Nomorhamphus liemi

Deutscher Name: Nomorhamphus liemi

Männchen - Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
Indonesien
Farben:
blau, schwarz, weiß
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Nomorhamphus liemi
Gattung: Nomorhamphus
Familie: Zenarchopteridae

Beschreibung

Nomorhamphus liemi, der Celebes-Halbschnäbler oder Sulawesi-Halbschnabelhecht, ist ein oberflächenbewohnender Süßwasserfisch der Familie Zenarchopteridae. Die Art ist endemisch im Maros-Hochland im südlichen Teil der indonesischen Insel Sulawesi (Celebes) und besiedelt dort klare, kühle Bergbäche in Höhenlagen zwischen 600 und 1.200 Metern. Männchen erreichen eine Standardlänge von 7 bis 8 cm, Weibchen werden mit bis zu 9 cm Gesamtlänge deutlich größer und fülliger. Der Körper ist schlank und stromlinienförmig, der Kopf trägt den charakteristischen verlängerten Unterkiefer der Halbschnäbler. Im Handel werden traditionell zwei Farbformen unterschieden: Die Nominatform N. liemi liemi zeigt schwarze Flossensäume, während die Form N. liemi snijdersi intensive rote bis orangerote Flossenzeichnungen trägt. Männchen entwickeln häufig einen charakteristischen fleischigen, nach unten gebogenen Fortsatz am Unterkiefer und besitzen ein Andropodium als Begattungsorgan. Im Aquarium ist die Art lebhafter und anspruchsvoller als der nah verwandte Dermogenys pusilla. Aufgrund der Herkunft aus kühleren Bergbächen ist Nomorhamphus liemi nicht für dauerhaft warme tropische Becken geeignet – Temperaturen über 26 °C gelten langfristig als unhaltbar.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Lebendgebärend (vivipar): Wurfgröße ca. 9-15 Jungfische
  • Oberflächenspezialist für anfliegende Nahrung
  • Ausgeprägter Sexualdimorphismus mit fleischigem Unterkieferhaken bei Männchen
  • Zwei Farbformen im Handel: N. l. liemi (schwarze Flossen) und N. l. snijdersi (rote Flossen) – taxonomisch keine gültigen Unterarten, sondern Farbvarianten einer Art
  • Haremshaltung empfohlen; Männchen stark territorial
  • Bekannter Springer: lückenlose Abdeckung notwendig
  • Temperaturen dauerhaft über 26 °C sind nicht artgerecht (Hochlandbach-Art)
  • Kupferempfindlich – kupferhaltige Medikamente vermeiden; Kupfer unterdrückt den Appetit und kann bei dieser Art schnell zu tödlichem Hungertod führen

Vergesellschaftungshinweise

Nomorhamphus liemi ist ein Gruppenfisch, der mindestens in einer Gruppe von 4 bis 6 Tieren gehalten werden sollte. Bewährt hat sich die Haremshaltung mit einem Männchen und drei oder mehr Weibchen. Männchen sind untereinander territorial und tragen regelmäßige Rangkämpfe aus. Die Konstellation von zwei Männchen im gleichen Becken ist besonders problematisch und führt oft zu starker Unterdrückung des schwächeren Tieres. Bei mehr als einem Männchen sollte das Becken sehr geräumig sein (deutlich über 150 Liter) und über Sichtbarrieren an der Oberfläche verfügen. Gegenüber Beifischen ist die Art überwiegend friedlich, solange diese nicht die Oberflächenzone beanspruchen. Geeignete Gesellschaft sind ruhige Mittelwasser- und Bodenbewohner aus kühleren südostasiatischen Biotopen. Nicht geeignet sind konkurrenzstarke Oberflächenfische und hektische Schwarmfische. Jungfische und kleinste Garnelen werden als Beute angesehen; adulte Garnelen werden meist ignoriert. Schnecken sind sicher.

Geschlechtsdimorphismus

Der Geschlechtsdimorphismus von Nomorhamphus liemi ist ausgeprägt und ab etwa 4 cm Länge gut erkennbar. Männchen erreichen mit 7 bis 8 cm Standardlänge eine geringere Größe als Weibchen, sind aber deutlich farbenprächtiger: Je nach Form zeigen sie kontrastreiche schwarze oder rote Flossenzeichnungen, eine intensivere Körperfärbung und häufig einen charakteristischen fleischigen, nach unten gebogenen Hautlappen am Unterkiefer. Das eindeutigste Merkmal ist das Andropodium – die zur Begattungsorgan umgewandelte Afterflosse, die schlank und nach vorne gerichtet ist. Weibchen werden mit bis zu 9 cm Gesamtlänge deutlich größer und fülliger, besonders im Bauchbereich, der bei Trächtigkeit stark anschwillt. Ihre Färbung ist schlichter, das Flossenmuster weniger kontrastreich, und der Unterkiefer zeigt keinen Hautlappen.
Größe: M: ca. 7-8 cm SL, W: bis 9 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Nomorhamphus liemi benötigt eine Wassertemperatur von 20 bis 24 °C, einen pH-Wert von 6,5 bis 7,8 und eine mittlere Gesamthärte von 5 bis 12 °dGH. Die Art stammt aus kühlen Bergbächen und verträgt keine dauerhaft warmen Temperaturen – Werte über 26 °C führen zu Stress, Immunschwäche und verkürzter Lebenserwartung. In Sommer-Wohnräumen kann eine Kühlung notwendig werden. Beckengröße: Für eine Haremsgruppe aus einem Männchen und drei bis vier Weibchen ist ein Aquarium ab 100 cm Kantenlänge und etwa 150 Liter Volumen die absolute Mindestgröße. Lange, breite Becken mit großer Oberfläche sind optimal, hohe schmale Becken ungeeignet. Einrichtung: Offene Wasseroberfläche als Jagdrevier mit Schwimmpflanzeninseln am Rand (Salvinia, Limnobium). Wurzeln, Äste und Treibholz im oberen und mittleren Beckenbereich bieten Struktur und Orientierung. Der Bodengrund aus Sand oder feinem Kies ist für das Oberflächenverhalten zweitrangig. Eine dichte Uferbepflanzung mit robusten Pflanzen ist möglich, aber kein Muss. Filterung: Mäßige bis deutliche Strömung ist artgerecht und entspricht der Bergbach-Herkunft. Ein leistungsfähiger Außenfilter mit breit streuendem Auslass sorgt für sauerstoffreiches, bewegtes Wasser. Beleuchtung: Gedämpft bis mäßig hell. Zu starkes Licht wird gemieden. Sprungrisiko: Sehr hoch – Nomorhamphus liemi ist ein bekannter Springer. Eine lückenlose, vollständig geschlossene Abdeckung ist zwingend erforderlich. Bei guter Pflege und artgerechten Bedingungen liegt die Lebenserwartung bei 3 bis 5 Jahren.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,5-7,8
Temperatur:
20-24 °C
Beckengröße:
ab 100 cm, 150 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Nomorhamphus liemi ist lebendgebärend (vivipar) und kann im Aquarium vermehrt werden. Die Zucht gilt als mittelschwer, weil die Elterntiere präzise Wasserwerte und hochwertige Ernährung benötigen. Zuchtbedingungen: Temperatur 22 bis 24 °C, pH 7,0 bis 7,5, mittelhartes Wasser mit GH bis 12 °dGH. Wichtig ist eine intensive Konditionierung mit lebenden Insekten, Fruchtfliegen, kleinen Heimchen und hochwertigen Frostfutter-Mischungen – einseitige Trockenfutter-Haltung führt zu Fehlwürfen und Totgeburten. Die Tragzeit ist temperaturabhängig und beträgt etwa 4 bis 8 Wochen. Die Wurfgröße ist mit 9 bis 15 Jungfischen eher klein, die einzelnen Jungtiere sind aber mit 12 bis 15 mm vergleichsweise groß und kräftig. Sie fressen sofort frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, kleine Daphnien und feines Mikrogranulat. Weibchen zeigen nach dem Abwurf kein Brutpflegeverhalten und stellen den eigenen Jungfischen stark nach. Ohne dichte Schwimmpflanzendecken oder sofortige Trennung kommt es zu massiven Jungfischverlusten. Eine separate Aufzucht in einem Ablaichbecken oder separatem Aufzuchtbecken ist empfehlenswert.

Ernährung/Futterbedarf

Nomorhamphus liemi ist ein carnivorer Oberflächenjäger mit starker Spezialisierung auf lebende Insekten und Insektenlarven. In der Natur ernährt sich die Art fast ausschließlich von Fluginsekten, die auf die Wasseroberfläche fallen, sowie von Oberflächen-Wirbellosen. Im Aquarium sollten lebende oder gefrorene Insekten die Basis der Ernährung bilden: Fruchtfliegen (Drosophila hydei und melanogaster), kleine Heimchen, Buffalo-Würmer, weiße und schwarze Mückenlarven, Artemia und größere Daphnien. Hochwertiges Insekten-Granulat an der Oberfläche wird als Ergänzung akzeptiert, reicht aber als alleinige Basis nicht aus. Trockenfutter wird oft nur zögerlich angenommen. Eine einseitige Trockenfutter-Ernährung führt mittelfristig zu Vitaminmangel, Fehlwürfen und verkürzter Lebensdauer. Für den Zuchterfolg ist eine proteinreiche, vielseitige Kost aus lebenden Insekten essenziell. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
3–5 Jahre (bei artgerechter kühler Haltung)

Natürlicher Lebensraum

Nomorhamphus liemi ist endemisch auf der indonesischen Insel Sulawesi (Celebes) und besiedelt dort ausschließlich die klaren Bergbäche des Maros-Karsthochlands im Südwesten der Insel. Die Art kommt in Höhenlagen von etwa 600 bis 1.200 Metern vor und bewohnt schnell fließende, kühle, sauerstoffreiche Bäche mit klarem Wasser. Typische Wasserwerte in den natürlichen Habitaten liegen bei 20 bis 24 °C, pH 7,0 bis 8,0 (neutral bis leicht alkalisch) und mittlerer Wasserhärte. Die Strömung ist kräftig, das Wasser sauerstoffreich. Der Untergrund besteht aus Sand, feinem Kies und Kalksteinabbrüchen. Treibholz, Wurzeln und Uferpflanzen dienen als Strukturen und Jagdplattformen. Die klimatischen Bedingungen im Maros-Hochland sind deutlich kühler als im Tiefland Sulawesis – diese Bergbach-Herkunft macht Nomorhamphus liemi zu einer Art mit echten Kühlwasser-Ansprüchen: Dauertemperaturen über 26 °C werden langfristig nicht toleriert.

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