Phenacogrammus interruptus

Deutscher Name: Blauer Kongosalmler

Kongosalmler gold
Kongosalmler gold
Herkunft:
Kongo
Farben:
blau, gelb, orange, rosa, rot, silber, weiß
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Phenacogrammus interruptus
Gattung: Phenacogrammus
Familie: Alestidae

Beschreibung

Der Blaue Kongosalmler (Phenacogrammus interruptus) erreicht als Männchen bis zu 8 cm TL und gehört zu den farbenprächtigsten Süßwasserfischen Afrikas. Rücken und Flanken zeigen ein intensives Blau, das von einem roten bis orangen Längsband flankiert wird, gefolgt von gelb-silbernen Partien. Die Bauchregion ist bläulich gefärbt. Bei ausgewachsenen Männchen bilden stark verlängerte Rücken- und Schwanzflossenstrahlen einen dekorativen Abschluss. Im Aquarium zeigt Phenacogrammus interruptus ein lebhaftes Schwimmverhalten und bevorzugt die mittlere Wasserschicht, wobei die Tiere oft in dichter Schwarmformation patrouillieren. Bei zu kleinen Gruppen können einzelne Tiere scheu werden und sich zurückziehen. Die Art benötigt ausreichend Schwimmraum in der Länge. Männchen entwickeln während der Reifezeit intensivere Farben und deutlich verlängerte Flossenstrahlen an Rücken- und Schwanzflosse. Die Art ist ein klassischer Vegetations- und Wurzelbewohner der Schattenzonen des Kongo-Einzugs, was sich in den Ansprüchen an Einrichtung und Beleuchtung widerspiegelt.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Starker Geschlechtsdimorphismus: Männchen größer, farbiger und mit verlängerten Rücken-/Schwanzflossenstrahlen
  • Starker Schwarmtrieb – Einzelhaltung führt zu Scheuheit und Farbverlust
  • Bevorzugt schattige, wurzel- und pflanzenreiche Bereiche
  • Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen und Schnecken meist sicher
  • Keine ausgeprägte Revierverteidigung; Balzverhalten durch intensives Schwimmen sichtbar
  • Empfindlich gegenüber schlechter Wasserqualität – Farben verblassen bei mangelnder Pflege
  • Flossenzupfer unbedingt vermeiden – die langen Flossen der Männchen sind ein bevorzugtes Ziel

Vergesellschaftungshinweise

Der Blaue Kongosalmler ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden, um Scheuheit zu vermeiden und natürliche Schwarmdynamik zu erhalten. Innerhalb des Schwarms gibt es eine dynamische, aber nicht aggressive Rangordnung; Rangkämpfe unter Männchen sind rein imponierend. Das Temperament ist friedlich und aktiv. Während der Balz steigt die Aktivität deutlich an mit Verfolgungssequenzen und synchronen Schwimmbewegungen; dennoch tritt keine starke Revieraggression auf. Aufgrund der Lebhaftigkeit und Größe können sehr kleine oder extrem ruhige Fische eingeschüchtert werden. Zwerggarnelen (Neocaridina) werden oft als Futter betrachtet. Größere Garnelen wie Amano und die meisten Schnecken gelten als verträglich. Bodenbewohner wie Corydoras und friedliche Synodontis passen gut ins Gesellschaftsbecken.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter unterscheiden sich deutlich. Männchen erreichen etwa 8 cm (TL) und sind farbintensiver mit kräftigen Irisierungseffekten sowie stark ausgezogenen mittleren Strahlen der Schwanzflosse und deutlich erhöhter Rückenflosse. Weibchen bleiben kleiner mit etwa 6 cm (TL) und sind blasser in der Farbgebung ohne Flossenverlängerungen. Diese Unterschiede sind bereits bei subadulten Tieren gut sichtbar.
Größe: M: ca. 8 cm (TL), W: ca. 6 cm (TL)

Haltungstipps / Pflege

Die empfohlenen Wasserwerte liegen bei 23–27 °C, pH 6–7,5 und GH 5–15 °dGH. Temperaturen bis 28 °C werden kurzfristig toleriert, sollten aber nicht dauerhaft angestrebt werden. Ein langes Becken ist entscheidend, da die Tiere den Schwimmbereich horizontal nutzen. Als Mindestmaß gilt 120 cm Kantenlänge bei mindestens 200 Litern für eine Gruppe von 8–10 Tieren. Die Einrichtung sollte naturorientiert gestaltet werden: überhängende Pflanzen, Totholz und wurzelartige Strukturen als Schattenspender und Rückzugszonen. Sandiger bis feinkiesiger Bodengrund mit eingestreutem Falllaub schafft die gewünschte Atmosphäre. Moderate Strömung und gedämpfte bis moderate Beleuchtung kommen der natürlichen Vorliebe für schattige Uferzonen entgegen. Die irisierenden Farben kommen unter moduliertem Licht besonders gut zur Geltung. Das Sprungrisiko ist gering, eine Abdeckung dennoch empfehlenswert. Bei der Vergesellschaftung sollten vorrangig andere zentralafrikanische Arten gewählt werden. Die empfindliche Reaktion auf Wasserqualitätsschwankungen erfordert konsequente Wasserpflege, damit die Flossenverlängerungen der Männchen sich vollständig entfalten können.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6-7,5
Temperatur:
23-27 °C
Beckengröße:
ab 120 cm, 200 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Phenacogrammus interruptus ist ein Freilaicher. Die Nachzucht gilt als möglich, aber mäßig anspruchsvoll. Empfohlene Zuchtwasserwerte: 25–27 °C, pH 6–6,5, GH maximal 10 °dGH. Zuchtpaare sollten mit hochwertigem Lebend- und Frostfutter konditioniert werden. Starker Lichteinfall am Morgen kann als Laichauslöser wirken. Ein Zuchtbecken mit feinmaschigem Gitterboden oder Netz schützt die Eier vor den Elterntieren. Eier werden über mehrere Tage hinweg abgesetzt; Elterntiere nach dem Ablaichen umgehend entfernen. Gelegegrößen von 100–300 schwach klebrigen Eiern sind dokumentiert. Die Inkubationszeit beträgt 5–7 Tage bei etwa 26 °C. Erstfutter: Infusorien, nach 2–3 Tagen Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen. Die Jungfische reagieren empfindlich auf Wasserqualitätsprobleme. Zuchtpopulationen sind in der Aquaristik gut etabliert.

Ernährung/Futterbedarf

Phenacogrammus interruptus ist ein Allesfresser mit Neigung zu tierischer Nahrung. Hochwertige Flocken und Granulat bilden die Basis, ergänzt durch reichlich Lebend- und Frostfutter: Artemia, weiße und schwarze Mückenlarven, Daphnien sowie gelegentlich Tubifex. Pflanzliche Komponenten wie Spirulina-Flocken, gekochtes Blattgemüse oder Algenplättchen runden die Kost ab und unterstützen die Farbentwicklung. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 8-10 Jahre (bei optimaler Pflege bis 10)

Natürlicher Lebensraum

Der Blaue Kongosalmler ist endemisch im Einzugsgebiet des Kongo-Flusses in Zentralafrika (Demokratische Republik Kongo und Republik Kongo). Die Art besiedelt überwiegend schattige Uferbereiche mit dichter, überhängender Vegetation und Versteckmöglichkeiten durch Totholz und Wurzeln. Das Substrat besteht aus feinem Sand oder Kies, bedeckt von Falllaub und organischem Detritus. Die Strömung ist in den bevorzugten Bereichen langsam bis mäßig.

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