Osteoglossum bicirrhosum

Deutscher Name: Silber-Arowana

Bild: Enrico Richter
Herkunft:
Brasilien, Guyana, Kolumbien, Peru, Südamerika, Venezuela
Farben:
grau, silber, weiß
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Osteoglossum bicirrhosum
Gattung: Osteoglossum
Familie: Osteoglossidae

Beschreibung

Der Silber-Arowana (Osteoglossum bicirrhosum) zählt mit einer Endgröße von bis zu 120 cm zu den größten Süßwasserfischen der Aquaristik und gehört zur urtümlichen Familie der Knochenzüngler (Osteoglossidae). Der Körper ist langgestreckt, seitlich abgeflacht und mit großen, silbrig schimmernden Schuppen bedeckt, die bei Lichteinfall metallisch glänzen. Am Unterkiefer trägt die Art zwei markante Barteln, die als Tastorgane dienen und der Art ihren wissenschaftlichen Namen geben. Im Aquarium ist der Silber-Arowana ein dominanter Oberflächenjäger, der bevorzugt direkt unter der Wasseroberfläche patrouilliert. Die Art ist ein extrem starker Springer und kann problemlos Hindernisse von einem Meter Höhe überwinden. In der Natur erbeutet Osteoglossum bicirrhosum auf diese Weise Insekten und kleine Wirbeltiere von überhängenden Ästen. Das Becken muss daher absolut lückenfrei und stabil abgedeckt sein. Ein offenes Aquarium ist bei dieser Art lebensgefährlich.
Sozialverhalten: Einzelgänger
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Extremer Springer: kann über einen Meter hoch springen, lückenfreie Abdeckung zwingend notwendig
  • Endgröße bis 120 cm, benötigt sehr große Becken ab 500 cm Länge
  • Oberflächenjäger mit zwei charakteristischen Barteln am Unterkiefer
  • Männlicher Maulbrüter: Männchen brütet die Eier im Maul aus
  • Drop-Eye-Syndrom: Auge sackt bei Beckenhaltung oft ab, Ursache nicht vollständig geklärt
  • Knochenzüngler (Osteoglossidae): urtümliche Fischfamilie mit wenigen lebenden Vertretern
  • In Südamerika wichtiger Speise- und Zierfisch

Vergesellschaftungshinweise

Osteoglossum bicirrhosum ist ein Einzelgänger mit stark territorialem Verhalten gegenüber Artgenossen. Adulte Tiere beanspruchen einen enormen Raum und dulden in der Regel keine weiteren Arowanas im selben Becken. Gegenüber deutlich kleineren Fischen verhält sich die Art meist gleichgültig, solange diese nicht ins Beuteschema passen. Das Temperament ist territorial und räuberisch. Jeder Fisch, der ins Maul passt, wird als Beute betrachtet. Während der Jungtierphase sind die Tiere noch relativ verträglich, mit zunehmender Größe steigt jedoch die Dominanz erheblich. Für die Vergesellschaftung kommen nur sehr große, robuste südamerikanische Arten in Frage, die nicht als Beute betrachtet werden. Mögliche Partner sind ausgewachsene Oscars, große Harnischwelse oder Raubwelse. Ostafrikanische Buntbarsche sind aufgrund unterschiedlicher Wasseransprüche ungeeignet. Garnelen und Schnecken sind keine geeigneten Partner und werden gefressen.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechtsunterschiede bei Osteoglossum bicirrhosum sind äußerlich kaum erkennbar. Männchen besitzen tendenziell einen etwas breiteren Unterkiefer, da sie als Maulbrüter die Eier darin beherbergen müssen. Weibchen können im laichbereiten Zustand etwas fülliger im Bauchbereich wirken. Eine sichere Unterscheidung ist ohne Erfahrung mit der Art kaum möglich.
Größe: bis 120 cm

Haltungstipps / Pflege

Osteoglossum bicirrhosum benötigt eine Wassertemperatur von 24-30 °C, einen pH-Wert von 5,0-7,5 und eine Gesamthärte von 2-10 dGH. Aufgrund der enormen Endgröße von bis zu 120 cm ist ein Aquarium mit mindestens 500 cm Kantenlänge und 4.500 Litern oder mehr erforderlich. Becken unter diesen Maßen sind für adulte Tiere nicht artgerecht. Die Einrichtung sollte schlicht gehalten werden, um dem Fisch maximalen Schwimmraum zu bieten. Große Wurzeln und einige robuste Pflanzen können als Strukturelemente dienen, dürfen aber den freien Schwimmbereich nicht einschränken. Als Bodengrund eignet sich feiner Sand oder Kies. Die Filterung muss leistungsstark sein und für gute Wasserqualität sorgen, eine moderate Strömung ist ausreichend. Die Abdeckung des Beckens ist der wichtigste Sicherheitsaspekt bei der Arowana-Haltung. Sie muss absolut lückenfrei, stabil und schwer genug sein, damit der Fisch sie nicht aufdrücken kann. Selbst kleine Spalten werden von Arowanas genutzt, um aus dem Becken zu springen. Ein Schreckreiz reicht aus, um einen Sprungversuch auszulösen. Das Drop-Eye-Syndrom, bei dem ein oder beide Augen nach unten absacken, tritt bei Beckenhaltung häufig auf. Die Ursachen sind nicht abschließend geklärt; vermutet werden unnatürliche Beleuchtung von oben und monotone Bodenfütterung. Der Silber-Arowana ist nur für sehr erfahrene Aquarianer mit entsprechend großen Anlagen geeignet. Die Haltung erfordert neben dem enormen Platzbedarf auch langfristige Planung, da die Tiere über 15 Jahre alt werden können.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5-7,5
Temperatur:
24-30 °C
Beckengröße:
ab 500 cm, 4500 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Osteoglossum bicirrhosum ist ein männlicher Maulbrüter. Das Männchen nimmt die befruchteten Eier ins Maul und brütet sie dort über mehrere Wochen aus. Die Jungfische verlassen das Maul des Vaters erst, wenn ihr Dottersack aufgebraucht ist. Zu diesem Zeitpunkt sind sie bereits mehrere Zentimeter groß. Die Zucht im Aquarium ist extrem selten und nur in sehr großen Anlagen möglich. Die Eier sind mit einem Durchmesser von etwa 15 mm die größten Eier aller Knochenfische. Ein Gelege umfasst typischerweise 100-200 Eier. Spezifische Zuchtparameter sind für Aquarienbedingungen nicht dokumentiert, da die meisten Nachzuchten in großen Teichanlagen in Südamerika und Südostasien stattfinden.

Ernährung/Futterbedarf

Der Silber-Arowana ist ein reiner Fleischfresser und Oberflächenjäger. In der Natur erbeutet er Insekten, kleine Fische, Frösche und gelegentlich sogar kleine Vögel und Fledermäuse, die er aus der Luft oder von überhängenden Ästen schnappt. Im Aquarium sollte die Ernährung abwechslungsreich und proteinreich gestaltet werden. Geeignet sind Heimchen, Grillen, große Mückenlarven, Garnelen, Stinte und Fischfilet. Lebendfutter fördert das natürliche Jagdverhalten. Trockenfutter wird von eingewöhnten Tieren oft akzeptiert, sollte aber nicht die alleinige Nahrungsgrundlage bilden. Die Fütterung an der Oberfläche entspricht dem natürlichen Fressverhalten und kann dem Drop-Eye-Syndrom vorbeugen. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 15-20 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Osteoglossum bicirrhosum ist in den großen Flusssystemen Südamerikas weit verbreitet, insbesondere im Amazonas- und Orinoco-Becken in Brasilien, Kolumbien, Peru und Guyana. Die Art bewohnt langsam fließende Flüsse, Überschwemmungsgebiete und Altarme mit reichlich Ufervegetation. Das natürliche Habitat ist geprägt von weichem, saurem Wasser mit Temperaturen um 25-30 °C. Die Fische patrouillieren bevorzugt direkt unter der Wasseroberfläche entlang von überhängender Vegetation, wo sie nach Insekten und anderen Beutetieren jagen. Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquarienwerten ab.

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