Pelvicachromis pulcher
Beschreibung
Der Purpurprachtbuntbarsch (Pelvicachromis pulcher) ist ein kompakt gebauter, farbenprächtiger Buntbarsch aus Westafrika, bei dem Männchen etwa 10 cm und Weibchen ca. 7-7,5 cm erreichen. Männchen sind schlanker und haben längere, spitz ausgezogene Rücken- und Schwanzflossen mit einem dunklen Längsstreifen und Ocellen in den Flossen. Weibchen sind gedrungener und zeigen einen intensiven kirschroten bis violetten Bauch, der besonders während der Laichbereitschaft sehr deutlich hervortritt.
Im Aquarium zeigen Purpurprachtbuntbarsche ein lebendiges, dennoch ruhiges Schwimmverhalten im unteren Bereich des Beckens. Sie bewegen sich gemächlich zwischen Pflanzen, Wurzeln und Verstecken. Während der Balz und Brutzeit zeigen sie intensiven Färbewechsel und starke Paarbindung. Pelvicachromis pulcher gilt als robust und anpassungsfähig und eignet sich für Einsteiger und erfahrene Aquarianer gleichermaßen.
Besonderheiten
- Intensiver, purpurroter bis kirschroter Bauch bei Weibchen während der Laichbereitschaft
- Bildet feste Paare mit ausgeprägtem Revierverhalten während der Brut
- Höhlenlaicher; nutzt Kokosnusshälften, Tontöpfe oder natürliche Spalten
- pH-Wert beeinflusst Geschlechterverhältnis: >7,0 begünstigt Männchen, <6,5 begünstigt Weibchen
- Gräbt gelegentlich im Substrat
- Nicht für Garnelenbecken geeignet – jagt und frisst Zwerggarnelen aller Größen
- Empfindlich gegenüber Kupfer – kupferhaltige Medikamente nur mit äußerster Vorsicht und niedriger Dosierung einsetzen
- Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Pelvicachromis pulcher ist ein paarbildender Bodenbewohner. Die Pflege als Paar wird empfohlen, da die Art monogame Paare bildet. In einem größeren Gemeinschaftsbecken sind einzelne Paare mit ausreichend Platz möglich.
Das Temperament ist generell friedlich. Außerhalb der Brutzeit sind die Tiere verträglich gegenüber anderen friedlichen Arten. Während der Brutzeit werden sie territorial und verteidigen ihre Höhle und Jungtiere.
Zwerggarnelen werden häufig als Beute betrachtet, besonders Jungtiere. Adulte Garnelen haben bessere Chancen, sind aber nicht garantiert sicher. Schnecken werden toleriert. Corydoras passen gut als Beifische.
Geeignete Partner sind westafrikanische Arten: Pelvicachromis spp., afrikanische Salmler (Phenacogrammus), Synodontis-Welse und Corydoras. Ostafrikanische Hartwasserbuntbarsche (Malawi, Tanganjika) sind nicht geeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen erreichen etwa 10 cm und sind schlanker; ihre Rücken-, After- und Schwanzflossen laufen spitzer aus. Weibchen sind mit ca. 7-7,5 cm kleiner und gedrungener, mit einem kräftig purpurroten bis kirschroten Bauch, der bei Laichbereitschaft intensiv leuchtet. Männchen neigen zu stärkerer Längsstreifenzeichnung und Ocellen in den Flossen.
Haltungstipps / Pflege
Der Purpurprachtbuntbarsch benötigt Wasser mit 24-27 °C, pH 5,0-7,5 und GH 0-12 °dGH. Das Becken sollte mindestens 80 cm Kantenlänge und 112 Liter fassen.
Zahlreiche Verstecke und Höhlen (Kokosnusshälften, Tontöpfe, Spalten zwischen Wurzeln und Steinen) sind Pflicht. Dichte Bepflanzung mit robusten Pflanzen schafft Sichtschutz. Feiner Sand oder Kies eignet sich gut, da die Art gern im Boden gräbt.
Die Strömung sollte ruhig bis moderat sein. Regelmäßige Wasserwechsel und stabile Wasserchemie sind wichtig.
Pelvicachromis pulcher ist eine robuste, farbenfrohe Art mit interessantem Sozialverhalten und vergleichsweise unkomplizierter Zucht. Bei der Beifischwahl strikt auf die Bioregion achten.
Zucht und Fortpflanzung
Pelvicachromis pulcher ist ein Höhlenlaicher und gilt als einfach in der Zucht. Die Art ist gut dokumentiert und gehört zu den leichter zu züchtenden Buntbarschen.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 26-27 °C, pH 6,5-7,0, GH maximal 8 °dGH. Der pH-Wert beeinflusst das Geschlechterverhältnis: pH über 7,0 begünstigt männliche, pH unter 6,5 begünstigt weibliche Nachkommen. Ein pH von 6,5-7,0 fördert ausgeglichene Gelege.
Leichte Temperaturerhöhung auf 27 °C, reichhaltige Fütterung mit proteinreichem Futter und geeignete Höhlen stimulieren die Laichbereitschaft. Das Weibchen legt bis zu 300 Eier in der Höhle ab. Inkubation: 2-3 Tage; Freischwimmen nach weiteren 7-8 Tagen. Beide Eltern zeigen ausgeprägte Brutpflege und führen den Nachwuchs.
Als Erstfutter eignen sich Artemia-Nauplien, Mikrowürmchen und feines Staubfutter.
Ernährung/Futterbedarf
Pelvicachromis pulcher ist ein opportunistischer Allesfresser. Hochwertiges Cichliden-Granulat oder -Flocken bilden die Basis. Regelmäßige Ergänzung durch proteinreiches Frost- und Lebendfutter (Artemia, Cyclops, Mückenlarven) fördert Farbenpracht und Laichbereitschaft. Pflanzliche Kost in Form von Gemüsebeilagen oder Spirulina-Tabletten rundet die Ernährung ab.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Pelvicachromis pulcher stammt aus Westafrika, insbesondere aus Benin, Nigeria und Kamerun. Die Art bewohnt flache, dicht bepflanzte Uferzonen mit weichem Sandboden in ruhigen bis langsam fließenden Gewässern. Wurzeln, Äste und Steine bieten Verstecke; die Tiere nutzen enge Spalten und Höhlungen als Laichplätze. Das Substrat besteht aus feinem Sand oder Kies.
Hi, das erste Bild oben
Quelle Manuel Roth F.EFS
ist kein P. pulcher, bei dem Tier handelt es sich um P. taeniatus nigeria ( möglicherweise red cheek oder red )
Danke für den Hinweis. Es wurde ausgetauscht!
alles klar, jetzt passt es.