ausgewachsene Pacus sind Einzelgänger!
Zierfische, Familie Serrasalmidae
Roter Pacu Piaractus brachypomus
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Der Rote Pacu (Piaractus brachypomus) erreicht bis zu 88 cm Gesamtlänge und ist ein massiv gebauter, hochrückiger Vertreter der Familie Serrasalmidae. Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: Auch im Aquarium werden die Tiere häufig um 60 cm lang und brauchen eine Spezialanlage von mindestens 2.700 Litern bei 360 cm Kantenlänge.
- Schwierigkeit: Schwierig
- Einzelgänger
- Friedlich

bis 88 cmEndgröße
15-28 JahreLebenserwartung
23-28 °CTemperatur
4,8-7,5pH-Wert
0-15 °dGHGesamthärte
ab 2700 lAquariengröße
Beschreibung
Die Grundfärbung reicht von silbrig-grau bis dunkelgrau, der Kopf ist breit mit kräftigen Kiefern und mahlzahnartigen Zähnen zum Zerkleinern harter Pflanzenkost. Jungfische zeigen eine rote bis orange Bauch- und Brustflossenfärbung, die mit zunehmendem Alter verblasst. Sie imitieren dabei in Färbung und Muster den Rotbauch-Piranha (Pygocentrus nattereri) – ein klassisches Beispiel für Batessche Mimikry, das in der Praxis häufig zu Verwechslungen beim Kauf führt. Im Aquarium zeigt der Rote Pacu ein eher ruhiges und teils schreckhaftes Verhalten. Er pendelt zwischen Erkundungen und Ruhephasen. Gegenüber gleich großen Mitbewohnern verhält er sich friedlich, kann aber bei Platzmangel ruhigere Fische stressen oder Flossen anknabbern. Kleine Fische werden als Nahrung betrachtet und gefressen. Die Kombination aus kräftigem Körperbau, pflanzenbetonter Ernährung und der Fähigkeit, harte Samen und Nüsse zu verarbeiten, macht die Art zu einem atypischen Serrasalmiden.
Haltung und Pflege
Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: Jungtiere werden mit 5 bis 8 cm Länge angeboten, ausgewachsene Tiere brauchen eine Spezialanlage. Die empfohlenen Wasserwerte liegen bei 23–28 °C, pH 4,8–7,5 und GH 0–15 °dGH. Der Rote Pacu ist anpassungsfähig, Extreme sollten aber vermieden werden. Als Mindestbeckengröße gilt 300 cm Kantenlänge bei mindestens 2.600 Litern (300 x 90 x 90 cm). Solche Dimensionen sind nur in professionellen Einrichtungen realisierbar. Die Einrichtung sollte weite Schwimmzonen mit großzügigen Rückzugsmöglichkeiten verbinden: feiner Sand oder Kies als Substrat, große Schwemmholzstücke und überhängende Vegetation. Robuste Pflanzen werden durch die aktive Nahrungssuche häufig beschädigt. Leistungsfähige Filterung ist nötig, um die hohe Biomasse zu bewältigen; langsame bis moderate Strömung bevorzugt. Regelmäßige großvolumige Wasserwechsel sind essenziell. Das Sprungrisiko ist gering, eine stabile Abdeckung dennoch empfehlenswert. Jungfische werden im Handel oft als vermeintliche Piranhas verkauft. Käufer sollten sich der enormen Endgröße und des extremen Platzbedarfs bewusst sein. Die Art eignet sich ausschließlich für erfahrene Aquarianer mit Zugang zu professionellen Einrichtungen.
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Verhalten und Vergesellschaftung
Piaractus brachypomus ist in der Natur ein Schwarmfisch; Jungtiere bilden Schulen, adulte Tiere werden jedoch solitärer. Im Aquarium werden die Tiere aufgrund ihres enormen Platzbedarfs meist einzeln oder in kleinen Gruppen gehalten. Das Temperament ist überwiegend friedlich bis scheu; Auseinandersetzungen treten nur bei Platzmangel oder Enge am Futterplatz auf. Adulte Garnelen werden meist toleriert, kleine Junggarnelen und kleine Fische sind gefährdet. Schnecken gelten als verträglich.
Ernährung
Piaractus brachypomus ist ein Allesfresser mit stark pflanzenbetonter Neigung. In der Natur ernähren sich die Tiere überwiegend von Früchten, Samen und pflanzlichem Material, nehmen aber auch tierische Proteine wie Insekten und kleine Fische auf. Im Aquarium: pflanzenbetonte Pellets oder Floatingsticks als Grundfutter; Obst (Bananen, Äpfel, Weintrauben, Pfirsiche), Gemüse (Zucchini, Erbsen, Spinat, Salat, Möhren, Kohl); Nüsse in kleinen Mengen; gelegentlich Insekten oder Frostfutter als Ergänzung. Jungfische profitieren von proteinreicherer Kost.
Zucht
Die Zucht von Piaractus brachypomus ist in der Aquakultur gut dokumentiert, im Heimaquarium jedoch nicht realisierbar. In der Aquakultur werden hormonelle Behandlungen (Hypophysenextrakte) und Simulationen der Regenzeit eingesetzt, um den Laichakt auszulösen. Über den genauen Fortpflanzungstyp unter natürlichen Bedingungen gibt es in der Literatur noch keine abschließenden Erkenntnisse. Eine Heimzucht gilt als praktisch nicht durchführbar.
Zuchtwasser: 26 bis 28 °C
Natürlicher Lebensraum
Piaractus brachypomus kommt in den großen Tieflandflusssystemen Südamerikas vor, darunter Amazonas- und Orinoco-Becken in Brasilien, Kolumbien, Venezuela, Peru, Bolivien und Uruguay. Die Art besiedelt Hauptflussläufe und langsam fließende Nebenarme. Während der Regenzeit ziehen die Fische in überflutete Waldgebiete, um dort Früchte und Samen zu suchen. Das Substrat variiert von Sand über Schlamm bis zu laubdominierter Bodenauflage. Die Strömung ist in den bevorzugten Bereichen langsam.
Geschlechtsunterschiede
Der Geschlechtsunterschied ist nur schwach ausgeprägt. Weibchen sind im Bauchbereich etwas fülliger als Männchen, was bei adulten Tieren am deutlichsten erkennbar ist. Optische Merkmale wie Flossenform oder Rotfärbung sind kein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal.
Gut zu wissen
- Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: im Aquarium häufig 60 cm lang, Spezialanlage ab 2.700 Litern nötig
- Juvenil-Mimikry: Jungfische imitieren den Rotbauch-Piranha (Batessche Mimikry)
- Starke Juvenilfärbung: rote/orange Bauch- und Brustflossen, verblasst im Alter
- Wandernde Schwarmbildung in der Regenzeit in der Natur
- Kann feste pflanzliche Nahrung (Früchte, Nüsse, Samen) mit kräftigen Kiefern zerkleinern
- Frisst kleine Fische als Opportunist – kein reiner Pflanzenfresser
- Junggarnelen und kleine Fische gefährdet
- Geringes Sprungrisiko
Galerie
Häufige Fragen
Kann man den Roten Pacu im Aquarium halten?
Nicht in einem normalen Wohnzimmeraquarium. Der Rote Pacu wird auch im Aquarium häufig 60 cm lang, in der Natur bis 88 cm und 25 kg, und braucht eine Spezialanlage von mindestens 2.700 Litern. Jungtiere werden mit 5 bis 8 cm Länge verkauft, oft als vermeintliche Piranhas.
Welche Wasserwerte braucht der Rote Pacu?
Die empfohlenen Werte sind 23–28 °C, pH 4,8–7,5 und GH 0–15 °dGH. Der Rote Pacu ist anpassungsfähig und toleriert ein breites Spektrum, Extreme sollten aber vermieden werden.
Wie groß wird der Rote Pacu?
Piaractus brachypomus erreicht bis zu 88 cm Gesamtlänge in der Natur, in Aquarien häufig um 60 cm. Jungfische sehen Piranhas täuschend ähnlich (Batessche Mimikry) und werden daher oft als solche verkauft.
Kann man den Roten Pacu vergesellschaften?
Geeignete Partner sind andere großwüchsige südamerikanische Arten wie Arowana, große Salmler, große Buntbarsche und große Welse. Kleine Fische werden als Nahrung betrachtet.
Was frisst der Rote Pacu?
Der Rote Pacu ist ein Allesfresser mit pflanzenbetonter Ernährung. Er frisst Obst, Gemüse, Nüsse und pflanzenbetonte Pellets als Grundnahrung, ergänzt durch gelegentliches Frostfutter und Insekten. Jungfische brauchen mehr tierisches Protein.
Hinweis zu den Daten
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Fragen und Erfahrungen
2 Kommentare, der letzte vom 11. Januar 2015
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