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Zierfische, Familie Nothobranchiidae

Rachows Prachtgrundkärpfling Nothobranchius rachovii

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Rachows Prachtgrundkärpfling (Nothobranchius rachovii) erreicht ca. 6 cm TL und gilt als einer der farbenprächtigsten Killifische. Männchen zeigen ein leuchtendes Türkis bis Hellblau auf dem Körper, durchsetzt von roten bis dunkelroten Schuppenrändern, die ein Waben- oder Netzmuster erzeugen.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Harem
  • Territorial
  • bis 6 cmEndgröße

  • 1 JahreLebenserwartung

  • 20-24 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 3-10 °dGHGesamthärte

  • ab 54 lAquariengröße

Beschreibung

Die Schwanzflosse trägt einen schwarzen Außenrand und eine leuchtend orangegelbe bis gelb-orange submarginale Binde, die je nach Population (Beira-98 besonders intensiv) variiert. Weibchen sind blass graubraun mit dezenter Schuppierung.

Im Aquarium sind die Tiere oberflächennahe Schwimmer mit ausgeprägtem Revier- und Balzverhalten der Männchen. Gegenüber anderen Arten sind sie meist verträglich, am besten aber in reinen Artbecken aufgehoben. Als Jahresfisch vollenden die adulten Tiere ihren Lebenszyklus innerhalb einer Regenzeit; die Eier überdauern im diapausefähigen Substrat.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: 20–24 °C, pH 6,0–7,5, GH 3–10 dGH. Höhere Temperaturen (über 24 °C) verkürzen die ohnehin kurze Lebenserwartung deutlich.

Das Becken sollte mindestens 60 cm Kantenlänge aufweisen; für Gruppenhaltung sind 80 cm empfohlen. Strömung minimal oder gar nicht vorhanden halten. Viel freier Schwimmraum in den oberen Bereichen, kombiniert mit dichter Ufervegetation und Schwimmpflanzen. Feiner, weicher Bodengrund oder torfähnliche Substrate. Sanfte Filterung (Schwammfilter) und moderate Sauerstoffzufuhr.

Eine fest schließende Abdeckung ist wegen der starken Springneigung Pflicht. Eine kurzfristige Temperaturabsenkung auf ca. 21 °C kann natürliches Laichverhalten fördern.

Nothobranchius rachovii ist eine spektakuläre Art für erfahrene Aquarianer. Die kurze Lebenserwartung von 6–12 Monaten ist biologisch bedingt. Wer die speziellen Anforderungen an Einrichtung, Fütterung und Zuchttechnik versteht, erhält farblich eindrucksvolle Aquarientiere.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Nothobranchius rachovii wird überwiegend im Harem gehalten: ein Männchen mit mindestens zwei bis drei Weibchen (Verhältnis 1:2 oder 1:3). Alternativ sind größere Gruppen mit deutlichem Weibchenüberschuss möglich.

Im normalen Tagesablauf sind die Tiere gegenüber anderen Arten friedlich. Während der Revier- und Brutzeit werden Männchen deutlich territorialer. Schnecken werden in der Regel toleriert. Zwerggarnelen können als Beute betrachtet werden, Jungtiere sind besonders gefährdet.

Aufgrund des ausgeprägten Sozialverhaltens sollten Nothobranchius rachovii vorzugsweise im Artbecken gehalten werden. Falls Vergesellschaftung gewünscht, eignen sich sehr kleine, ruhige Arten, die nicht in der oberen Wasserschicht konkurrieren.

Ernährung

Nothobranchius rachovii ist karnivor mit leichter omnivorer Tendenz. Hochwertige Lebend- und Frostfuttermittel sind die Basis: weiße und schwarze Mückenlarven, Artemia (frisch geschlüpft), Daphnien, Cyclops und Enchyträen. Trockenfutter wird häufig nur widerwillig angenommen und sollte nicht die Basis bilden. Mehrmals täglich kleine Portionen fördern Aktivität und Balzverhalten. Auf rote Mückenlarven und Tubifex sollte verzichtet werden: Killifische reagieren empfindlich auf die damit eingetragenen Keime und neigen bei fettreicher Kost zur Verfettung. Weiße und schwarze Mückenlarven, Artemia, Cyclops und Grindalwürmer sind die bessere Grundlage.

Zucht

Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (Jahresfisch). Schwierigkeit: mittel bis schwer. Die Zucht ist in der Killifisch-Hobbyzucht weit verbreitet; Nachzuchten bis F5+ sind dokumentiert.

Zuchtwasserwerte: 21–24 °C, pH 6,0–6,5, GH max. 8 dGH.

Weibchen legen täglich wenige Eier (4–10 Stück) in Fasertorf oder Kokosfaser. Der Torf wird entnommen, ausgedrückt und in einer Plastiktüte bei 21–24 °C gelagert. Die Diapause sollte mindestens 5–7 Monate betragen; kürzere Perioden führen zu schlechten Schlupfraten. Zum Schlupf den Torf mit kühlem, weichem Wasser übergießen.

Erstfutter: Infusorien und Pantoffeltierchen, nach wenigen Tagen Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen. Geschlechtsreife tritt bereits nach 3–4 Wochen ein. Konditionierung mit reichlich Lebendfutter (weiße Mückenlarven, Grindalwürmer, Artemia) ist für hohe Eiproduktion nötig.

Zuchtwasser: 21 bis 24 °C, pH 6 bis 6,5, bis 8 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Nothobranchius rachovii kommt in flachen, temporären Wasseransammlungen in Ostafrika vor, hauptsächlich in Mosambik (um Beira, unteres Sambesi-Gebiet, Einzugsgebiet des Pungwe). Typische Habitate sind flache, warme, schlammige Tümpel mit weichem Boden, die in der Trockenzeit austrocknen. Kaum Strömung, beschattet durch Ufervegetation und Gräser. Das Substrat aus weichem Schlamm, Lehm oder torfähnlichen Ablagerungen dient als Eiablage- und Schutzraum.

Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.

Geschlechtsunterschiede

Männchen zeigen intensive Türkis-, Rot- und Orangetöne mit vergrößerten, stärker gezeichneten Flossen und erreichen bis zu 6 cm TL. Weibchen bleiben mit ca. 4 cm deutlich kleiner und zeigen eine unmarkante graubraune Grundfärbung mit dezenter Schuppierung.

Gut zu wissen

  • Jahresfisch: Eier überdauern die Trockenzeit als Diapause im Substrat
  • Substratlaicher in torfhaltigem Substrat
  • Starke Geschlechtsdimorphie mit deutlich bunteren Männchen
  • Aktiver Springer, fest schließende Abdeckung ist Pflicht
  • Hoher Bedarf an Lebend- und Frostfutter, Trockenfutter wird häufig verschmäht
  • Junggarnelen gefährdet, Schnecken unproblematisch
  • Kurze Lebenserwartung von 6–12 Monaten ist biologisch bedingt, kein Pflegefehler

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Rachows Prachtgrundkärpfling?

Empfohlen werden 20–24 °C, pH 6,0–7,5 und GH 3–10 dGH. Höhere Temperaturen verkürzen die Lebenserwartung. Die Art bevorzugt weiches, leicht saures Wasser.

Kann man den Rachows Prachtgrundkärpfling vergesellschaften?

Vorzugsweise im Artbecken halten. Falls Vergesellschaftung gewünscht, eignen sich sehr kleine, ruhige Arten, die nicht in der oberen Wasserschicht konkurrieren. Zwerggarnelen sind gefährdet, Schnecken werden toleriert.

Wie züchtet man den Rachows Prachtgrundkärpfling?

Die Eier werden in Torf abgelegt und mindestens 5–7 Monate trocken gelagert (Diapause). Zum Schlupf den Torf mit kühlem Wasser übergießen. Zuchtwerte: 21–24 °C, pH 6,0–6,5, GH max. 8 dGH. Geschlechtsreife tritt nach 3–4 Wochen ein.

Wie lange lebt der Rachows Prachtgrundkärpfling?

Die Lebenserwartung beträgt 6–12 Monate im Aquarium. Das ist biologisch bedingt und kein Pflegefehler; Nothobranchius rachovii ist ein annueller Killifisch, dessen Lebenszyklus in der Natur auf eine Regenzeit begrenzt ist.

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