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Zierfische, Familie Cyprinidae

Paedocypris progenetica

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Paedocypris progenetica ist der kleinste bekannte Fisch der Welt – das kleinste geschlechtsreife Weibchen maß nur 7,9 mm. Bis 2012 hielt die Art den Weltrekord als kleinstes Wirbeltier überhaupt. Der winzige Cyprinide wirkt larvenhaft und fast durchsichtig.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Schwarm
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • 1 cmEndgröße

  • 1,5 JahreLebenserwartung

  • 24-27 °CTemperatur

  • 3-5,5pH-Wert

  • 1-4 °dGHGesamthärte

  • ab 54 lAquariengröße

Beschreibung

Männchen zeigen feine schwarze Wellenlinien (Vermikulationen) am Bauch, bräunliche Bauchflossen und orangefarbene Irisierungsflecken zwischen den Augen und am Nacken. Der Hirnschädel ist stark reduziert, das Gehirn kaum durch Knochen geschützt. Im Aquarium zeigt Paedocypris progenetica ein zurückhaltendes, scheues Verhalten. Die Tiere schwärmen in lockeren Gruppen im mittleren bis unteren Wasserbereich und suchen dichte Bepflanzung sowie Bereiche mit Falllaub und Torfsubstrat auf. Bei Störungen ziehen sie sich rasch in schattige Bereiche zurück. Männchen besitzen modifizierte Bauchflossen mit einem verhornten Greifpolster (Keratin-Knopf) und Tuberkeln am Unterkiefer, die beim Paarungsverhalten eingesetzt werden. Weibchen haben rudimentäre oder vollständig fehlende Bauchflossen – ein für Cypriniden sehr ungewöhnliches Merkmal.

Haltung und Pflege

Paedocypris progenetica benötigt ein Becken ab 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter) mit Temperaturen von 24–27 °C, einem pH-Wert von 3,0–5,5 und einer Gesamthärte von max. 5 °dGH. Die Art ist ein Schwarzwasser-Spezialist und benötigt sehr weiches, stark saures Wasser, das mit Leitungswasser nicht erreichbar ist – Osmosewasser und Torf sind Pflicht. Die Einrichtung sollte das natürliche Habitat nachbilden: dichte Bepflanzung, Falllaub und Torf- oder Tannennadel-Deckschicht erzeugen die typische teefarbene Wasserfarbe. Die Strömung muss sehr gering bis fehlend sein. Starke Beleuchtung ist zu vermeiden, schattige Bereiche sind wichtig. Regelmäßige, schonende Wasserwechsel in kleinen Anteilen sind entscheidend, da die Art empfindlich auf Schwankungen reagiert. Auf chemische Zusätze wie Kupfersalze ist zu verzichten. Die Nahrung besteht ausschließlich aus feinstem Lebendfutter – handelsübliche Flocken werden nicht aufgenommen. Die Haltung ist nur für erfahrene Aquarianer mit Schwarzwasser-Erfahrung geeignet.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Paedocypris progenetica ist ein friedlicher Schwarmfisch. Für eine sichere Haltung wird eine Gruppe von mindestens 12 Exemplaren empfohlen. Die Tiere zeigen ruhiges Schwarmverhalten mit enger Orientierung an Schutzzonen und Pflanzen. Während der Fortpflanzungszeit können Männchen nahe den Laichstellen eine leichte, lokal begrenzte Territorialität zeigen. Die Art eignet sich ausschließlich für sehr ruhige Becken mit extrem kleinen, friedlichen Schwarmfischen aus Südostasien, etwa Pygmäenrasboras. Größere, lebhaftere oder räuberische Fische sind zu vermeiden. Adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert, Junggarnelen können gefährdet sein.

Ernährung

Paedocypris progenetica ernährt sich in der Natur von planktonischen Rädertierchen und Kleinkrebsen (Cladocera) der Größenordnung 60–500 Mikrometer. Im Aquarium eignen sich Infusorien, Rädertierchen, Essigälchen, frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und Mikrowürmer. Größere Futterformen und handelsübliche Flocken werden nicht aufgenommen. Mehrmals tägliche Fütterung mit sehr feinem Lebendfutter ist notwendig.

Zucht

Paedocypris progenetica ist ein Substratlaicher. Die Eier werden haftend an Blattunterseiten abgelegt und schlüpfen bei 27 °C nach etwa 30 Stunden. Die Larven messen beim Schlupf nur ca. 1,3 mm. Empfohlene Zuchtwerte: 24–27 °C, pH 3,0–4,5, GH max. 2 °dGH. Die Gelegegrößen liegen bei etwa 20–60 Eiern. Intensive Konditionierung mit feinstem Lebendfutter (Artemia-Nauplien, Mikrowürmer) vor dem Ablaichen ist wichtig. Als Trigger dient sehr weiches, saures Schwarzwasser in Verbindung mit reichlicher Nahrungsversorgung. Die Aufzucht erfordert zunächst Infusorien und Rädertierchen, später Mikrowürmer und Artemia. Die Zucht gilt als sehr schwierig und ist nur vereinzelt erfolgreich dokumentiert – ein Projekt für engagierte Spezialisten.

Zuchtwasser: 24 bis 27 °C, pH 3 bis 4,5, bis 2 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Paedocypris progenetica stammt aus Südostasien, speziell aus Indonesien (Sumatra, Bintan) und Malaysia (Sarawak/Borneo). Das natürliche Habitat sind extrem saure, nährstoffarme Schwarzwässer mit teefarbener bis schwarzer Wasserfärbung und pH-Werten um 3,0. Die Gewässer sind stark beschattet, besitzen ein weiches Torf- und Falllaubsubstrat und zeigen nahezu keine Strömung. Die Tiere bevorzugen tiefere, kühlere Wasserschichten nahe dem Boden. Zahlreiche Populationen sind durch Lebensraumzerstörung bereits erloschen.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen besitzen rudimentäre oder vollständig fehlende Bauchflossen und sind im Bauchbereich etwas fülliger. Männchen sind schlanker und zeigen modifizierte Bauchflossen mit einem verhornten Greifpolster (Keratin-Knopf), Tuberkel am Unterkiefer und Kopf sowie orangefarbene Irisierungsflecken zwischen den Augen und am Nacken. Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern sind gering.

Gut zu wissen

  • Kleinster bekannter Fisch der Welt; kleinstes geschlechtsreifes Weibchen nur 7,9 mm
  • Larvenhaftes, transparentes Erscheinungsbild mit feinen Vermikulationen bei Männchen
  • Männchen mit verhorntem Greifpolster (Keratin-Knopf) an den Bauchflossen
  • Weibchen haben rudimentäre oder fehlende Bauchflossen
  • Hirnschädel stark reduziert, Gehirn kaum durch Knochen geschützt
  • Substratlaicher: Eier werden haftend an Blattunterseiten abgelegt
  • Benötigt extrem saures Schwarzwasser mit pH 3,0–5,5
  • Spezialisiertes Futterbedürfnis: nur feinstes Lebendfutter

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Paedocypris progenetica?

Die Art benötigt Temperaturen von 24–27 °C, einen pH-Wert von 3,0–5,5 und sehr weiches Wasser mit max. 5 °dGH. Osmosewasser und Torf sind notwendig, um diese extremen Schwarzwasser-Bedingungen zu erreichen.

Kann man den Paedocypris progenetica vergesellschaften?

Nur mit extrem kleinen, friedlichen Schwarmfischen aus Südostasien, die die gleichen Ansprüche an stark saures, weiches Wasser haben. Größere oder lebhaftere Fische sind ungeeignet. Adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert.

Lässt sich der Paedocypris progenetica im Aquarium züchten?

Die Zucht ist möglich, aber sehr schwierig und nur selten erfolgreich dokumentiert. Die Eier schlüpfen bei 27 °C nach etwa 30 Stunden. Die Aufzucht erfordert Infusorien und Rädertierchen als Erstfutter.

Was frisst der Paedocypris progenetica?

Nur feinstes Lebendfutter: Infusorien, Rädertierchen, Essigälchen, Artemia-Nauplien und Mikrowürmer. Handelsübliche Flocken werden nicht aufgenommen. Mehrmals tägliche Fütterung ist notwendig.

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