Neolamprologus cylindricus

Deutscher Name: Gestreifter Buntbarsch

Foto: Julien Preuß
Herkunft:
Ostafrika, Tansania
Farben:
blau, braun, schwarz, weiß
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Neolamprologus cylindricus
Gattung: Neolamprologus
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Neolamprologus cylindricus ist ein langgestreckter Buntbarsch aus dem Tanganjikasee und erreicht eine Gesamtlänge von etwa 10 cm. Der zylindrische Körperbau, der dem wissenschaftlichen Namen zugrunde liegt, ist perfekt an das Leben in Felsspalten angepasst. Etwa zehn deutliche vertikale Streifen in dunkelbraunen bis schwarzen Tönen auf weißlich-beigem Grund prägen das Erscheinungsbild. Flossenränder und der Bereich unter den Augen zeigen gelegentlich bläuliche Akzente. Es existieren verschiedene Farbvarianten, manche Morphen zeigen bei Jungfischen einen gelblich-goldenen Kopf. Im Aquarium zeigt N. cylindricus ein ausgeprägtes territoriales Verhalten. Einzelne Paare besetzen feste Höhlen oder Spalten und kontrollieren ihr Revier vehement. Außerhalb von Revierkonflikten sind die Tiere aktiv und neugierig, inspizieren Höhlen und zeigen Balz- und Ritualverhalten. Sie bevorzugen die untere bis mittlere Schwimmzone und bewegen sich häufig entlang von Felsstrukturen. Eine Besonderheit ist die Hybridisierungsgefahr mit dem nah verwandten Neolamprologus leleupi. Eine gemeinsame Haltung beider Arten ist wegen möglicher unfruchtbarer Nachkommen strikt zu vermeiden.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Höhlenbrüter: Weibchen kleben Eier an die Decke enger Felshöhlen
  • Stark territorial und revierbildend, besonders während der Brut
  • Zylindrischer Körperbau als Anpassung an Felsspalten-Habitat
  • Hybridisierungsgefahr mit N. leleupi: gemeinsame Haltung vermeiden!
  • Verschiedene Farbvarianten je nach Herkunftspopulation
  • Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfehlenswert
  • Hartwasser-Spezialist: braucht alkalisches Tanganjikasee-Wasser

Vergesellschaftungshinweise

N. cylindricus wird am besten als Paar gehalten. In der Praxis sind die Tiere sehr territorial und aggressiv gegenüber Artgenossen. Eine Gruppenhaltung ist nur in sehr großen, stark strukturierten Becken möglich. Werden mehrere Tiere zusammen gehalten, benötigen sie viele Sichtbarrieren und zahlreiche Höhlen. Im Normalzustand sind die Tiere aufmerksam und neugierig, verteidigen aber ihr Revier gegen Eindringlinge. Während der Brutzeit steigt die Aggressivität erheblich. Gegenüber artfremden Fischen, die andere Wasserzonen bewohnen, zeigen sie weniger Aggressivität. Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert. Geeignete Mitbewohner: andere Tanganjikasee-Cichliden ähnlicher Größe sowie robuste Synodontis-Arten. Nicht mit N. leleupi vergesellschaften (Hybridisierungsgefahr). Nicht geeignet: Corydoras, Otocinclus, Ancistrus, Neocaridina, Paracheirodon oder andere Weichwasserarten.

Geschlechtsdimorphismus

Der Geschlechtsdimorphismus ist nur schwach ausgeprägt. Männchen werden etwas größer und wirken bulliger, die Maximalgröße beider Geschlechter liegt bei ca. 10 cm. Der Größenunterschied tritt erst nach etwa 1,5 Jahren deutlich hervor. Farblich sind beide Geschlechter ähnlich, die Unterscheidung erfolgt meist über Körperproportionen und Verhalten.
Größe: ca. 10 cm

Haltungstipps / Pflege

Wassertemperatur 23-28 °C, pH-Wert 7-8,5 und Gesamthärte 10-15 °dGH. Stabile Wasserchemie ist für Riftsee-Cichliden besonders wichtig. Als Mindestbeckengröße empfehlen sich 100 cm Kantenlänge und 200 Liter für eine Paarhaltung. Große, stabile Felsaufbauten mit zahlreichen Spalten und Höhlen sind essenziell. Die Höhlen sollten enge Ein- und Ausgänge haben. Sand oder feiner Kies als Substrat unterstützt das natürliche Grabverhalten. Sichtschutz durch Felswände reduziert Stress und Konflikte. Eine mäßige Strömung ist ausreichend. Regelmäßige Wasserwechsel und sauberes Wasser sind wichtig, da Nahrungsreste in Höhlen zu Problemen führen können. Bei guter Pflege liegt die Lebenserwartung bei ca. 8 Jahren.
Wasserhärte:
mittel bis hart
pH-Wert
7-8,5
Temperatur:
23-28 °C
Beckengröße:
ab 100 cm, 200 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter (Substratlaicher). Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittelschwer. Weibchen kleben ihre Eier an die Decke von engen Höhlen und übernehmen die Brutpflege, das Männchen verteidigt das Revier. Empfohlene Zuchtwerte: Temperatur 25-28 °C, pH 7,5-8,5, GH bis 15 °dGH. Gute Konditionierung durch proteinreiches Lebend- und Frostfutter sowie geeignete enge Felshöhlen als Brutplätze reichen als Auslöser. Das Weibchen klebt bis zu 100 Eier an die Höhlendecke. Nach etwa 3 Tagen schlüpfen die Larven, nach weiteren 6 Tagen werden die Jungfische freischwimmend. Erstfutter: Artemia-Nauplien und feines Staubfutter.

Ernährung/Futterbedarf

N. cylindricus ist ein Fleischfresser. In der Natur ernährt er sich von kleineren Wirbellosen, Larven und Copepoden. Im Aquarium bilden hochwertige Cichliden-Granulate die Basis, ergänzt durch Artemia, Mysis, Krill sowie weiße und schwarze Mückenlarven als Lebend- oder Frostfutter. Auf eine ausgewogene Zusammensetzung achten und minderwertige Proteinquellen vermeiden. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Neolamprologus cylindricus ist endemisch im Tanganjikasee und kommt im südöstlichen Teil des Sees vor, von der tansanischen bis zur sambischen Küste. Die Art besiedelt flache Wasserzonen der felsigen Küstenbereiche in den oberen zehn Metern Tiefe. Das Substrat besteht aus Sand oder feinem Kies, durchsetzt von massiven Felsaufbauten mit komplexen Spalten und Hohlräumen. Die Strömung in diesen Uferbereichen ist mäßig, Vegetation ist spärlich.

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