Placidochromis milomo
Beschreibung
Placidochromis milomo (Super VC-10) ist ein mittelgroßer Non-Mbuna-Buntbarsch aus dem Malawisee mit kräftiger, metallisch-bläulicher Grundfärbung bei Männchen. Männchen zeigen dunkle vertikale Streifen, braune Schuppenränder und verlängerte Flossen. Weibchen und Jungtiere sind silbergrau bis bräunlich mit ausgeprägten schwarzen vertikalen Streifen.
Das markanteste Merkmal sind die stark verdickten, fleischigen Lippen, die der Nahrungsaufnahme am Aufwuchs auf felsigem Substrat dienen. Bei Aquariumsnachzuchten sind die Lippen oft weniger stark entwickelt als bei Wildfängen, da die Reizbedingungen fehlen.
Im Aquarium zeigen adulte Placidochromis milomo ein relativ ruhiges, selbstsicheres Schwimmverhalten in den mittleren bis unteren Wasserschichten. Gegenüber artfremden, ähnlich großen Fischen sind sie meist friedlich, während Männchen gegenüber Artgenossen territorial auftreten können. Die Art bevorzugt Bereiche mit offener Sandfläche und strukturierter Steinumgebung.
Besonderheiten
- Maulbrüter (mütterlich): Weibchen tragen Eier und Jungfische im Maul
- Stark verdickte, fleischige Lippen, bei Wildfängen extrem ausgeprägt; bei Nachzuchten oft reduziert
- Männchen zeigen während der Balz intensive Blaufärbung und verlängerte Flossen
- Männchen bereiten Laichplätze auf flachen Steinen oder in Sandmulden vor
- Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfehlenswert
- Junggarnelen gefährdet; adulte Garnelen und Schnecken meist unberührt
Vergesellschaftungshinweise
Placidochromis milomo wird am besten in einem Harem gehalten: ein Männchen mit mehreren Weibchen. Mehrere Männchen nur in sehr großen Anlagen. Innerartlich sind Männchen territorial und zeigen intensive Displays und Revierkämpfe; während der Fortpflanzungszeit steigt die Aggressivität deutlich an.
Gegenüber Beifischen verhält sich die Art friedlich, solange diese ähnliche Körpergröße aufweisen und nicht dem aggressiven Mbuna-Typ entsprechen. Aggressive Mbuna-Arten vermeiden.
Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen meist toleriert. Schnecken unproblematisch. Südamerikanische Bodenbewohner (Corydoras) wegen inkompatibler Wasserchemie ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden etwas größer als Weibchen und erreichen bis zu 25 cm SL. Männchen entwickeln eine intensive metallisch-blaue Grundfarbe mit dunkleren vertikalen Streifen und verlängerte Rücken-, After- und Bauchflossen. Weibchen und subdominante Männchen sind silbergrau bis bräunlich mit gut sichtbaren schwarzen vertikalen Streifen und bleiben insgesamt gedrungener.
Haltungstipps / Pflege
Die empfohlenen Wasserwerte liegen bei 24-28 °C, pH 7,6-8,8 und GH 10-25 °dGH.
Das Becken sollte mindestens 120 cm Kantenlänge (200-240 Liter) aufweisen. Eine Kombination aus ausgedehnten offenen Sandflächen und strukturierten Felsformationen bietet optimale Bedingungen. Flache Steine und Plateaus dienen als Laich- und Balzplätze, Felsspalten als Rückzugsmöglichkeiten. Das Substrat sollte überwiegend sandig sein. Mäßige Strömung entspricht dem natürlichen Habitat.
Gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig. Rift-See-Cichliden reagieren empfindlich auf plötzliche Änderungen der Wasserchemie.
Zucht und Fortpflanzung
Placidochromis milomo ist ein mütterlicher Maulbrüter. Die Zucht gilt als schwierig. Zuchtwasserwerte: 25-27 °C, pH 8-8,5, GH bis ca. 20 °dGH. Ein Harem (1 Männchen, 3-4 Weibchen) wird empfohlen.
Das Männchen wählt einen Laichplatz (flacher Stein oder Sandmulde), zeigt Balzdisplays und lockt Weibchen. Nach Befruchtung nimmt das Weibchen die Eier ins Maul. Die Brutdauer beträgt etwa drei Wochen; Weibchen fressen in dieser Zeit kaum. Die freigelassenen Jungfische sind ca. 1-1,5 cm groß und nehmen sofort Artemia-Nauplien und feines Staubfutter an.
Ernährung/Futterbedarf
Placidochromis milomo ist ein Allesfresser mit fleischbetonter Tendenz. In der Natur ernährt er sich von Insektenlarven und Krebstieren aus dem Aufwuchs auf Felsgestein. Im Aquarium: hochwertiges Cichliden-Granulat als Grundfutter, ergänzt durch Artemia, Mysis und Krill. Spirulina-Flocken regelmäßig ergänzen. Fütterungshäufigkeit und Portionen an Größe und Aktivität anpassen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Placidochromis milomo ist endemisch im südlichen Teil des Malawisees, insbesondere in Regionen wie Nkhata Bay und an der Nankumba-Halbinsel. Die Art bewohnt vorwiegend felsige Bereiche des Sees mit einer dünnen Schicht Sediment und reichlich Aufwuchs. Sandflächen zwischen den Felsen dienen als Laich- und Balzplätze. Die Strömung ist mäßig. In Tiefen von 4-35 Metern vorkommend.