Melanochromis auratus

Deutscher Name: Türkisgoldbarsch

Quelle Manuel Roth FA.EFS
Herkunft:
Ostafrika
Farben:
schwarz, silber
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Melanochromis auratus
Gattung: Melanochromis
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Der Türkisgoldbarsch (Melanochromis auratus) ist ein markanter Vertreter der Mbuna-Gruppe aus dem Malawisee in Ostafrika und erreicht eine Größe von bis zu 11 cm SL. Körperbau und Proportionen sind typisch für die Gattung: kompakt, seitlich etwas abgeflacht und mit kräftiger Rücken- und Afterflosse. Die Art zeigt einen stark ausgeprägten Sexualdimorphismus in der Färbung: adulte Weibchen und juvenile bzw. subdominante Männchen tragen ein goldenes bis gelbliches Farbspektrum, während dominante Männchen eine deutlich dunklere, fast schwarze Ausprägung annehmen. Ältere Weibchen können mit zunehmendem Alter ebenfalls abdunkeln und dabei oberflächlich den Männchen ähneln. Im Verhalten zeigt Melanochromis auratus typische Mbuna-Eigenschaften: sehr territorial und durchsetzungsfähig gegenüber Artgenossen und ähnlich gemusterten Arten. Die Art gilt als eine der aggressivsten Mbuna überhaupt. Sie sind vorwiegend bodennahe Schwimmer und bewegen sich bevorzugt in und zwischen Felsspalten sowie auf offenem Substrat nahe am Grund. Die Art ist ein mütterlicher Maulbrüter. Weibchen nehmen die Eier nach der Befruchtung über das Eifleck-Spiel ins Maul und tragen die Brut bis zum Freischwimmen.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Mütterlicher Maulbrüter
  • Eine der aggressivsten Mbuna-Arten überhaupt
  • Starker Sexualdimorphismus: goldene Weibchen/Juvenile vs. dunkle adulte Männchen
  • Ältere Weibchen können mit der Zeit abdunkeln und Männchen ähneln
  • Bevorzugt felsige Habitatzonen des Malawisees, sehr standorttreu
  • Geringes Sprungrisiko
  • Verträglich mit Schnecken; Junggarnelen gefährdet

Vergesellschaftungshinweise

Melanochromis auratus wird in Haremshaltung gehalten: ein Männchen mit mindestens drei Weibchen. Mehrere Männchen im gleichen Becken führen in der Regel zu ernsthaften Auseinandersetzungen. Die Art gilt als eine der aggressivsten und territorialsten Mbuna überhaupt. Während der Fortpflanzungsphase können Männchen besonders dominant werden und nicht paarungsbereite Weibchen ernsthaft gefährden; es sind Fälle dokumentiert, in denen Männchen Weibchen schwer verletzen oder töten können. Schnecken werden in der Regel toleriert. Junggarnelen können gefährdet sein, adulte Garnelen werden meist toleriert. Für die Vergesellschaftung sind andere Riftsee-Cichliden ähnlicher Größe und Synodontis-Arten geeignet. Corydoras, Otocinclus, Ancistrus, Neocaridina, Paracheirodon, Apistogramma und andere Weichwasserarten sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Der Geschlechtsdimorphismus ist klar ausgeprägt. Weibchen und juvenile bzw. subdominante Männchen zeigen eine goldene bis gelbliche Färbung, während adulte, dominante Männchen eine deutlich dunklere, meist schwarze Färbung annehmen. Männchen werden größer als Weibchen. Ältere Weibchen können mit zunehmendem Alter abdunkeln und dabei oberflächlich den Männchen ähneln, was die Geschlechtsbestimmung bei älteren Tieren erschweren kann.
Größe: bis 11 cm (SL)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte Temperatur: 24–28 °C pH: 7,6–8,8 GH: 10–25 °dGH Beckengröße Mindestens 120 cm Kantenlänge, ab 240 Liter. Aufgrund der stark ausgeprägten Aggression sind größere Becken empfohlen. Einrichtung Das Aquarium sollte reichlich mit hartem Gestein und Felsaufbauten versehen sein, die Spalten, Höhlen und Sichtbarrieren schaffen. Flache Steine und offene Bodenbereiche als Ablaichplätze. Sand oder feiner Kies als Substrat. Pflanzen werden von Mbuna meist angefressen oder ausgegraben. Um übermässige Aggression und Revierbildung zu dämpfen, empfiehlt es sich, das Becken vergleichsweise stark zu besetzen (Crowding) und viele Sichtbarrieren zu schaffen. Ausreichend Versteckmöglichkeiten für Weibchen sind notwendig, da Männchen gegenüber nicht paarungsbereiten Weibchen gefährlich werden können. Vorsicht bei proteinreicher Fütterung: die Art neigt bei übermässiger Eiweissgabe zu Fettleibigkeit.
Wasserhärte:
mittel bis hart
pH-Wert
7,6–8,8
Temperatur:
24–28 °C
Beckengröße:
ab 120 cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Mütterlicher Maulbrüter Zuchtschwierigkeit: Einfach Melanochromis auratus ist ein maternaler Maulbrüter; die Weibchen nehmen das Gelege zur Brutpflege ins Maul. Die Befruchtung erfolgt über das Eifleck-Spiel: die Eiflecken auf der Afterflosse des Männchens täuschen Eier vor, wodurch das Weibchen Spermien aufnimmt. Die Weibchen tragen die Brut ca. drei Wochen. Empfohlene Zuchtbedingungen: pH 8,2–8,5, Temperatur 25–27 °C. Harem-Konstellation mit einem Männchen und mindestens drei Weibchen. Viele flache Steine als Ablaichplätze. Reichlich Versteckmöglichkeiten für Weibchen, da dominante Männchen nicht paarungsbereite Weibchen ernsthaft angreifen können. Weibchen halten das Gelege im Maul; Ruhe und minimale Störung während der Brutzeit sind wichtig.

Ernährung/Futterbedarf

Melanochromis auratus ist ein Aufwuchsfresser mit pflanzlicher Präferenz. In der Natur wird vorwiegend Aufwuchs und Algenmaterial von Steinen abgeweidet. Eiweissreiche Fütterung ist zu vermeiden, da die Art besonders anfällig für Fettleibigkeit ist. Empfohlenes Futter: Spirulina-haltige Flocken und Tabletten als Hauptfutter. Robuste Cichlidenpellets mit hohem Pflanzenanteil. Blanchierter Spinat, Salat, Nori als Ergänzung. Frostfutter (Artemia, Cyclops) nur gelegentlich (1–2x pro Woche) und in kleinen Mengen. Kein Rinderherz oder andere sehr proteinreiche Kost. Mehrere kleine Futtermengen täglich; pflanzenbetonte, abwechslungsreiche Fütterung fördert Gesundheit und Farbintensität. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 7–8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Melanochromis auratus ist endemisch im Malawisee in Ostafrika und besiedelt vornehmlich felsige Uferbereiche, Riffe und Inselzonen entlang der westlichen und südlichen Küste sowie der unteren östlichen Küste (von Jalo Reef bis Nkhomo Reef). Ihre bevorzugten Mikrohabitate sind komplexe Felsstrukturen mit zahlreichen Spalten und Flachflächen, auf denen sie Algen und Aufwuchs abweiden. Die Fische weisen eine starke Bindung an diese felsigen Lebensräume auf. Wilde Wasserwerte können lokal variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.

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