Pelvicachromis humilis "Dikinyah"
Beschreibung
Der Gelbe Prachtbarsch der Dikinyah-Variante (Pelvicachromis humilis „Dikinyah“) erreicht eine Größe von bis zu 12,5 cm und ist die größte bekannte Art der Gattung Pelvicachromis. Der kräftig gebaute Körper zeigt einen aus Punkten zusammengesetzten Längsstreifen und einen violetten Schimmer.
Männchen der Dikinyah-Variante zeichnen sich durch eine gelbe, musterlose Schwanzflosse, blaue Bauchflossen und eine rot gesäumte Rückenflosse aus. Weibchen besitzen eine leuchtend gelbe Rückenflosse mit schwarzen Flecken. Bei Balz und Erregung verändert sich die Färbung der Weibchen: Die Gesichtsmaske wechselt von Gelb über Grün zu fast Schwarz, der Längsstreifen verschwindet und der Bauch leuchtet in Gelb-Pink. Die nahe verwandte Variante Falesade unterscheidet sich durch eine rot geflammte Afterflosse.
Besonderheiten
- Größte Art der Gattung Pelvicachromis
- Deutlich aggressiver als andere Pelvicachromis-Arten
- Spektakulärer Farbwechsel der Weibchen bei Balz
- Anfangs scheu, braucht längere Eingewöhnungszeit
- Biparentale Brutpflege mit intensiver Jungtierführung
- Taxonomisch auch als Wallaceochromis humilis geführt
Vergesellschaftungshinweise
Pelvicachromis humilis „Dikinyah“ ist paarbildend und monogam. Außerhalb der Brutzeit verhält sich die Art eher zurückhaltend und scheu. Während der Brutzeit werden beide Partner sehr territorial und können gegenüber allen Beckeninsassen aggressiv werden.
Die Art verträgt sich mit ruhigen, robusten Beifischen, die nicht den Bodenbereich beanspruchen. Gut geeignet sind afrikanische Salmler wie Kongosalmler, Harnischwelse und Panzerwelse. Zwerggarnelen gelten als Beute und sind ungeeignet. Robuste Schnecken werden toleriert. In größeren Becken nur ein Paar halten, es sei denn, das Becken bietet mehrere klar getrennte Reviere.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind größer, schlanker und besitzen spitzere, ausgezogene Rücken- und Afterflossen. Die Dikinyah-Männchen haben eine gelbe, musterlose Schwanzflosse und blaue Bauchflossen. Weibchen sind gedrungener, etwas kleiner und zeigen bei Balz einen leuchtend gelb-pinken Bauch sowie eine wechselnde Gesichtsmaske von Gelb über Grün zu fast Schwarz.
Haltungstipps / Pflege
Pelvicachromis humilis „Dikinyah“ benötigt ein geräumiges, gut strukturiertes Aquarium ab 120 cm Kantenlänge. P. humilis ist deutlich aggressiver und größer als andere Pelvicachromis-Arten und braucht daher mehr Platz. Die Wasserwerte sollten bei 24-27 °C, pH 5-7 und GH 5-12 °dGH liegen.
Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen. Dichte Randbepflanzung, Wurzeln, Totholz und mehrere Bruthöhlen (z. B. umgedrehte Tontöpfe mit herausgebrochenem Randstück) bieten Rückzug und Revierbildung. Die Art ist anfangs oft scheu und braucht längere Eingewöhnungszeit als andere Pelvicachromis. Langsame Strömung und moderate Filterung sind ideal. Weiches, gedämpftes Licht und abgestufte Verstecke fördern natürliches Verhalten.
Während der Brutzeit können Paare gegenüber allen Beckeninsassen sehr territorial werden, daher auf ausreichend Platz und Sichtbarrieren achten.
Zucht und Fortpflanzung
Pelvicachromis humilis „Dikinyah“ ist ein biparentaler Höhlenbrüter mit intensiver gemeinsamer Brutpflege. Zur Zucht empfiehlt sich, ein harmonierendes Paar aus einer Jungfischgruppe von etwa sechs Tieren bilden zu lassen.
Zuchtwasser: pH 5,5-6,5, GH bis 8 °dGH, 24-26 °C. Die Eier werden an die Höhlendecke geheftet und schlüpfen nach 2-3 Tagen. Die Jungfische schwimmen nach 7-8 Tagen frei. Als Erstfutter eignen sich frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, Mikrowürmchen und Infusorien.
Ernährung/Futterbedarf
Pelvicachromis humilis „Dikinyah“ ist omnivor und sollte abwechslungsreich gefüttert werden. Sinkendes Granulat bildet die Basis, ergänzt durch Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven, Cyclops und Daphnien zur Konditionierung. Zusätzlich pflanzliche Kost anbieten, etwa blanchierter Spinat oder Spirulina-Flocken. Jungfische benötigen sehr feines Futter wie Infusorien und frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Pelvicachromis humilis ist in langsam fließenden, sauerstoffreichen Flüssen und Zuflüssen in Guinea, Sierra Leone und Liberia verbreitet. Die Dikinyah-Variante stammt aus Guinea. Das Habitat ist durch langsame Strömung, Schatten und Laubablagerungen über weichem Sandboden mit dichter Randvegetation, Wurzeln und Totholz geprägt. Das Wasser ist typischerweise weich und leicht sauer.