Aus Freude an der Aquaristik Wissen, Inspiration und Community

my-fish

Steckbriefe mit Haltungsdaten, Wasserwerten und Bildern.

Zur Fishothek

Zierfische, Familie Adrianichthyidae

Japanischer Reiskärpfling

Oryzias latipes

Der Japanische Reiskärpfling (Oryzias latipes) ist ein zierlicher Schwarmfisch aus der Familie Adrianichthyidae, der etwa 3–4 cm erreicht und vor allem durch die enorme Farbenvielfalt seiner Zuchtformen (Medaka) bekannt ist. Die Wildform zeigt eine silbrig-graue bis cremeweißen Grundfärbung, während jahrzehntelange Zuchtarbeit Varietäten in Gold, Orange, Blau, Schwarz und Weiß hervorgebracht hat.

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Schwarm
  • Friedlich
Japanischer Reiskärpfling (Oryzias latipes)
Quelle: Aquarium Glaser
  • 3-4 cmEndgröße

  • 2-4 JahreLebenserwartung

  • 16-24 °CTemperatur

  • 6,5-8,5pH-Wert

  • 6-20 dGHGesamthärte

  • ab 54 lBeckengröße

Beschreibung

Der Körper ist schlank und torpedoförmig mit proportionalen Flossen. Im Aquarium zeigt Oryzias latipes ein aktives Schwimmverhalten, das sich vorwiegend in der oberen Wasserregion und unmittelbar unterhalb der Wasseroberfläche abspielt. Die Tiere sind neugierig und patrouillieren regelmäßig an der Oberfläche und unter Schwimmpflanzen, wo sie nach Futter suchen und Laichsubstrat inspizieren. Trotz der Aktivität bleiben die Bewegungen kontrolliert und ruhig, was sie zu angenehmen Beobachtungstieren in ruhigen Gesellschaftsaquarien macht.

Haltung und Pflege

Für Oryzias latipes sind folgende Wasserwerte empfohlen: Temperatur 16–24 °C, pH 6,5–8,5, GH 6–20 °dGH. Die Art ist sehr robust und toleriert kurzfristig kühlere Temperaturen (bis ca. 4 °C), doch dauerhaft erhöhte Temperaturen über 24 °C verkürzen die Lebenserwartung nachweislich. Ein unbeheiztes Aquarium bei Raumtemperatur ist häufig die optimale Lösung. Saisonale Temperatursenkungen auf 16 °C simulieren natürliche Kältepausen und fördern die Laichbereitschaft im Frühjahr. Für eine artgerechte Haltung empfiehlt sich ein Aquarium mit mindestens 60 cm Kantenlänge und ca. 54 Litern. Die Einrichtung sollte dichte Pflanzengruppen mit Schwimmpflanzen und feinfiedrigen Wasserpflanzen wie Ceratophyllum oder Cabomba umfassen. Dunkler Bodengrund betont die Farben. Die Strömung sollte ruhig bis mäßig sein, ohne starke Wirbel. Ein Schwammfilter mit 4–5-fachem Beckenvolumen-Durchsatz ist bewährt. Da Oryzias latipes ein aktiver Oberflächenfisch ist und gelegentlich springt, ist eine dicht schließende Aquariumabdeckung nötig. Andere Oryzias-Arten sind wegen Hybridisierungsgefahr nicht als Beifische geeignet. Mit etwas Aufmerksamkeit bei Einrichtung und Wasserqualität liefert Oryzias latipes über Jahre Freude durch aktives Sozialverhalten und regelmäßige Nachzuchten.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Oryzias latipes ist ein geselliger Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 Tieren gehalten werden. Kleinere Gruppen führen zu erhöhtem Stress. Innerhalb der Gruppe sind die Tiere sehr friedlich; Rangkämpfe beschränken sich auf leichtes Imponierverhalten. Während der Fortpflanzungszeit zeigen Männchen verstärktes Balzverhalten, ohne ernsthafte Aggressionen zu entwickeln. Die Art ist weitgehend verträglich gegenüber Schnecken; adulte Garnelen werden toleriert. Junggarnelen sehr kleiner Arten können bei geringer Versteckdichte gefressen werden. Oryzias latipes lässt sich gut mit anderen friedlichen, ähnlich großen Schwarmfischen aus Ostasien oder mit kleinen bodenbewohnenden Welsen vergesellschaften. Aggressive und große Cichliden sind ungeeignet. Andere Oryzias-Arten sind wegen Hybridisierungsgefahr kategorisch zu meiden.

Ernährung

Oryzias latipes ist ein Allesfresser mit starkem Anteil an tierischer Mikrobeute. Geeignet sind feine Flocken, Mikro-Granulate sowie lebende oder gefrostete Kleintiere: Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops, Mikrowürmer und feine Mückenlarven. Pflanzliche Ergänzungen wie Spirulina-Futter unterstützen die Farbintensität. Junge Tiere profitieren in den ersten Wochen von sehr feinem Futter wie Infusorien und Staubfutter.

Zucht

Die Zucht von Oryzias latipes ist gut dokumentiert und gilt als einfach. Es handelt sich um Haftlaicher mit einem typischen Eiträgeverhalten: Weibchen tragen die befruchteten Eier als Traube am Körper, bevor sie diese an feinblättrigen Pflanzen abstreifen. Photoperiodische Reize sind entscheidend: Mindestens 13–14 Stunden Licht pro Tag und eine Wassertemperatur von 20–24 °C simulieren Frühling und lösen die Laichbereitschaft aus. Zur Konditionierung empfiehlt sich reichliches Lebendfutter wie Artemia, Mückenlarven und Grindalwürmer. Oryzias latipes laicht kontinuierlich mit täglichen Gelegen von etwa 10–30 Eiern. In Brutbecken sollten Eier oder Larven separiert werden, da Elterntiere Jungfische nachstellen können. Die Inkubation dauert bei 20–24 °C ca. 7–14 Tage. Erstfutter: Infusorien und Staubfutter, nach einigen Tagen Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.

Zuchtwasser: 20 bis 24 °C

Natürlicher Lebensraum

Oryzias latipes ist in Japan heimisch (im engeren Sinne als Oryzias latipes s.s.). Typische Vorkommen sind flache, dicht bewachsene Gewässer wie Reisfelder, stillstehende oder langsam fließende Gräben, Teiche und Uferbereiche von Seen. Die Habitate sind stark vegetationsreich mit Schwimmpflanzen und feinfiedrigen Unterwasserpflanzen. Das Substrat ist oft schlammig oder sandig mit dicker organischer Auflage. Die Strömung ist gering bis nicht vorhanden. Saisonale Aktivitätsschwankungen prägen das natürliche Verhalten: Kühlere Monate bringen reduzierte Aktivität, steigende Temperaturen und längere Tageslänge im Frühjahr verstärken das Laichverhalten.

Geschlechtsunterschiede

Männchen sind schlanker gebaut, oft etwas kleiner und zeigen eine deutlich eingeschnittene, breitere Afterflosse sowie verlängerte Flossenstrahlen an Rücken- und Afterflosse. Zusätzlich tragen Männchen knöcherne Kontaktorgane an den Brust- und Afterflossen, die bei der Paarung eine Rolle spielen. Weibchen sind fülliger im Körperbau und zeigen eine geradere, weniger ausgeprägte Afterflosse. Laichtragende Weibchen tragen sichtbare Eiertrauben am Körper.

Gut zu wissen

  • Sehr variable Farbformen durch intensive Zucht (Medaka-Zuchtformen)
  • Haftlaicher mit Eiträgeverhalten: Weibchen tragen die Eier als Traube am Körper, bevor sie an Pflanzen abgelegt werden
  • Aktiv vorwiegend in der oberen Wasserregion und direkt unter der Oberfläche
  • Saisonale Aktivitätsänderung: Kältepause fördert Laichbereitschaft im Frühjahr
  • Sprungrisiko vorhanden, Abdeckung ist nötig
  • Erstes Wirbeltier, das sich im Weltall fortgepflanzt hat (1990er Jahre)

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Japanische Reiskärpfling?

Oryzias latipes benötigt eine Temperatur von 16–24 °C, einen pH-Wert von 6,5–8,5 und eine Gesamthärte von 6–20 °dGH. Die Art ist sehr robust und toleriert ein breites Wertespektrum, sollte aber nicht dauerhaft über 24 °C gehalten werden.

Kann man den Japanischen Reiskärpfling mit anderen Fischen vergesellschaften?

Oryzias latipes verträgt sich gut mit friedlichen, ähnlich großen Schwarmfischen aus Ostasien und kleinen bodenbewohnenden Welsen. Andere Oryzias-Arten sind wegen Hybridisierungsgefahr zu meiden. Aggressive oder große Fische sind ungeeignet.

Wie züchtet man den Japanischen Reiskärpfling?

Die Zucht gilt als einfach. Entscheidend sind lange Beleuchtungsdauer (13–14 Stunden) und Temperaturen von 20–24 °C. Weibchen legen täglich 10–30 Eier, die sie als Traube am Körper tragen und an Pflanzen abstreifen. Die Inkubation dauert 7–14 Tage.

Was frisst der Japanische Reiskärpfling?

Oryzias latipes ist ein Allesfresser und nimmt feine Flocken, Mikro-Granulate sowie Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Daphnien und Mückenlarven gern an. Pflanzliche Ergänzungen wie Spirulina unterstützen die Farbintensität.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Quellen (my-fish Content Commons)

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Fragen und Erfahrungen

Noch keine Kommentare. Stell die erste Frage zu dieser Art.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meiste Stimmen

Passt ins Becken dazu

Vorschläge aus Herkunft, Wasserwerten, Größe und Temperament, dazu verträgliche Wirbellose und Pflanzen. Vor dem Einsetzen die Steckbriefe vergleichen.

Kardinalfisch

Bärblinge

Kardinalfisch

Tanichthys albonubes

  • Endgröße: bis 4 cm
  • Becken: ab 54 l
  • Temperatur: 18-22 °C
  • pH-Wert: pH 6-8
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Einfach

Aus Ostasien, Wasserwerte passen

Zwergdrachengrundel

Grundeln

Zwergdrachengrundel

Schismatogobius ampluvinculus

  • Endgröße: bis 2,7 cm
  • Becken: ab 54 l
  • Temperatur: 18-24 °C
  • pH-Wert: pH 7-7,8
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Aus Ostasien, Wasserwerte passen

Rückenstrichgarnele

Garnelen

Rückenstrichgarnele

Neocaridina davidi (heteropoda)

  • Endgröße: bis 3 cm
  • Becken: ab 20 l
  • Temperatur: 18-28 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-8
  • Wasserhärte: mittelhart
  • Schwierigkeit: Anfängerfreundlich

Verträgt sich mit Garnelen, Wasser passt

Große Amazonas-Schwertpflanze

Rhizompflanzen

Große Amazonas-Schwertpflanze

Echinodorus bleheri

  • Wuchshöhe: 20-60 cm
  • Licht: mittel bis viel
  • Temperatur: 22-26 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,5
  • Platz im Becken: Hintergrundpflanze
  • Wasserhärte: weich bis hart

Passende Pflanze: Echinodorus

Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Zahnkarpfen, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Neon-Reisfisch

Zahnkarpfen

Neon-Reisfisch

Oryzias woworae

  • Endgröße: bis 4 cm
  • Becken: ab 54 l
  • Temperatur: 23-27 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Einfach

Schwarmfisch, friedlich

Ringelhechtling

Zahnkarpfen

Ringelhechtling

Epiplatys annulatus

  • Endgröße: bis 4 cm
  • Becken: ab 54 l
  • Temperatur: 20-26 °C
  • pH-Wert: pH 4,5-7
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Mittel

Schwarmfisch, friedlich

Xiphophorus pygmaeus Quelle: Aquarium Glaser

Zahnkarpfen

Zwergschwertträger

Xiphophorus pygmaeus

  • Endgröße: bis 4 cm
  • Becken: ab 54 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 7-8
  • Wasserhärte: mittel bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

Poecilia reticulata Weibchen - Quelle: G. Höner - Zierfischgroßhandel

Zahnkarpfen

Kleiner Amazonen-Kärpfling

Micropoecilia bifurca

  • Endgröße: bis 4 cm
  • Becken: ab 54 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 7-8
  • Wasserhärte: mittel bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Haremshaltung, friedlich

Newsletter

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der Aquaristik

Neue Beiträge, Podcastfolgen, Steckbriefe und Termine in einer E-Mail. Jederzeit abbestellbar.

0
Lass uns doch ein Kommentar da!x