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Zierfische, Familie Siluridae

Rübezahl-Glaswels Ompok pinnatus

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Rübezahl-Glaswels (Ompok pinnatus) erreicht ca. 8-10 cm TL und ist ein zierlicher Vertreter der Familie Siluridae mit glasartig-transparenter Erscheinung. Der seitlich abgeflachte Körper variiert in hellen, durchscheinenden bis blassgrauen Nuancen, sodass innere Strukturen schemenweise sichtbar sind.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Schwarm
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • 8-10 cm TLEndgröße

  • 5-8 JahreLebenserwartung

  • 22-28 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 4-15 °dGHGesamthärte

  • ab 100 lAquariengröße

Beschreibung

Besonders charakteristisch sind die extrem langen Maxillar- und Mandibularbarteln, die bei ausgewachsenen Exemplaren deutlich über die Schwanzflossenbasis hinausreichen. Im Unterschied zur nah verwandten Ompok eugeneiatus besitzt Ompok pinnatus eine längere Rückenflosse (etwa ein Fünftel der Standardlänge). Die Art gehört zur Eugeneiatus-Artengruppe (nicht zur bimaculatus-Gruppe) und wurde erst 2003 wissenschaftlich beschrieben. Im Handel wird sie oft mit Ompok bimaculatus (bis 45 cm!) oder Ompok eugeneiatus verwechselt. Im Aquarium zeigt Ompok pinnatus dämmerungs- und nachtaktives Verhalten: tagsüber in Verstecken, abends ruhig am Boden und in mittleren Wasserschichten schwimmend. Gegenüber gleichgroßen Fischen friedlich; sehr kleine Fische und Zwerggarnelen werden als Beute betrachtet.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: 22-28 °C, pH 6,0-7,5, GH 4-15 dGH. Mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 100 Liter) für eine Gruppe von 4-6 Tieren. Sand oder feiner Kies als Substrat. Wurzelholz und dicht bepflanzte Bereiche als Tagverstecke. Gedämpftes Licht fördert das Wohlbefinden. Geringe bis mäßige Strömung. Stabile Wasserqualität ist wichtiger als starke Strömung. Fütterung bevorzugt in den Abendstunden: Mückenlarven, Artemia, Daphnien, Cyclops. Nach Eingewöhnung absinkende Kleinstpellets. Empfindlich gegenüber plötzlichen Wasserwertänderungen; langsam eingewöhnen. Zwerggarnelen sind als Mitbewohner nicht geeignet. O. pinnatus ist eine seltene Kleinwelsart für erfahrene Aquarianer. Der Haltungsaufwand ist handhabbar, solange stabile Parameter und gedämpftes Licht geboten werden.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Ompok pinnatus ist ein ruhiger Schwarmfisch und sollte in einer Gruppe von mindestens 4-6 Exemplaren gehalten werden. In der Natur tritt die Art in kleinen Gruppen auf. Das Temperament ist friedlich; keine Territorialität gegenüber gleichgroßen Beifischen. Zwerggarnelen und sehr kleiner Schneckennachwuchs werden als Beute betrachtet; größere, ausgewachsene Zierschnecken werden dagegen meist ignoriert. Geeignete Partner: ruhige bis mittelaktive Arten aus dem Mekong- oder Chao-Phraya-Einzugsgebiet, etwa kleinere Danio- oder Rasbora-Arten, mittlere Loaches oder kleinere Barben. Sehr kleine Fische (unter 3 cm) meiden.

Ernährung

Mikroprädator/Karnivor. In der Natur: Kleinstkrebstiere und Insekten. Im Aquarium: Mückenlarven, Artemia, Daphnien, Cyclops in passender Größe. Frostfutter als Alternative. Absinkende Kleinstpellets werden nach längerer Eingewöhnung angenommen. Fütterung in den Dämmerungsstunden. Portionsweise füttern.

Zucht

Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Schwierigkeit: nicht dokumentiert. Für Ompok pinnatus liegen keine verifizierten Nachzuchterfolge im Hobby-Aquarium vor. Die Art wurde erst 2003 beschrieben und ist im Handel selten. Bei verwandten Ompok-Arten wurden hormonell induzierte Befruchtungen durchgeführt; diese Protokolle sind nicht direkt auf Ompok pinnatus übertragbar.

Natürlicher Lebensraum

Ompok pinnatus stammt aus Südostasien und ist in den Einzugsgebieten der Flüsse Chao Phraya und Mekong verbreitet (Thailand, Kambodscha, Laos). Haupt- und Nebenflüsse sowie angeschlossene Sumpfgebiete und überflutete Ebenen. Bereiche mit mäßiger Strömung, Wurzeln, umgestürzten Ästen und dichtem Uferbereich. Sand oder feiner Kies als Substrat. Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren.

Geschlechtsunterschiede

Männchen besitzen gesägte/gezackte Brustflossenstacheln, während Weibchen und juvenile Tiere glatte Stacheln aufweisen. Diese morphologische Differenz erlaubt die sichere Geschlechtsbestimmung bei subadulten und adulten Tieren. Weitere Unterschiede in Körpergröße oder Färbung sind nicht dokumentiert.

Gut zu wissen

  • Extrem lange Maxillar- und Mandibularbarteln, weit über die Schwanzflossenbasis reichend
  • Glasartig-transparente Erscheinung, ähnlich Kryptopterus-Arten
  • Längere Rückenflosse als verwandte Ompok-Arten (Schlüsselmerkmal)
  • Dämmerungs- und nachtaktiv; tagsüber versteckt
  • Männchen besitzen gesägte Brustflossenstacheln; bei Weibchen glatt
  • Erst 2003 beschrieben, im Handel selten und oft verwechselt
  • Geringes Sprungrisiko, sicherer Deckel dennoch empfohlen
  • Frisst Zwerggarnelen und sehr kleine Fische
  • Kupferempfindlich: Schuppenlose Welse nehmen Kupfer besonders rasch über die Haut auf – kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden.

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Rübezahl-Glaswels?

Empfohlen werden 22-28 °C, pH 6,0-7,5 und GH 4-15 dGH. Die Art stammt aus den Mekong- und Chao-Phraya-Einzugsgebieten und bevorzugt weiches bis mittleres Wasser.

Kann man den Rübezahl-Glaswels vergesellschaften?

Ja, mit gleichgroßen, friedlichen Arten aus Südostasien (Rasboras, Danios, kleinere Barben). Zwerggarnelen und sehr kleine Fische (unter 3 cm) werden als Beute betrachtet. In Gruppen von mindestens 4-6 Tieren halten.

Kann man den Rübezahl-Glaswels im Aquarium züchten?

Bisher nicht dokumentiert. Die Art wurde erst 2003 beschrieben und ist im Handel selten. Keine verifizierten Nachzuchterfolge im Hobby-Aquarium bekannt.

Wie groß muss das Aquarium für den Rübezahl-Glaswels sein?

Mindestens 80 cm Kantenlänge und 100 Liter für eine Gruppe von 4-6 Tieren. Gedämpftes Licht, Verstecke aus Wurzelholz und dichter Bepflanzung.

Hinweis zu den Daten

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