Melanotaenia boesemani
Beschreibung
Der Bösemans Regenbogenfisch (Melanotaenia boesemani) ist ein kompakt gebauter, hochrückiger Schwarmfisch aus der Familie Melanotaeniidae und erreicht eine Größe von bis zu 11 cm SL (Männchen), Weibchen ca. 8 cm SL. Das Vorderteil des Körpers zeigt blau-grüne Töne, die in ein warmes Gelb-Orange bis Rot im hinteren Körperbereich übergehen. Männchen zeigen intensivere Farben, einen tieferen Körper und längere, spitz zulaufende Flossen.
Im Aquarium zeigt M. boesemani ein aktives und schwarmorientiertes Schwimmverhalten im mittleren Wasserbereich. Die Fische durchstreifen das Becken in losen bis kompakten Gruppen. Sie sind sehr friedlich, können jedoch durch ihre schnelle Schwimmweise kleinere, langsame Arten stören. Männchen zeigen Balzverhalten mit verstärkter Farbenpracht.
Die Art stammt aus einem sehr begrenzten Verbreitungsgebiet auf der Vogelkop-Halbinsel von Westneuguinea (Indonesien) und ist auf der IUCN-Roten Liste als gefährdet (EN) eingestuft. Nahezu alle im Handel erhältlichen Tiere stammen aus Nachzuchten.
Besonderheiten
- Deutliche Bicolor-Färbung bei den Männchen (blau-grün vorne, orange-rot hinten)
- Starkes Schwarmverhalten, benötigt Gruppenhaltung (mind. 6–8 Tiere)
- Männchen mit hochrückigem Körperbau und verlängerten Flossen
- Sehr aktiv und teilweise schreckhaft; profitiert von Rückzugsmöglichkeiten
- IUCN-Status: Gefährdet (EN)
- Schnecken unproblematisch; Junggarnelen gefährdet
- Geringes Sprungrisiko
Vergesellschaftungshinweise
Melanotaenia boesemani ist ein klassischer Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens sechs bis acht Tieren gehalten werden, empfohlen werden acht bis zehn Exemplare. Das Temperament ist friedlich; Konflikte beschränken sich auf kurzzeitiges Verfolgen zwischen Männchen während der Balz.
Schnecken werden problemlos toleriert. Garnelen: Junggarnelen können gefressen werden, adulte Garnelen werden meist toleriert.
Für die Vergesellschaftung eignen sich andere Regenbogenfische, Pseudomugil-Arten, friedliche Schwarmfische ähnlicher Größe (Salmler, Danios, Barben), Corydoras als Bodenbewohner. Aufgrund der harten, leicht alkalischen Wasserwerte ist die Art auch mit friedlichen Rift-See-Buntbarschen (Tanganjika, Malawi) kompatibel. Aggressive Mbuna sind zu meiden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden größer (bis 11 cm SL) und zeigen die charakteristische intensive Bicolor-Färbung mit stärkerem Kontrast. Sie entwickeln einen tieferen, hochrückigeren Körper sowie längere, spitz zulaufende Flossen. Weibchen bleiben kleiner (ca. 8 cm SL), sind farblich matter, schlanker gebaut und besitzen kürzere, abgerundetere Flossen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte
Temperatur: 27–30 °C
pH: 7,0–8,0
GH: 9–19 °dGH
Beckengröße
Mindestens 120 cm Kantenlänge, ab 200 Liter. Größere Aquarien kommen dem natürlichen Bewegungsdrang der Art noch besser entgegen.
Einrichtung
Offener Schwimmraum mit dichter, strukturierter Bepflanzung am Rand und im Hintergrund. Mitte des Beckens frei lassen für Schwarmverhalten. Feiner Kies oder Sand als Bodengrund. Wurzeln und flache Steine als zusätzliche Struktur. Starke Beleuchtung unterstützt Pflanzenwachstum und betont die Farben.
Moderate bis kräftige Filterung. Da die Art schreckhaft reagieren kann, helfen ruhige Platzierung des Aquariums und behutsame Eingewöhnung neuer Tiere. Gut sitzender Deckel empfohlen.
Regelmässige Wasserwechsel und stabile Wasserparameter sind wichtig.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher (Haftlaicher)
Zuchtschwierigkeit: Mittel
Die Zucht ist gut dokumentiert. Melanotaenia boesemani nutzt Mop- bzw. Vegetationslaichen: Weibchen und Männchen geben täglich über submerser Vegetation oder Laichmopps Eier ab. Für die Zucht wird leicht hartes, alkalisches Wasser (pH ca. 7,5) bei 26–28 °C empfohlen. Die Eier schlüpfen nach 7–12 Tagen. Die frisch geschlüpften Larven sind sehr klein und benötigen zunächst Infusorien als Erstnahrung, bevor sie auf Artemia-Nauplien umgestellt werden. Elterntiere nach dem Ablaichen entfernen, um das Verzehren der Eier zu verhindern.
Ernährung/Futterbedarf
Melanotaenia boesemani ist allesfressend und nimmt bereitwillig Trocken-, Frost- und Lebendfutter an. Hochwertiges Trockenfutter in Form von Flocken und Granulat als Basis, ergänzt durch gefrorene Artemia, Mysis oder Daphnien. Lebendfutter fördert Aktivität und Balzbereitschaft. Pflanzliche Komponenten (Spirulina-Flocken, blanchiertes Gemüse) ergänzend anbieten. Mehrere kleinere Fütterungen pro Tag sind sinnvoller als eine grosse Tagesportion.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Melanotaenia boesemani stammt von der Vogelkop-Halbinsel in Westneuguinea (Indonesien). Die Art ist nur von wenigen Seen bekannt, darunter die Seen von Ajamaru sowie die benachbarten Seen Hain und Aitinjo. Die Fische kommen in klaren, flachen Uferbereichen mit dichten Wasserpflanzenbeständen vor. Die Seen sind für relativ hartes und alkalisches Wasser (pH 8,0–9,0) charakterisiert. In einigen Zuflüssen können die Wasserwerte abweichen (pH bis 6,0–6,5).
Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.