Gruppen zu beobachten; adulte Tiere dominieren gegenüber kleinen Beckengenossen aufgrund ihres Fangverhaltens. Aggressionen richten sich primär auf Beutetiere. Gegenüber großen Mitbewohnern können Tarpune relativ verträglich sein. Für eine Vergesellschaftung kommen nur sehr robuste, große, ebenfalls euryhaline Küsten- oder Brackwasserfische in Frage. Kleine Fische, Garnelen und Jungstadien von Wirbellosen gehören nicht in ein Becken mit Tarpun. Die Art ist nur in spezialisierten Großanlagen sinnvoll zu halten.

Geschlechtsdimorphismus

Der deutlichste Unterschied liegt in der Körpergröße: Weibchen werden deutlich größer als Männchen und erreichen über 250 cm und 161 kg. Weibchen haben zudem eine höhere Lebenserwartung (über 50 Jahre gegenüber über 30 Jahren bei Männchen). Verlässliche Unterschiede in Färbung oder Flossenform sind nicht dokumentiert.
Größe: bis 250 cm (TL), über 161 kg

Haltungstipps / Pflege

Der Atlantische Tarpun benötigt Wasser mit 20 bis 28 °C und einem pH-Wert von 7,5 bis 8,5. Gesicherte Angaben zur Gesamthärte liegen nicht vor. Die Art toleriert Schwankungen des Salzgehalts, benötigt aber stabile Wasserverhältnisse und sehr gute Wasserqualität. Freier Zugang zur Wasseroberfläche zum Luftschnappen ist notwendig. Für die Haltung sind aufgrund der maximalen Körperlänge von 250 cm TL sehr große Becken oder spezielle Meer- bzw. Lagunensysteme erforderlich. Die Haltung adulter Tiere ist ausschließlich in spezialisierten Großanlagen (öffentliche Aquarien, Forschungseinrichtungen) sinnvoll. Eine sichere, vollständige Abdeckung ist notwendig, da der Tarpun ein bekannter Hochspringer ist. Leistungsfähige biologische und mechanische Filterung ist wegen des hohen Futterbedarfs erforderlich. Transport, Hälterung und medizinische Betreuung sollten ausschließlich von erfahrenem Personal durchgeführt werden. Der Atlantische Tarpun ist keine Art für die Heimaquaristik. Nur professionelle Einrichtungen mit speziellen Ressourcen können eine adäquate Pflege gewährleisten.
Wasserhärte:
mittel bis hart
pH-Wert
7,5-8,5
Temperatur:
20-28 °C
Beckengröße:
Großanlage erforderlich (Schauaquarium)

Zucht und Fortpflanzung

Die Zucht des Atlantischen Tarpun im Aquarium ist nicht dokumentiert. In der Natur laichen Tarpune als pelagische Freilaicher und befruchten ihre Eier im freien Wasser ohne Substratkontakt oder elterliche Brutpflege. Große Weibchen produzieren über 12 Millionen Eier pro Laichereignis. Die Eier entwickeln sich zu leptocephalischen Larven mit einer Driftphase von 3 bis 4 Monaten. Geschlechtsreife tritt bei etwa 160 cm Körperlänge ein (6 bis 7 Jahre). Die enormen Raumansprüche, komplexen Laichwanderungen und spezialisierten Larvenformen machen eine kontrollierte Nachzucht nicht praktikabel.

Ernährung/Futterbedarf

Der Atlantische Tarpun ist ein Piscivore. Adulte Tiere ernähren sich von mittelgroßen bis großen Beutefischen und Krebstieren. Die Beute wird aufgrund der kleinen, villiforman Zähne im Ganzen verschluckt. In Gefangenschaft müssen die Ernährungsbedürfnisse durch filetierte Fische, große Fischstücke und ganze gefrostete Beutefische gedeckt werden. Juvenile Tarpune fressen Zooplankton, Insekten und kleine Fische. Futterergänzungen mit Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen sind sinnvoll. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
bis 55 Jahre (Weibchen über 50, Männchen über 30)

Natürlicher Lebensraum

Der Atlantische Tarpun ist eine Küstenart des westlichen Atlantiks von Nova Scotia bis Brasilien sowie des östlichen Atlantiks von Mauretanien bis Angola. Die Art bewohnt warme, flache Küstengewässer wie Buchten, Ästuare, Mangrovenlagunen und Flussmündungen. Sie dringt häufig in Süßwasserbereiche ein und toleriert stark unterschiedliche Salzgehalte. Juvenile Tarpune finden in geschützten Aufwuchsgebieten wie Mangrovenwurzeln geeignete Kinderstuben. Die Art ist migratorisch geprägt und unternimmt weite Laichwanderungen.

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