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Zierfische, Familie Loricariidae

Royal Plecostomus Panaque nigrolineatus nigrolineatus

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Royal Plecostomus (Panaque nigrolineatus nigrolineatus, L190) gehört zu den größten Harnischwelsen im Handel: Er erreicht etwa 50 cm Gesamtlänge (TL), wissenschaftlich belegt sind 43 cm Standardlänge (SL, ohne Schwanzflosse). Der kräftig gepanzerte Körper ist hellgrau bis olivbraun mit dunkelbraunen bis schwarzen, welligen Längslinien, auf die sich der Name nigrolineatus (schwarz gestreift) bezieht.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Einzelgänger
  • Territorial
  • Kupferempfindlich
  • 50 cm TLEndgröße

  • 23-29 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 5-15 °dGHGesamthärte

  • ab 1500 lAquariengröße

Beschreibung

Auffällig sind die leuchtend roten Augen. Mit großen, löffelförmigen Zähnen, einem Merkmal der Gattung, raspelt die Art Holz, das deshalb dauerhaft im Becken sein muss. Verdaut wird das Holz allerdings kaum: Untersuchungen an nah verwandten Panaque zeigen, dass es den Darm rasch passiert und vor allem Aufwuchs, Kleinstlebewesen und leicht verdauliche Bestandteile verwertet werden, die Fasern wirken als Ballaststoff. Durch diese nährstoffarme Kost produziert die Art sehr viel Kot und braucht eine leistungsstarke Filterung. Tagsüber hält sie sich meist versteckt, nachts geht sie auf Futtersuche. Erwachsene Tiere werden untereinander oft ruppig. L190 stammt aus dem Orinoco-System in Kolumbien und Venezuela, die Handelstiere vor allem aus dem Rio Meta und dem unteren Rio Guaviare. Seit 2020 gilt L190 als Nominatform (zuerst beschriebene Unterart), die Form L330 aus dem oberen Rio Guaviare als zweite Unterart Panaque nigrolineatus laurafabianae.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: 23 bis 29 °C, pH 6,0 bis 7,5, Gesamthärte 5 bis 15 °dGH. Bewährt haben sich Temperaturen von 26 bis 28 °C, an die übrigen Wasserwerte stellt die Art keine hohen Ansprüche, normales Leitungswasser ist geeignet. Für ein Einzeltier empfehlen wir ein Becken ab 250 x 70 x 60 cm, rund 1.000 Liter (Anfertigung). Mehrere Tiere brauchen ab 300 x 80 x 65 cm, rund 1.500 Liter (Anfertigung), und für jedes Tier eigene Höhlen und Holzplätze. Viel weiches Holz wie Moorkienholz ist Pflicht, dazu große Höhlen aus Steinplatten und Wurzeln, als Bodengrund feiner Sand oder sehr feiner Kies. Wegen der großen Kotmenge braucht das Becken eine leistungsstarke Außenfilterung, die das Wasser etwa sechsmal pro Stunde umwälzt und für gute Strömung sorgt, dazu regelmäßige, großzügige Wasserwechsel. Das Holz wird nach und nach abgeraspelt und muss von Zeit zu Zeit ersetzt werden. Da die Art tagsüber versteckt lebt und nachts aktiv wird, genügt eine gedämpfte Beleuchtung. Kupferhaltige Medikamente sollten gemieden oder nur mit äußerster Vorsicht dosiert werden. Eine Abdeckung ist empfehlenswert. Die Art ist nur für erfahrene Aquarianer mit sehr großen Becken geeignet.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Bodenbewohner, tagsüber meist versteckt, nachts aktiv. Erwachsene Tiere werden untereinander ruppig, deshalb wird die Art meist einzeln gehalten. Mehrere Tiere lassen sich nur in sehr großen Becken mit genügend Höhlen und Holzstücken pflegen, werden diese knapp, nimmt der Revierstreit deutlich zu. Gegenüber freischwimmenden Fischen ist die Art meist friedlich, kleinere Bodenbewohner können dagegen bei Revierstreit bedrängt werden. Als Mitbewohner eignen sich robuste, nicht zu kleine südamerikanische Fische der mittleren und oberen Wasserschichten. Große Schnecken werden toleriert, für Zwerggarnelen ist der Wels zu groß.

Ernährung

Holzraspler mit pflanzlicher Kost. Die Art raspelt zwar Holz, ernährt sich aber wie ein Detritusfresser (Detritivore, Verwerter von zerfallendem organischem Material samt Aufwuchs). Weiches Holz wie Moorkienholz muss dauerhaft verfügbar sein. Verwertet werden dabei nach Untersuchungen an nah verwandten Panaque vor allem Aufwuchs, Kleinstlebewesen und leicht verdauliche Bestandteile, die Holzfasern passieren den Darm rasch und weitgehend unverdaut und wirken als Ballaststoff. Daneben gibt man hauptsächlich Gemüse wie Zucchini, Gurke, Kürbis, Kartoffel, Süßkartoffel und Karotte sowie sinkende Futtertabletten. Frost- und Trockenfutter nehmen die Tiere zwar gern, für die an extrem nährstoffarme Kost angepassten Fische mit ihrem langen Darm ist es aber nur als gelegentliche Ergänzung geeignet.

Zucht

Panaque nigrolineatus ist vermutlich wie andere Harnischwelse ein Höhlenbrüter. Nachzuchtberichte aus dem Aquarium liegen uns nicht vor, die Tiere im Handel sind Importe, vor allem aus Kolumbien. Angesichts der Endgröße und der Platzansprüche ist eine gezielte Nachzucht im Heimaquarium nicht realistisch. Gesicherte Angaben zu Laichverhalten, Brutpflege und Zuchtwasserwerten fehlen.

Natürlicher Lebensraum

Die Nominatform L190 lebt im Orinoco-System in Kolumbien und Venezuela. Die Handelstiere stammen vor allem aus dem Rio Meta und dem unteren Einzugsgebiet des Rio Guaviare, beides Zuflüsse des Orinoco. Ältere Verbreitungsangaben, die auch Zuflüsse des Amazonas nennen, beziehen sich auf den früher weiter gefassten Artbegriff: Die gestreiften Panaque aus dem Amazonasgebiet werden heute eigenen Formen mit eigenen L-Nummern zugeordnet, etwa L27 aus dem Rio Tocantins oder L191 aus dem Rio Caquetá. Zu Strömung und Untergrund an den Fundorten liegen keine gesicherten Angaben vor.

Geschlechtsunterschiede

Gesicherte Angaben zu Geschlechtsunterschieden liegen für L190 nicht vor. Häufig genannt werden längere Odontoden (Hautzähnchen) hinter den Kiemendeckeln und auf den Brustflossenstrahlen bei geschlechtsreifen Männchen, wie sie bei vielen Harnischwelsen vorkommen, belegt ist das für diese Art nicht.

Gut zu wissen

  • Wird etwa 50 cm lang und braucht ein sehr großes Becken (Anfertigung)
  • Holzraspler: weiches Holz muss dauerhaft vorhanden sein, ohne Holz ist eine dauerhafte Haltung nicht möglich
  • Holz wird kaum verdaut, sondern als Ballaststoff und Träger von Aufwuchs genutzt
  • Sehr viel Kot: leistungsstarke Filterung mit hoher Umwälzung und guter Strömung ist Pflicht
  • Leuchtend rote Augen und große, löffelförmige Zähne
  • Tagsüber versteckt, nachts aktiv
  • Erwachsene Tiere sind untereinander oft unverträglich
  • Seit 2020 Nominatform, L330 gilt als zweite Unterart Panaque nigrolineatus laurafabianae
  • Kupferempfindlich: kupferhaltige Medikamente meiden oder nur mit äußerster Vorsicht dosieren

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird der Royal Plecostomus?

Etwa 50 cm Gesamtlänge (TL). Ohne Schwanzflosse gemessen (Standardlänge, SL) sind 43 cm belegt.

Wie groß muss das Aquarium für den Royal Plecostomus sein?

Für ein Einzeltier empfehlen wir ab 250 x 70 x 60 cm, rund 1.000 Liter, für mehrere Tiere ab 300 x 80 x 65 cm, rund 1.500 Liter. Beide Größen sind Anfertigungen. Endgröße, Kotmenge und Revierverhalten sprechen für viel Grundfläche.

Welche Wasserwerte braucht der Royal Plecostomus?

23 bis 29 °C, bewährt sind 26 bis 28 °C, dazu pH 6,0 bis 7,5 und 5 bis 15 °dGH. Wichtiger als die genauen Werte sind sauberes, sauerstoffreiches Wasser und eine sehr leistungsstarke Filterung.

Was frisst der Royal Plecostomus?

Er raspelt weiches Holz, das dauerhaft im Becken sein muss, verdaut es aber kaum: Die Fasern wirken als Ballaststoff, verwertet werden Aufwuchs und leicht verdauliche Bestandteile. Dazu gibt man vor allem Gemüse wie Zucchini, Gurke, Kürbis oder Kartoffel, Frost- und Trockenfutter nur gelegentlich.

Kann man den Royal Plecostomus vergesellschaften?

Mit robusten, nicht zu kleinen südamerikanischen Fischen der mittleren und oberen Wasserschichten. Erwachsene Tiere sind untereinander oft ruppig, kleinere Bodenbewohner können bedrängt werden, Zwerggarnelen sind ungeeignet.

Ist der Royal Plecostomus für Anfänger geeignet?

Nein. Endgröße, Holzbedarf, große Kotmengen und ein Becken als Anfertigung machen die Art zu einem Pflegling für erfahrene Aquarianer.

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Fragen und Erfahrungen

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Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Harnischwelse, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Grüner Panaque (L 191)

Harnischwelse

Grüner Panaque (L 191)

Panaque sp.

  • Endgröße: bis 43 cm
  • Aquarium: ab 1080 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, friedlich

Großer gefleckter Harnischwels in einer Wanne neben einem Zollstock, manche Welse werden über 40 Zentimeter groß.

Harnischwelse

Wabenschilderwels

Pterygoplichthys gibbiceps

  • Endgröße: bis 50 cm TL
  • Aquarium: ab 1180 l
  • Temperatur: 23-30 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,8
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, territorial

Saugmaulwels (Hypostomus)

Harnischwelse

Saugmaulwels (Hypostomus)

Hypostomus sp. (L37)

  • Endgröße: bis 50 cm
  • Aquarium: ab 1180 l
  • Temperatur: 20-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-8
  • Wasserhärte: weich bis sehr hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, territorial

Rundkopf-Flunderharnischwels

Harnischwelse

Rundkopf-Flunderharnischwels

Planiloricaria cryptodon

  • Endgröße: bis 56 cm
  • Aquarium: ab 1700 l
  • Temperatur: 22-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, territorial

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