Ophichthus apicalis
Beschreibung
Die Stumpfnasen-Schlangenmuräne (Ophichthus apicalis) erreicht bis zu 100 cm TL und ist eine schlangenartige Aalverwandte der Familie Ophichthidae. WICHTIG: Diese Art ist eine reine Meeres-/Brackwasserart und benötigt ein Salzwasseraquarium. Die Haltung in Süßwasser ist nicht möglich.
Der langgestreckte, schlanke Körperbau erinnert an eine Seeschlange. Die Grundfarbe ist blass bräunlich-gelb; die Rückenpartie etwas dunkler, Flossen heller. Flossen sind in die Körperkontur integriert. Das Körperende läuft spitz zu.
Im Aquarium zeigt O. apicalis zurückgezogenes, bodenorientiertes Verhalten. Typisch ist das Eingraben in weichen, tiefen Sand, wobei meist nur Kopf und Augen hervorragen. Die Art ist nachtaktiv und lauert reglos, bis Beutetiere in Reichweite kommen. Tagsüber oft vollständig im Substrat verborgen.
Besonderheiten
- Reine Meeres-/Brackwasserart, Salzwasseraquarium Pflicht (SG 1.020-1.025)
- Dauerhafte Grabung im tiefen Sand, Kopf ragt oft hervor
- Nachtaktiv und lauernder Räuber, tagsüber meist verborgen
- Kräftiger Kiefer mit spitzen Zähnen, schnelles Hervorschnellen aus dem Sand
- Garnelen und kleine Schnecken als Beute
- Tiefer, feiner Sandboden (15-25 cm) als Substrat Pflicht
- Sprungrisiko vorhanden, sichere Abdeckung Pflicht
Vergesellschaftungshinweise
O. apicalis ist ein Einzelgänger und sollte einzeln gehalten werden. Feste Reviere in Form von Eingrabungsstellen werden dauerhaft genutzt. Das Temperament ist ruhig und zurückhaltend, geprägt von Lauerverhalten und schnellen Angriffsbewegungen bei der Nahrungsaufnahme.
Räuberisch: Kleinere Fische und Krebstiere werden aktiv erbeutet. Garnelen werden als Futter betrachtet. Schnecken sind gefährdet, besonders kleinere Arten.
Vergesellschaftung nur mit robusten, großen Meeresfischen aus dem Indopazifik, die nicht ins Maul passen. In der Praxis ist Einzelhaltung meist die bessere Lösung.
Geschlechtsdimorphismus
Keine äußeren Geschlechtsunterschiede dokumentiert. Eine visuelle Geschlechtsbestimmung ist nicht möglich.
Haltungstipps / Pflege
MEERWASSERART: Salzwasseraquarium Pflicht! Salzgehalt 1.020-1.025 SG.
Wasserwerte: 24-29 °C, pH 8,0-8,5 (Meerwasser-typisch). Statt GH sind für Meeresaquarien Kalzium (380-450 mg/l), Magnesium (1.250-1.350 mg/l) und Alkalinität (8-12 dKH) die relevanten Parameter.
Mindestens 200 cm Kantenlänge und 1000 Liter. Die potenzielle Endgroesse von 100 cm TL erfordert ein entsprechend grosszuegiges Becken. Große Grundfläche entscheidend. Tiefer, feiner Sandboden (mindestens 15-25 cm) ist Pflicht für das Eingrabungsverhalten. Keine scharfkantigen Partikel. Mäßige Strömung, leistungsfähige Filterung mit Proteinabschäumer.
Fütterung: Reiner Fleischfresser. Fischfilet von Meeresfischarten, Muschelfleisch, Tintenfisch, Krill, ganze Garnelen. Fütterung abends oder nachts.
Sichere Abdeckung Pflicht. O. apicalis ist eine Spezialistenart für erfahrene Meerwasser-Aquarianer.
Zucht und Fortpflanzung
Im Aquarium nicht möglich. Keine Berichte über kontrollierte Fortpflanzung in Gefangenschaft. Ophichthidae-Arten haben pelagische Leptocephalus-Larven, deren Entwicklung ozeanographische Bedingungen erfordert, die im Heimaquarium nicht reproduzierbar sind.
Ernährung/Futterbedarf
Reiner Fleischfresser (Trophiestufe 4.1). In der Natur: kleinere Fische, Krebstiere, benthische Wirbellose. Im Aquarium: frisches oder aufgetautes Fischfilet von Meeresfischarten, Muschelfleisch, Tintenfisch, Krill, ganze Garnelen. Fütterung in der Dämmerung oder nachts. Sorgfältige Kontrolle der Futterqualität nötig.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
O. apicalis ist im Indopazifik verbreitet, von Ostafrika (Kenia, Madagaskar, Südafrika) bis Südostasien (Taiwan, Thailand, Philippinen, Vietnam). Flache Küstengewässer und Ästuare bis ca. 22 m Tiefe. Sandige bis schlammige Böden, in die sich die Tiere eingraben. Mäßige Strömungsverhältnisse.
Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren.