Pelvicachromis sacrimontis
Beschreibung
Der Rote Purpurprachtbarsch (Pelvicachromis sacrimontis) ist ein kompakt gebauter, stark gefΓ€rbter Zwergbuntbarsch aus SΓΌdost-Nigeria, der durch intensive RottΓΆne am Bauchbereich und irisierendes Blau-TΓΌrkis auf den Wangen hervorsticht. Die Art existiert in mehreren Farbformen (Rot, GrΓΌn, Gelb) und zeigt auf den Flanken ein breites dunkles LΓ€ngsband, das als diagnostisches Merkmal gegenΓΌber dem verwandten Purpurprachtbuntbarsch (P. pulcher) dient. MΓ€nnchen erreichen etwa 9-10 cm GesamtlΓ€nge (7,8 cm SL) und besitzen spitz zulaufende RΓΌcken- und Afterflossen sowie eine spatenfΓΆrmige Schwanzflosse ohne Punkt- oder Fleckenzeichnung. Weibchen sind gedrungener (ca. 7-8 cm TL) und tragen den charakteristischen leuchtend roten Bauch sowie eine einheitlich dunkle RΓΌckenflosse. Im Aquarium zeigt Pelvicachromis sacrimontis ein bodenorientiertes Verhalten in mittleren bis unteren Wasserschichten. AuΓerhalb der Fortpflanzungszeit verhΓ€lt sich die Art friedlich. Typisches KiemenspΓΌlen an feinem Substrat ist regelmΓ€Γig zu beobachten. Die Art bildet monogame Paare mit intensiver biparentaler Brutpflege und starker Revierverteidigung wΓ€hrend der Brutzeit.
Besonderheiten
- Intensiv biparentale Brutpflege; Eltern fΓΌhren Jungfische ΓΌber fΓΌnf bis sechs Wochen
- Graben und KiemenspΓΌlen am feinen Sandsubstrat als hΓ€ufiges Verhalten
- Bildet monogame Paare mit starker BrutterritorialitΓ€t
- Farbvarianten: Rot, GrΓΌn, Gelb; breites dunkles LΓ€ngsband auf den Flanken
- Weibliche RΓΌckenflosse einheitlich dunkel (Erkennungsmerkmal gegenΓΌber P. pulcher)
- Bevorzugt kΓΌhlere Temperaturen; Γberschreitung von 26 Β°C vermeiden
- Geringes Sprungrisiko
Vergesellschaftungshinweise
Pelvicachromis sacrimontis wird paarweise gehalten. In stabilen Paarbindungen sind die Tiere territorial gegenΓΌber Artgenossen nur wΓ€hrend der Fortpflanzungszeit. AuΓerhalb der Brutzeit zeigen sie ein friedliches Temperament gegenΓΌber artfremden Arten, solange diese keine Revierkonkurrenten darstellen. WΓ€hrend der Brutzeit beanspruchen die Tiere ein Revier mit einem Durchmesser von etwa 60 cm und verteidigen es konsequent. Junggarnelen werden hΓ€ufig als Beute betrachtet. Adulte Garnelen kΓΆnnen in EinzelfΓ€llen toleriert werden, sind jedoch nicht zuverlΓ€ssig sicher. Schnecken werden in der Regel gut vertragen. Geeignete Beifische sind westafrikanische Arten: Pelvicachromis-Arten, Phenacogrammus-Salmler, friedliche afrikanische Salmler und Synodontis-Arten. Ostafrikanische Hartwasserbuntbarsche (Malawi, Tanganjika) sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
MΓ€nnchen erreichen etwa 9-10 cm TL (7,8 cm SL) und sind schlanker und gestreckter mit spitz ausgezogenen RΓΌcken- und Afterflossen. Die Schwanzflosse ist spatenfΓΆrmig ohne Punkt- oder Fleckenzeichnung. Weibchen bleiben gedrungener bei ca. 7-8 cm TL und besitzen den charakteristischen leuchtend roten Bauch, der besonders wΓ€hrend der Laichbereitschaft intensiv leuchtet, sowie eine einheitlich dunkle RΓΌckenflosse und ungespitzte Flossen.
Haltungstipps / Pflege
Pelvicachromis sacrimontis benΓΆtigt Wasser mit 22-26 Β°C, pH 6,0-7,0 und GH 5-12 Β°dGH. Die Art bevorzugt den kΓΌhleren Bereich ihrer Temperaturspanne; eine Γberschreitung von 26 Β°C sollte vermieden werden. Das Becken sollte mindestens 80 cm KantenlΓ€nge und 112 Liter fassen. Die Einrichtung sollte mehrere BruthΓΆhlen bieten: KokosnusshΓ€lften, TonhΓΆhlen oder halbgeschlossene UnterschlΓΌpfe. Feiner Sand als Substrat fΓΆrdert das natΓΌrliche KiemenspΓΌlen und Graben. Dicht bewachsene Randzonen mit robusten Pflanzen sorgen fΓΌr gedΓ€mpftes Licht und Sichtschutz; bei unzureichender Beschattung kΓΆnnen die Fische scheu werden und verblassen. Die StrΓΆmung sollte ruhig bis leicht sein. RegelmΓ€Γige Teilwasserwechsel und abwechslungsreiche FΓΌtterung verbessern Farbenpracht und Kondition.
Zucht und Fortpflanzung
Pelvicachromis sacrimontis ist ein HΓΆhlenbrΓΌter mit biparentaler Brutpflege. Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittelschwer. Zuchtwasserwerte: Temperatur 24-26 Β°C, pH 5,5-6,5, GH maximal 5 Β°dGH. Reichliche Konditionierung mit Lebend- und Frostfutter (MΓΌckenlarven, Artemia, EnchytrΓ€en) und das Vorhandensein geeigneter BruthΓΆhlen lΓΆsen die Laichbereitschaft aus. Leichte Wasserwechsel mit kΓΌhlerem, weichem Wasser kΓΆnnen stimulierend wirken. Die GelegegrΓΆΓe betrΓ€gt 50-200 Eier. Die Eier schlΓΌpfen nach etwa 3 Tagen; die Jungfische sind nach weiteren 8-9 Tagen freischwimmend. Beide Eltern bewachen die Eier und fΓΌhren den Nachwuchs ΓΌber fΓΌnf bis sechs Wochen. Als Erstfutter eignen sich Artemia-Nauplien, MikrowΓΌrmchen und feines Staubfutter.
ErnΓ€hrung/Futterbedarf
Pelvicachromis sacrimontis ist ein Allesfresser mit fleischlicher Betonung. In der Natur ernΓ€hrt sich die Art ΓΌberwiegend von benthischen Wirbellosen. Im Aquarium eignen sich sinkendes Granulatfutter kombiniert mit regelmΓ€Γigem Lebend- und Frostfutter wie Artemia, MΓΌckenlarven und Daphnien. Gelegentliche pflanzliche ErgΓ€nzungen wie Spirulina stabilisieren die Gesundheit. Abwechslung ist wichtig fΓΌr FarbintensitΓ€t und BrutfΓ€higkeit.
NatΓΌrlicher Lebensraum
Pelvicachromis sacrimontis stammt aus SΓΌdost-Nigeria in Westafrika und bewohnt dort Uferzonen im Niger- und Cross-River-System. Typische Habitate sind langsam flieΓende oder stehende GewΓ€sserbereiche mit feinem Sandboden, dichtem Totholz und reichlich Falllaub. Die Uferzonen sind hΓ€ufig von dichter Vegetation und ΓΌberhΓ€ngenden Pflanzen geprΓ€gt, wodurch das Licht gedΓ€mpft wird. Das Substrat ist zumeist fein und sandig.