Melanotaenia maccullochi
Beschreibung
Der Zwergregenbogenfisch (Melanotaenia maccullochi) ist ein kompakt gebauter, leicht gestreckter Regenbogenfisch aus der Familie Melanotaeniidae und erreicht eine GrΓΆΓe von bis zu 7 cm StandardlΓ€nge (SL), was einer GesamtlΓ€nge von etwa 8β8,5 cm entspricht. Die GrundfΓ€rbung ist bronzebraun bis braun, auf der Bauchseite heller, mit einer Reihe dunkler brauner LΓ€ngsstreifen entlang der KΓΆrpermitte. Die Flossen variieren von orange bis tiefrot, besonders bei MΓ€nnchen in Fortpflanzungsstimmung. Die Art bleibt damit eine der kleinsten Vertreterinnen ihrer Gattung.
Geografische Varianten unterscheiden sich in Farbe, Zeichnung und gelegentlich auch in der GrΓΆΓe. Tiere unterschiedlicher Herkunftspopulationen sollten nicht gemischt gehalten werden, da Hybridisierung mΓΆglich ist und einige Varianten mΓΆglicherweise eigene Arten darstellen.
Im Aquarium zeigt M. maccullochi ein ruhiges, zurΓΌckhaltendes Verhalten. Die Fische bewegen sich meist in Gruppen in mittleren Wasserschichten. Die Art gilt als besonders scheu; eine ausreichend grosse Gruppe und ruhige Umgebung sind daher wichtig. In der Natur finden sich BestΓ€nde sowohl in klaren, fliessenden BΓ€chen als auch in ruhigen, leicht getrΓΌbten TΓΌmpeln mit Tannineintrag. Die Verbreitung umfasst das nordΓΆstliche Australien und Papua-Neuguinea.
Besonderheiten
- AnpassungsfΓ€hig an unterschiedliche Wasserchemie (pH 5,5β8,0)
- Schwarmfisch, bevorzugte Schwimmzone: Mitte
- Haftlaicher und Dauerlaicher (zuchtrelevant)
- Geringes Sprungrisiko
- Junggarnelen kΓΆnnen als Futter angesehen werden; adulte Garnelen meist sicher
- Geografische Varianten nicht mischen (Hybridisierungsgefahr)
- Eine der kleinsten Melanotaenia-Arten
Vergesellschaftungshinweise
Melanotaenia maccullochi ist ein Schwarmfisch. Mindestgruppe: 6 Tiere, empfohlen: 8β10 Exemplare. Das Temperament ist sehr friedlich. Die Art gilt als eine der ruhigsten Regenbogenfische. WΓ€hrend der Brutzeit beschrΓ€nken sich VerhaltensΓ€nderungen auf lebhafteres Flossenspiel und intensivere FΓ€rbung der MΓ€nnchen.
Schnecken werden weitgehend toleriert. Garnelen: Junggarnelen gefΓ€hrdet, adulte Garnelen werden in der Regel toleriert. Bei empfindlichen Garnelenpopulationen Vorsicht geboten.
FΓΌr die Vergesellschaftung eignen sich andere Regenbogenfische Γ€hnlicher GrΓΆΓe, Salmler, Danios, BΓ€rblinge, Zwergbuntbarsche, SΓΌsswassergrundeln und Corydoras. Aggressive Buntbarsche sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
MΓ€nnchen sind farbenfroher (orange bis tiefrot in den Flossen) und besitzen lΓ€ngere RΓΌcken- und Afterflossen. Weibchen sind tiefer gebaut, zeigen eine rundere KΓΆrperform und eine zurΓΌckhaltendere Flossenform und -fΓ€rbung.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte
Temperatur: 20β30 Β°C
pH: 5,5β8,0
GH: 8β15 Β°dGH
BeckengrΓΆΓe
Mindestens 80 cm KantenlΓ€nge, ab 112 Liter.
Einrichtung
Zoniert gestalten: offener Vorder- und Mittelbereich fΓΌr aktives Schwimmen, Randbereiche mit dichter Bepflanzung oder Moosen fΓΌr Deckung und Ruhephasen. Wurzel- oder Aststrukturen als natΓΌrlicher Unterschlupf. Fein- bis mittelkΓΆrniges Substrat. Schwimmpflanzen und dichte StΓ€ngelpflanzen bieten Schutz fΓΌr Jungfische.
Moderate Wasserbewegung. Gute Sauerstoffversorgung durch OberflΓ€chenbewegung. RegelmΓ€ssige Wasserwechsel und zuverlΓ€ssige Filterung.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Haftlaicher (Dauerlaicher)
Zuchtschwierigkeit: Einfach
Die Zucht ist gut dokumentiert. Wie alle Melanotaenia-Arten sind es Haftlaicher und Dauerlaicher: Die Tiere laichen ΓΌber mehrere Wochen tΓ€glich ab, die befruchteten Eier hΓ€ngen ΓΌber feine HaftfΓ€den an feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmopps.
Separater ZuchtbehΓ€lter (mindestens 80 cm) mit leicht hartem, leicht alkalischem Wasser (pH ca. 7,5; Temperatur 27β29 Β°C) und dichter Bepflanzung. Elterntiere kΓΆnnen Eier und Jungfische fressen; nach dem Ablaichen entfernen oder Schutzgitter einsetzen.
Eier schlΓΌpfen nach 7β12 Tagen. Jungfische benΓΆtigen anfΓ€nglich Infusorien als Erstnahrung; nach etwa einer Woche Artemia-Nauplien und MikrowΓΌrmer. SpΓ€ter fein zerdrΓΌcktes Flockenfutter und Mikropellets.
ErnΓ€hrung/Futterbedarf
Melanotaenia maccullochi ist ein unkomplizierter Allesfresser mit leichter Bevorzugung tierischer Kost. Lebend- und Frostfutter (Artemia, Cyclops, MΓΌckenlarven, Daphnien) fΓΆrdern Kondition und FΓ€rbung. Trockenfutter in Form von feinen Flocken oder kleinen Pellets fΓΌr die tΓ€gliche Versorgung. Spirulina- oder Algen-Tabs als pflanzliche ErgΓ€nzung. Mehrere kleine FΓΌtterungen ΓΌber den Tag verteilt.
FΓΌtterungshinweis: Lieber mehrmals tΓ€glich kleine Portionen fΓΌttern als eine groΓe Mahlzeit. Was innerhalb von 2β3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
NatΓΌrlicher Lebensraum
Melanotaenia maccullochi besiedelt eine breite Palette von Biotopen im nordΓΆstlichen Australien und Papua-Neuguinea. Die Art ist in klaren, fliessenden BΓ€chen genauso zu finden wie in stillen, teilweise getrΓΌbten TΓΌmpeln mit Tannineintrag. In den natΓΌrlichen Habitaten halten sich die Fische hΓ€ufig in Uferzonen mit dichter Wasserpflanzenvegetation oder in der NΓ€he von im Wasser liegenden BaumstΓ€mmen auf.
Wilde Wasserwerte kΓΆnnen lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.