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Odontamblyopus rubicundus

Deutscher Name: Rote Aalgrundel

Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
China, Indien, Myanmar
Farben:
braun, rosa, rot
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Odontamblyopus rubicundus
Gattung: Odontamblyopus
Familie: Gobiidae

Beschreibung

Die Rote Aalgrundel (Odontamblyopus rubicundus) erreicht ca. 25 cm TL und ist ein aalartig gestreckter Grundbewohner mit râtlicher bis rosabrauner KârperfÀrbung. Rücken- und Afterflosse verlaufen nahezu durchgehend bis zur Schwanzflosse, die Bauchflossen sind miteinander verwachsen. Die Augen sind rudimentÀr und vollstÀndig von einer Hautschicht bedeckt, eine Anpassung an trübe, schlammige Habitate. Im Aquarium zeigt die Art ein stark zurückgezogenes, grabendes Verhalten. Die Tiere verbringen den Großteil der Zeit in selbstgegrabenen GÀngen und sind vornehmlich dÀmmerungs- und nachtaktiv. Als fakultative Luftatmer kânnen sie Perioden mit geringem Wasserstand in Schlammhâhlen überdauern. Obligate Brackwasserhaltung ist für die Langzeitpflege nâtig.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
VertrΓ€glichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Grabendes, rΓΆhrenbewohnendes Verhalten in tiefem, weichem Substrat
  • RudimentΓ€re, vollstΓ€ndig hautbedeckte Augen
  • Fakultativer Luftatmer: kann atmosphΓ€rische Luft aufnehmen
  • DΓ€mmerungs- und nachtaktiv, tagsΓΌber in HΓΆhlen verborgen
  • AusgeprΓ€gter RΓ€uber: Beute bis zur halben eigenen KΓΆrperlΓ€nge
  • Obligate Brackwasserart: Süßwasserhaltung nicht artgerecht
  • RΓΌckzug in SchlammhΓΆhlen bei Ebbe, saisonales Verhalten mit Tidenbezug

Vergesellschaftungshinweise

O. rubicundus ist gegenüber gleichgroßen Artgenossen nicht aggressiv, sofern ausreichend GrabflÀchen vorhanden sind. In der NÀhe von Bruthâhlen zeigt die Art territoriales Verhalten. Die Art ist ein ausgeprÀgter RÀuber: Alles, was in den Mund passt, wird gefressen. Beutetiere kânnen fast halb so lang wie der RÀuber sein. Fischarten kleiner als die halbe KârperlÀnge sind als Gesellschaft ungeeignet. Garnelen werden grundsÀtzlich gefressen; adulte Schnecken werden meist verschmÀht. Die Vergesellschaftung ist erheblich eingeschrÀnkt. Geeignet sind ausschließlich robuste Brackwasserarten Àhnlicher oder grâßerer Kârpergrâße, die denselben Salzgehalt tolerieren.

Geschlechtsdimorphismus

Der Geschlechtsdimorphismus ist kaum ausgeprÀgt. Weibchen erscheinen vor dem Ablaichen oft fülliger im Bauchbereich. VerlÀssliche Àußere Unterscheidungsmerkmale sind nicht dokumentiert. Die Geschlechterbestimmung gestaltet sich für Aquarianer schwierig.
Grâße: ca. 25 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: 20–28 Β°C, pH 7,5–8,5, GH 15–30 dGH. Brackwasserhaltung ist Pflicht: Salzgehalt ca. 1,005–1,015 SG (7–20 g/l Meersalz). Reine Süßwasserhaltung fΓΌhrt langfristig zu Stresserkrankungen. Mindestens 120 cm KantenlΓ€nge (ca. 300 Liter). Ein breites, flaches Becken mit großer BodenflΓ€che ist wichtiger als reines Volumen. Tiefes, weiches Substrat (mindestens 10–15 cm feiner Sand) ist Pflicht, damit die Tiere stabile GΓ€nge graben kΓΆnnen. Große Steine, Wurzelholz oder PVC-RΓΆhren bieten zusΓ€tzliche Verstecke. MÀßige bis ruhige StrΓΆmung. GemÀßigte bis schwache Beleuchtung. Abdeckung empfohlen; ein Spalt zwischen WasseroberflΓ€che und Deckel ermΓΆglicht das gelegentliche Luftschnappen. O. rubicundus ist eine Spezialistenart fΓΌr erfahrene Brackwasser-Aquarianer. Die fakultative Luftatmung und das grabende Verhalten machen die Pflege anspruchsvoll, aber verhaltensbiologisch lohnend.
WasserhΓ€rte:
hart bis sehr hart, mittel bis hart
pH-Wert
7,5-8,5
Temperatur:
20-28 Β°C
Beckengrâße:
ab 120 cm, 300 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Hâhlenlaicher. Zuchtstatus: nicht dokumentiert. O. rubicundus wurde bisher nicht erfolgreich in Gefangenschaft nachgezüchtet. Die Art stellt sehr spezifische Anforderungen: tiefes, grabfÀhiges Substrat für Bruthâhlen, brackige bis marine Bedingungen und vermutlich saisonale Auslâser (Gezeitenzyklen, Monsunphasen). Konkrete Angaben zu Gelegegrâße, Inkubation oder Larvalentwicklung fehlen vollstÀndig.

ErnΓ€hrung/Futterbedarf

O. rubicundus ist ein ausgeprΓ€gter Fleischfresser und LauerjΓ€ger. Geeignetes Futter: Mysis, Krill, RegenwΓΌrmer, Muschelfleisch, kleine Garnelen und Fischfilet. Nahrung sollte in sinkender Form nahe HΓΆhleneingΓ€ngen angeboten werden. Lebendfutter unterstΓΌtzt natΓΌrliches Jagdverhalten; Frostfutter ist eine praktikable Alternative. Pflanzliche Komponenten werden kaum angenommen. Mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag sind ideal. FΓΌtterungshinweis: Lieber mehrmals tΓ€glich kleine Portionen fΓΌttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
ErnΓ€hrungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 5 Jahre (nicht gesichert)

NatΓΌrlicher Lebensraum

O. rubicundus bewohnt schlammige KΓΌstenbereiche und FlussmΓΌndungen mit Tideneinfluss in Ostasien (Indien, Bangladesch, Myanmar, China). Typische Fundorte sind Γ€stuare Bereiche wie die Sundarbans und das Perlflussdelta mit Mangrovenbereichen. Die Art lebt in selbstgegrabenen HΓΆhlen im Schlick. Bei Ebbe ziehen sich die Fische in wassergefΓΌllte SchlammhΓΆhlen zurΓΌck und atmen atmosphΓ€rische Luft. Wilde Wasserwerte sind nicht im Detail dokumentiert und kΓΆnnen lokal stark variieren.

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