Pelvicachromis sacrimontis

Deutscher Name: Roter Purpurprachtbarsch

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Nigeria
Farben:
gelb, grün, rot, schwarz
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Pelvicachromis sacrimontis
Gattung: Pelvicachromis
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Der Rote Purpurprachtbarsch (Pelvicachromis sacrimontis) ist ein kompakt gebauter, stark gefärbter Zwergbuntbarsch aus Südost-Nigeria, der durch intensive Rottöne am Bauchbereich und irisierendes Blau-Türkis auf den Wangen hervorsticht. Die Art existiert in mehreren Farbformen (Rot, Grün, Gelb) und zeigt auf den Flanken ein breites dunkles Längsband, das als diagnostisches Merkmal gegenüber dem verwandten Purpurprachtbuntbarsch (P. pulcher) dient. Männchen erreichen etwa 9-10 cm Gesamtlänge (7,8 cm SL) und besitzen spitz zulaufende Rücken- und Afterflossen sowie eine spatenförmige Schwanzflosse ohne Punkt- oder Fleckenzeichnung. Weibchen sind gedrungener (ca. 7-8 cm TL) und tragen den charakteristischen leuchtend roten Bauch sowie eine einheitlich dunkle Rückenflosse. Im Aquarium zeigt Pelvicachromis sacrimontis ein bodenorientiertes Verhalten in mittleren bis unteren Wasserschichten. Außerhalb der Fortpflanzungszeit verhält sich die Art friedlich. Typisches Kiemenspülen an feinem Substrat ist regelmäßig zu beobachten. Die Art bildet monogame Paare mit intensiver biparentaler Brutpflege und starker Revierverteidigung während der Brutzeit.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Intensiv biparentale Brutpflege; Eltern führen Jungfische über fünf bis sechs Wochen
  • Graben und Kiemenspülen am feinen Sandsubstrat als häufiges Verhalten
  • Bildet monogame Paare mit starker Brutterritorialität
  • Farbvarianten: Rot, Grün, Gelb; breites dunkles Längsband auf den Flanken
  • Weibliche Rückenflosse einheitlich dunkel (Erkennungsmerkmal gegenüber P. pulcher)
  • Bevorzugt kühlere Temperaturen; Überschreitung von 26 °C vermeiden
  • Geringes Sprungrisiko

Vergesellschaftungshinweise

Pelvicachromis sacrimontis wird paarweise gehalten. In stabilen Paarbindungen sind die Tiere territorial gegenüber Artgenossen nur während der Fortpflanzungszeit. Außerhalb der Brutzeit zeigen sie ein friedliches Temperament gegenüber artfremden Arten, solange diese keine Revierkonkurrenten darstellen. Während der Brutzeit beanspruchen die Tiere ein Revier mit einem Durchmesser von etwa 60 cm und verteidigen es konsequent. Junggarnelen werden häufig als Beute betrachtet. Adulte Garnelen können in Einzelfällen toleriert werden, sind jedoch nicht zuverlässig sicher. Schnecken werden in der Regel gut vertragen. Geeignete Beifische sind westafrikanische Arten: Pelvicachromis-Arten, Phenacogrammus-Salmler, friedliche afrikanische Salmler und Synodontis-Arten. Ostafrikanische Hartwasserbuntbarsche (Malawi, Tanganjika) sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen erreichen etwa 9-10 cm TL (7,8 cm SL) und sind schlanker und gestreckter mit spitz ausgezogenen Rücken- und Afterflossen. Die Schwanzflosse ist spatenförmig ohne Punkt- oder Fleckenzeichnung. Weibchen bleiben gedrungener bei ca. 7-8 cm TL und besitzen den charakteristischen leuchtend roten Bauch, der besonders während der Laichbereitschaft intensiv leuchtet, sowie eine einheitlich dunkle Rückenflosse und ungespitzte Flossen.
Größe: M: ca. 9-10 cm TL (7,8 cm SL), W: ca. 7-8 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Pelvicachromis sacrimontis benötigt Wasser mit 22-26 °C, pH 6,0-7,0 und GH 5-12 °dGH. Die Art bevorzugt den kühleren Bereich ihrer Temperaturspanne; eine Überschreitung von 26 °C sollte vermieden werden. Das Becken sollte mindestens 80 cm Kantenlänge und 112 Liter fassen. Die Einrichtung sollte mehrere Bruthöhlen bieten: Kokosnusshälften, Tonhöhlen oder halbgeschlossene Unterschlüpfe. Feiner Sand als Substrat fördert das natürliche Kiemenspülen und Graben. Dicht bewachsene Randzonen mit robusten Pflanzen sorgen für gedämpftes Licht und Sichtschutz; bei unzureichender Beschattung können die Fische scheu werden und verblassen. Die Strömung sollte ruhig bis leicht sein. Regelmäßige Teilwasserwechsel und abwechslungsreiche Fütterung verbessern Farbenpracht und Kondition.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,0-7,0
Temperatur:
22-26 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Pelvicachromis sacrimontis ist ein Höhlenbrüter mit biparentaler Brutpflege. Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittelschwer. Zuchtwasserwerte: Temperatur 24-26 °C, pH 5,5-6,5, GH maximal 5 °dGH. Reichliche Konditionierung mit Lebend- und Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Enchyträen) und das Vorhandensein geeigneter Bruthöhlen lösen die Laichbereitschaft aus. Leichte Wasserwechsel mit kühlerem, weichem Wasser können stimulierend wirken. Die Gelegegröße beträgt 50-200 Eier. Die Eier schlüpfen nach etwa 3 Tagen; die Jungfische sind nach weiteren 8-9 Tagen freischwimmend. Beide Eltern bewachen die Eier und führen den Nachwuchs über fünf bis sechs Wochen. Als Erstfutter eignen sich Artemia-Nauplien, Mikrowürmchen und feines Staubfutter.

Ernährung/Futterbedarf

Pelvicachromis sacrimontis ist ein Allesfresser mit fleischlicher Betonung. In der Natur ernährt sich die Art überwiegend von benthischen Wirbellosen. Im Aquarium eignen sich sinkendes Granulatfutter kombiniert mit regelmäßigem Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven und Daphnien. Gelegentliche pflanzliche Ergänzungen wie Spirulina stabilisieren die Gesundheit. Abwechslung ist wichtig für Farbintensität und Brutfähigkeit. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Pelvicachromis sacrimontis stammt aus Südost-Nigeria in Westafrika und bewohnt dort Uferzonen im Niger- und Cross-River-System. Typische Habitate sind langsam fließende oder stehende Gewässerbereiche mit feinem Sandboden, dichtem Totholz und reichlich Falllaub. Die Uferzonen sind häufig von dichter Vegetation und überhängenden Pflanzen geprägt, wodurch das Licht gedämpft wird. Das Substrat ist zumeist fein und sandig.

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