Neolamprologus brevis

Deutscher Name: Gebänderter Schneckenbuntbarsch

Quelle: Walter Hilgner
Herkunft:
Tansania
Farben:
blau, braun, gelb
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Neolamprologus brevis
Gattung: Neolamprologus
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Der Gebänderte Schneckenbuntbarsch (Neolamprologus brevis) wird bis zu 6 cm (SL) bei Männchen und bis zu 4 cm (SL) bei Weibchen groß. Die Grundfärbung ist beige-bräunlich mit neun hellbraunen vertikalen Streifen an den Flanken. Fluoreszierende blaue Linien unter den Augen leuchten besonders bei stärkerer Beleuchtung. Gelegentlich kommen Sunspot-Individuen mit einem goldenen Fleck hinter den Brustflossen vor; weitere Farbvarianten wie Katabe und Sambia sind bekannt. Männchen entwickeln eine bulligere Kopfform, die oft als Froschgesicht beschrieben wird. Im Aquarium zeigen diese Cichliden ein zurückhaltendes, aber charaktervolles Verhalten. Sie verbringen einen großen Teil der Zeit in und um leere Schneckenhäuser und bauen ihr Revier in engem Radius um diese Behausungen. Innerhalb ihres Territoriums sind sie aufmerksam gegenüber Eindringlingen; außerhalb verhalten sie sich vergleichsweise friedlich. Die Art gräbt aktiv im feinen Sand und nutzt Schneckenhäuser als Rückzugs- und Brutplätze.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Schneckenhausbewohner: nutzt leere Neothauma-Schneckenhäuser als Behausung und Brutplatz
  • Männchen mit bulligerer Kopfform (Froschgesicht), deutlich größer als Weibchen
  • Farbvarianten: Sunspot, Katabe und Sambia
  • Fluoreszierende blaue Linien unter den Augen
  • Aktives Grabverhalten im feinen Sand
  • Schalenbrüter mit einfacher Zucht
  • Junggarnelen gefährdet, Schnecken toleriert
  • Springrisiko gering, dennoch Abdeckung empfohlen

Vergesellschaftungshinweise

Neolamprologus brevis wird paarweise gehalten. Männchen und Weibchen bewohnen häufig ein einziges Schneckenhaus gemeinsam und verteidigen dieses gegen Eindringlinge. Im normalen Verhalten sind die Tiere gegenüber Fischen in höheren Wasserschichten friedlich. In Bodennähe und während der Brut verteidigen sie ihr Schneckenhaus energisch mit starken, punktuellen Aggressionen. Schnecken werden toleriert. Zwerggarnelen und deren Jungtiere werden als Nahrung betrachtet. Geeignete Beifische sind andere kleine Tanganjikasee-Cichliden wie Julidochromis-Arten, friedliche Freiwasserschwimmer wie Cyprichromis sowie friedliche Synodontis-Arten. Südamerikanische Weichwasserarten, Neocaridina-Garnelen und empfindliche Bodenfische wie Corydoras oder Otocinclus sind aufgrund der Wasserchemie ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen werden bis ca. 6 cm (SL) groß und entwickeln eine bulligere, massigere Kopfform (Froschgesicht). Weibchen bleiben deutlich kleiner mit etwa 4 cm (SL) und behalten eine schlankere Kopfform. Beide Geschlechter tragen die charakteristische gestreifte Zeichnung; die Farbausprägung ist bei Männchen häufig intensiver.
Größe: M: bis 6 cm (SL), W: bis 4 cm (SL)

Haltungstipps / Pflege

Wassertemperatur 23-27 °C, pH-Wert 7,5-9 und Gesamthärte 8-25 °dGH. Diese Werte entsprechen den typischen Tanganjikasee-Bedingungen und sollten möglichst stabil gehalten werden. Als Mindestbeckengröße empfehlen sich 80 cm Kantenlänge und 112 Liter für eine Haremgruppe mit einem Männchen und zwei bis drei Weibchen. Sandsubstrat in einer Dicke von mehreren Zentimetern ist essenziell, da die Tiere den Sand benötigen, um Schneckenhäuser zu platzieren und kleine Grabungen vorzunehmen. Leere Schneckenhäuser (Neothauma tanganyicense-Schalen oder passende Weinbergschneckenhäuser) sollten in hoher Anzahl und lockeren Gruppen auf dem Sand verteilt werden. Ergänzend sind flache Felsen und kleine Felsspalten sinnvoll, um natürliche Reviergrenzen zu simulieren. Eine mäßige Strömung ist geeignet. Regelmäßige Teilwasserwechsel und gute biologische Filterung halten die Wasserqualität stabil. Das Sprungrisiko ist gering, dennoch wird eine Abdeckung empfohlen. Bei guter Pflege liegt die Lebenserwartung bei ca. 5-8 Jahren.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
7,5-9
Temperatur:
23-27 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Neolamprologus brevis ist ein Schalenbrüter (Substratlaicher). Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als einfach. Zuchtwasserwerte: Temperatur 25–27 °C, pH 8,0–9,0, GH bis maximal 25 °dGH. Kein spezieller Auslöser ist nötig – reichliche Fütterung mit Lebendfutter und das Angebot passender Schneckenhäuser bei Temperaturen um 26 °C genügen in der Regel. Zur Konditionierung eignen sich Artemia, Cyclops und Mückenlarven. Das Weibchen bewacht die Eier im Schneckenhaus; das Männchen wird nach der Befruchtung oft aus dem unmittelbaren Brutbereich vertrieben. Gelegegrößen liegen bei etwa 15–30 Eiern. Die Inkubationszeit beträgt rund 24 Stunden; die Jungfische werden nach etwa 6–7 Tagen freischwimmend. Zur Aufzucht eignen sich Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.

Ernährung/Futterbedarf

N. calliurus ist ein Karnivor mit planktivorer Tendenz. In der Natur ernährt sich die Art hauptsächlich von feinem Plankton und kleinen Wirbellosen. Im Aquarium steht Lebend- und Frostfutter im Vordergrund: Artemia, Cyclops, Daphnien und Mückenlarven bilden die Hauptnahrung. Hochwertige Granulate oder Pellets werden als Ergänzung akzeptiert, sollten aber nicht die alleinige Grundlage sein. Jungfische benötigen Artemia-Nauplien und feines Staubfutter. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Neolamprologus brevis ist endemisch im Tanganjikasee, Ostafrika. Die Art bewohnt tiefere Sandzonen entlang der Küste, an denen sich leere Schneckenhäuser, vor allem von Neothauma tanganyicense, ansammeln. Diese Schneckenhäuser sind der zentrale Bestandteil des Habitats und dienen als Rückzugs- und Laichplatz. Das Substrat besteht aus feinem Sand. Die Strömungsverhältnisse sind überwiegend ruhig. Die Schwimmzone liegt in der Natur im mittleren bis unteren Bereich, wo die Fische bodennah leben.

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