Nimbochromis livingstonii

Deutscher Name: Schläfer

Foto: Uwe Simon
Herkunft:
Malawi
Farben:
braun, gelb, silber
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Nimbochromis livingstoni
Gattung: Nimbochromis
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Nimbochromis livingstonii, der Schläfer, ist ein großwüchsiger Buntbarsch aus dem Malawisee und erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 25 cm. Der Körperbau ist langgestreckt und schlank. Die Grundtönung reicht von silbrig-gelblich bis bräunlich, überlagert von einem kräftig kontrastierenden Fleckenmuster in Braun und Schwarz. Vier markante dunkle Streifen strahlen vom Auge aus und verleihen dem Kopfbereich ein diagnostisches Erscheinungsbild. Männchen zeigen in der Balz eine intensive blau-grüne Färbung. Das bezeichnendste Verhaltensmerkmal ist die Thanatose: Die Tiere legen sich regungslos auf das Substrat und täuschen einen toten Fisch vor. Ihre Tarnfärbung unterstützt diese Strategie. Neugierige Beutefische werden mit einem blitzschnellen Angriff überrascht. Dieses Jagdverhalten ist der Ursprung des Trivialnamens Schläfer (Chichewa: Kaligono). Im Aquarium wechseln die Tiere zwischen Ruhephasen im Sandsubstrat und blitzartigen Sprints bei der Nahrungsaufnahme. Die Art ist ein maternaler Maulbrüter. Weibchen tragen die befruchteten Eier und den Nachwuchs für rund drei Wochen im Maul.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Thanatose als Jagdstrategie: legt sich regungslos hin und täuscht einen toten Fisch vor
  • Maternaler Maulbrüter: Weibchen tragen Brut ca. 3 Wochen im Maul
  • Haremsstruktur: ein Männchen kontrolliert ein Revier mit mehreren Weibchen
  • Vier diagnostische Streifen strahlen vom Auge aus
  • Kann große Beute fressen: nicht geeignet für Beifische, die ins Maul passen
  • Schneckenverträglich, Garnelen ungeeignet
  • Geringes Sprungrisiko, dennoch sichere Abdeckung empfohlen

Vergesellschaftungshinweise

N. livingstonii wird am besten als Einzeltier oder in einem Harem aus einem Männchen mit 3-6 Weibchen gehalten. Die Körpergröße der Mitbewohner ist entscheidend, da die Art alle Fische frisst, die in ihr Maul passen. Das Temperament ist zweigeteilt: Im Normalzustand ruhig und lauernd, in Brut- und Revierzeiten deutlich aggressiv. Schnecken werden toleriert, Garnelen sind ungeeignet und werden gefressen. Geeignete Mitbewohner: andere Malawisee-Cichliden ähnlicher oder größerer Größe (z. B. Frontosa, Dimidiochromis) und robuste Synodontis-Arten. Nicht geeignet: Weichwasserarten, kleine Salmler, Corydoras, Otocinclus, Ancistrus, Neocaridina, Paracheirodon, Apistogramma.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter sind gut unterscheidbar. Männchen erreichen größere Endgrößen und können in der Balz ein intensives Blau-Grün annehmen. Weibchen bleiben in der Tarnmusterung mit braun-schwarzem Fleckenbild und zeigen während des Maultragens eine dunklere Färbung. Männchen bis ca. 25 cm, Weibchen etwas kleiner.
Größe: ca. 25 cm

Haltungstipps / Pflege

Wassertemperatur 24-28 °C, pH-Wert 7,6-8,8 und Gesamthärte 10-25 °dGH. Hartes, alkalisches Wasser ist Voraussetzung. Als Mindestbeckengröße empfehlen sich 120 cm Kantenlänge und 240 Liter. Sand als Substrat ist obligatorisch, da die Art häufig im Substrat verweilt. Stabile Felsaufbauten aus kalkhaltigem Gestein, flache Steine als Laichplätze. Bereiche mit Vallisneria als Übergangszonen. Mäßige Strömung und leistungsfähige Filterung. Vermeiden Sie säuernde Materialien wie Torfsubstrat oder Moorkien. Bei guter Pflege liegt die Lebenserwartung bei bis zu 10 Jahren.
Wasserhärte:
mittel bis hart
pH-Wert
7,6-8,8
Temperatur:
24-28 °C
Beckengröße:
ab 120 cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Maulbrüter (maternaler Maulbrüter). Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittelschwer. Empfohlene Zuchtwerte: Temperatur 26-28 °C, pH 7,8-8,5, GH bis 20 °dGH. Konditionierung mit Krill, Mysis und kleinen Fischen (Stinte). Zuchtgruppe: ein Männchen mit 3-6 Weibchen. Brutdauer ca. 3 Wochen im Maul des Weibchens. In dieser Zeit verweigert das Weibchen die Nahrungsaufnahme. Jungfische nehmen nach dem Freilassen Artemia-Nauplien und feines Granulatfutter an. Weibchen neigen unter Stress zum frühzeitigen Ausspucken der Brut.

Ernährung/Futterbedarf

N. livingstonii ist ein Piscivor und Fleischfresser. Im Aquarium: proteinreiches Cichliden-Granulat für karnivore Arten, Frostfutter wie Krill, Mysis, Stinte und Muschelfleisch. Warmblütiges Fleisch (Rind, Hühnchen) ist nicht geeignet und kann zu Organschäden führen. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
bis 10 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Nimbochromis livingstonii ist endemisch im Malawisee und kommt zusätzlich im oberen Shire River sowie dem Malombesee vor. Die Art besiedelt ufernahe Flachwasserzonen und Übergangsbereiche zwischen Fels und Sand. Sandsubstrate werden aktiv zum Verbergen genutzt. Vallisneria-Bestände dienen als Aufenthalts- und Jagdgebiete. Mäßige Strömung.

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