Oryzias nigrimas

Deutscher Name: Schwarzmantel-Reiskärpfling

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Indonesien
Farben:
blau, braun, gelb, grau, schwarz
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Oryzias nigrimas
Gattung: Oryzias
Familie: Adrianichthyidae

Beschreibung

Der Schwarzmantel-Reiskärpfling (Oryzias nigrimas) ist ein kompakt gebauter Reisfisch aus der Familie Adrianichthyidae, der etwa 4,7 cm (SL) erreicht und durch sein kontrastreiches Farbmuster besticht. Bei adulten Männchen erscheint die Färbung tief dunkelblau-grau bis fast schwarz, besonders während der Balz. Die Rücken- und Afterflossen der Männchen können zu verlängerten, leicht filamentösen Formen ausgezogen sein, während Weibchen ein gedrungeneres Erscheinungsbild mit kürzeren Flossen zeigen. Im Aquarium zeigt Oryzias nigrimas typisches Schwarmverhalten mit aktiven, aber nicht hektischen Bewegungen in den oberen Wasserschichten. Die Art ist zurückhaltender als viele tropische Schwarmfische und reagiert empfindlich auf Störungen. In gut eingerichteten Becken bilden die Tiere kleine fluktuierende Trupps, die sich gern in freier Schwimmlage oberhalb des Substrats aufhalten. Die Art ist endemisch im Poso-See, Zentralsulawesi, und hat einen IUCN-Status als Beinahe gefährdet (NT).
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Endemisch im Poso-See, Zentralsulawesi (IUCN-Status: Beinahe gefährdet, NT)
  • Oberflächennaher Schwimmer, bevorzugt die freie Wassersäule
  • Männchen mit dunkler Balzfärbung und verlängerten Flossenteilen
  • Ganzjährige Fortpflanzung möglich, Häufung während der Regenzeit (November bis Februar)
  • Junggarnelen können gefressen werden; adulte Garnelen und Schnecken toleriert
  • Geringes Sprungrisiko, Abdeckung empfohlen

Vergesellschaftungshinweise

Oryzias nigrimas ist ein Gruppenfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden. In zu kleinen Gruppen steigt die Scheu und die Balzaktivität nimmt ab. Das Temperament ist grundsätzlich friedlich. Während der Fortpflanzungszeit bilden Männchen kurzfristig kleine Reviere und vertreiben Rivalen, ohne ernsthafte Verletzungen zu verursachen. Adulte Garnelen werden toleriert, sehr kleine Junggarnelen können als Nahrung aufgenommen werden. Schnecken sind sicher. Geeignete Beifische sind andere ostasiatische bzw. Sulawesi-Arten, friedliche Schwarmfische und kleine Welse. Afrikanische Buntbarsche (Malawi, Tanganjika) sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen sind deutlich dunkler gefärbt (dunkelblau-grau bis fast schwarz) und besitzen verlängerte, filamentöse Anteile an Rücken- und Afterflosse, die besonders während der Balz betont werden. Weibchen zeigen eine hellere, grau-braune bis gelblich-braune Grundfärbung und haben kürzere, gedrungenere Flossen.
Größe: ca. 4,7 cm (SL)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 22–25 °C, pH 7,5–8,5, GH 5–15 °dGH. Diese Werte spiegeln die Verhältnisse im natürlichen Habitat (Poso-See) wider und sollten stabil gehalten werden. Das Becken sollte mindestens 80 cm Kantenlänge haben (ca. 112 Liter). Die Einrichtung sollte freien Schwimmraum im oberen Drittel bieten, ergänzt durch Bereiche mit Vegetation und Uferzonen-Verstecken. Sand, Kies oder abgerundete Steine als Substrat ahmen die natürliche Struktur des Poso-Sees nach. Feinfiedrige Schwimmpflanzen können als Eiablage-Substrat dienen. Die Strömung sollte schwach bis mäßig sein. Regelmäßige, moderate Wasserwechsel mit langsamer Anpassung der Parameter sind wichtig. Die Art ist empfindlicher als andere Reisfische und benötigt sauberes, gut sauerstoffversorgtes Wasser. Aufgrund des IUCN-Status als Beinahe gefährdet (NT) verdient die Art besondere Aufmerksamkeit bezüglich Herkunft und Nachzuchtförderung.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
7,5-8,5
Temperatur:
22-25 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Die Zucht von Oryzias nigrimas ist anspruchsvoll; dokumentierte Nachzuchterfolge in Gefangenschaft sind selten. Die Art ist eierlegend. Zuchtwasserwerte: Temperatur 26–28 °C, pH 7,5–8,5. Als Auslöser für die Balz hat sich eine Simulation der Regenzeit bewährt: ein Wasserwechsel von mehr als 25 % mit 2–3 °C kühlerem Wasser. Intensive Konditionierung mit proteinreichem Lebendfutter (Artemia, schwarze Mückenlarven) erhöht die Erfolgschancen. Dokumentiert sind tägliche Gelege von etwa 10–30 Eiern. Die Inkubationszeit beträgt 11–14 Tage bei 26–28 °C. Erstfutter: Infusorien und Pantoffeltierchen, später Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.

Ernährung/Futterbedarf

Oryzias nigrimas ist ein Allesfresser mit Neigung zu feinem Lebend- und Frostfutter. Geeignet sind Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien und Mikrowürmer als proteinreiche Hauptnahrung. Ergänzend sind feines Granulat oder vermahlene Flockenfutter sinnvoll. Kleine, regelmäßig gereichte Portionen sind empfehlenswert. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 4 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Oryzias nigrimas ist endemisch im Poso-See in Zentralsulawesi, Indonesien. Das natürliche Habitat sind klare, oligotrophe Seewasserbereiche mit geringer Nährstoffkonzentration. Die Tiere besiedeln vornehmlich Freiwasserzonen über Sand-, Kiesel- und Geröllböden und sind häufig in der Nähe von Bacheinläufen zu finden. Die Art bevorzugt ruhige Wasserbereiche mit geringer Strömung. Die Fortpflanzung ist ganzjährig möglich, zeigt aber eine Zunahme während der Regenzeit.

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