Omobranchus zebra
Beschreibung
Der Zebra-Schleimfisch (Omobranchus zebra) erreicht ca. 6 cm SL (ca. 7 cm TL) und ist eine kompakt gebaute Brackwasser-Blenny mit stark kontrastierendem Zebramuster: dunkle, schwarzbraune Streifen auf hellem Grund ziehen sich vertikal über Kopf und Körper. Der Körperbau ist gedrungen und bodennah, die Rückenflosse ist ausgeprägt.
Im Aquarium zeigt die Art ausgeprägtes Bodenverhalten mit Patrouillieren entlang des Substrats und Nutzung von Spalten und Höhlen als Ruheplätze. Männchen können gegenüber Rivalen und Bodenbewohnern sehr aggressiv werden und verursachen regelmäßig Bisswunden. Ein Artenbecken ist in den meisten Fällen die sicherste Wahl. Brackwasser ist für die Langzeithaltung Pflicht.
Besonderheiten
- Zebramuster in Schwarz, Weiß und Braun
- Brackwasser-Art, häufig in Mangrovenhabitaten
- Territorial, Männchen bewachen Gelege und können andere Fische ernsthaft verletzen
- Substratlaicher: Ablaichen in Höhlen oder Löchern
- Larvenstadium planktonisch mit Meeresphase in der Natur
- Toleriert kurzfristig Süßwasser, benötigt langfristig Brackwasser
- Sprungrisiko: gut schließende Abdeckung Pflicht
Vergesellschaftungshinweise
O. zebra ist ausgeprägt territorial mit hohem Aggressionspotenzial gegenüber Artgenossen. Männchen verursachen untereinander regelmäßig Bisswunden. Einzelhaltung oder Paarhaltung in strukturreichen Becken ist empfehlenswert; bei Gruppenhaltung benötigt jedes Tier ein eigenes Revier mit Höhle.
Kleine Garnelen-Jungtiere und Krebstiere werden als Beute betrachtet; größere Brackwasserschnecken werden meist toleriert.
Vergesellschaftung nur mit robusten, brackwassertoleranten Arten, die nicht zu ähnlich in Gestalt sind. Artenbecken ist in der Praxis meist die bessere Lösung.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen zeigen intensiver gefärbte Rückenflossen und stärkere Seitenflecken. Die ersten vier Strahlen der Afterflosse sind bei Männchen an den Spitzen abgeflacht, was ein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal darstellt. Männchen erreichen bis zu 7 cm TL, Weibchen bleiben etwas kleiner.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: 22–27 °C, pH 7,5–8,5, GH 17–30 dGH. Brackwasser Pflicht: mindestens 5 g/l Meersalz; für optimale Bedingungen 15–20 g/l (ca. SG 1.010–1.015).
Mindestens 100 cm Kantenlänge (150 Liter). Längliches Beckenformat mit viel Bodenfläche. Feiner Sandboden mit Höhlen, Steinen, grobem Kies und PVC-Röhren als Revierstrukturen. Moderate Filterung mit guter Sauerstoffversorgung. Stabile Wasserchemie ist nötig; plötzliche Schwankungen bei Salzgehalt, pH und GH vermeiden.
Sprungrisiko dokumentiert, gut schließende Abdeckung Pflicht.
O. zebra ist eine anspruchsvolle Art für erfahrene Aquarianer mit Brackwasser-Biotop. Ausgeprägtes Territorialverhalten mit Verletzungsrisiko für Mitbewohner macht ein Artenbecken meist zur besseren Lösung.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (Höhlenlaicher). Schwierigkeit: schwer.
Zuchtwasserwerte: 25–27 °C, pH 7,5–8,5, GH max. 30 dGH, Salinität ca. 15–20 g/l. Männchen bewachen das Gelege aktiv in Höhlen.
Larven schlüpfen nach ca. 5–7 Tagen (3–4 mm). Erstfutter: Rädertierchen (Brachionus), dann Artemia-Nauplien und Copepoden. Die Larven benötigen eine marine Phase; Aufzucht ist entsprechend anspruchsvoll. Nachzuchtzahlen bleiben gering.
Ernährung/Futterbedarf
Fleischbetonter Allesfresser. Sowohl tierische Beute (Copepoden, Krebstiere, Würmer) als auch Algenaufwuchs werden gefressen. Artemia, Mysis, Mückenlarven und Cyclops als Lebend- oder Frostfutter. Sinkende Granulate werden nicht immer akzeptiert. Die Tiere weiden aktiv Algenaufwuchs ab. Mehrmals täglich kleine Portionen.
Natürlicher Lebensraum
O. zebra besiedelt brackige Ufer-, Flussmündungs- und Mangrovenbereiche im Indo-West-Pazifik (Indien, Malaysia, Indonesien, Singapur, Philippinen). Sandige bis schlammige Böden mit Versteckmöglichkeiten durch Wurzeln, Steine und Höhlenstrukturen in Mangrovenkomplexen. Mäßige Strömung mit regelmäßigen Gezeitenschwankungen.
Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren.