Der Liniendornwels (Platydoras costatus, im Handel häufig Platydoras armatulus) ist ein markanter Vertreter der Doradidae mit gedrungem, robusten Körperbau und deutlichen Knochenplatten entlang der Seitenlinie. Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis schwarz, überzogen von kontrastreichen, cremefarbenen bis gelblich-weißen Längsstreifen. Die Bauchseite ist hell.
Schwierigkeit: Mittel
Gruppenhaltung
Friedlich
Kupferempfindlich
bis 25 cmEndgröße
20+ JahreLebenserwartung
24-28 °CTemperatur
5,8-7,5pH-Wert
2-20 °dGHGesamthärte
ab 450 lAquariengröße
Beschreibung
Die Barteln sind gut entwickelt und dienen der Nahrungssuche am Boden. Taxonomischer Hinweis: Der im Aquarienhandel verbreitete gestreifte Liniendornwels ist in der Regel Platydoras armatulus. Die echte Platydoras costatus aus Suriname und Französisch-Guayana ist einfarbig dunkelbraun und im Handel kaum anzutreffen (Revision Piorski et al. 2008). Doradidae besitzen kräftige, sperrbare Brustflossenstacheln, die beim Hochklappen einrasten und erhebliche Stichverletzungen verursachen können. Beim Handling keine engen Kescher verwenden. Die Tiere erzeugen durch Stridulation (Reiben der Brustflossenstacheln + Schwimmblasen-Resonanz) hörbare Laute. Im Aquarium zeigt die Art typisches nachtaktives Verhalten. Tagsüber in Verstecken, nachts aktive Nahrungssuche am Boden. Gegenüber gleichgroßen Arten friedlich; gegenüber sehr kleinen Fischen (unter 4-5 cm) tritt nachts räuberisches Verhalten auf.
Haltung und Pflege
Die empfohlenen Wasserwerte liegen bei 24-28 °C, pH 5,8-7,5 und GH 2-20 °dGH. Mindestbeckengröße: 150 cm Kantenlänge (ca. 450 Liter) für eine Gruppe von 4-5 Tieren. Zahlreiche Verstecke aus Wurzeln, Steinhöhlen, Röhren und dichten Pflanzzonen. Weiches Substrat (Sand oder feiner, abgerundeter Kies) ist Pflicht. Gedämpfte Beleuchtung verbessert das Wohlbefinden. Moderate Strömung. Gute Wasserqualität und Sauerstoffversorgung. Fütterung am Abend nach Lichtabschaltung. Abwechslungsreiche Ernährung: sinkende Tabletten und Pellets, ergänzt durch Frost- und Lebendfutter. Beim Umsetzen: Brustflossenstacheln rasten ein und verursachen Stichverletzungen. Behälter statt Kescher verwenden.
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Verhalten und Vergesellschaftung
Platydoras costatus (bzw. P. armatulus) ist ein geselliger Wels. Empfohlen werden mindestens 4-5 Tiere, optimal 5-7. Einzelhaltung führt zu Stress und zurückgezogenem Verhalten. Das Temperament ist ruhig und scheu. Gegenüber gleichgroßen Beifischen kaum Aggression; gegenüber sehr kleinen Fischen (unter 4-5 cm) kann nachts räuberisches Verhalten auftreten. Junggarnelen und kleine Garnelenlarven sind gefährdet; adulte Garnelen überwiegend sicher. Schnecken sind verträglich.
Ernährung
Der Liniendornwels ist ein Allesfresser mit Tendenz zu tierischer Nahrung. In der Natur werden Mollusken, Krebstiere und organischer Detritus gefressen. Sinkende Futtertabletten und Pellets als Grundnahrung. Ergänzend Rote Mückenlarven, Tubifex, kleine Regenwürmer oder Muschelfleisch. Hauptfütterung abends nach Lichtabschaltung, da nachtaktiv. Kleine Fische und sehr kleine Wirbellose können nachts als Beute enden.
Zucht
Platydoras costatus (bzw. P. armatulus) ist ein eierlegender Freilaicher. In der Natur laicht die Art im Bereich von Oberflächenvegetation ab. Verlässliche Zuchterfolge im Heimaquarium sind bisher nicht dokumentiert. Kommerzielle Zucht erfolgt in Aquakultur-Anlagen (Südostasien), möglicherweise unter Hormon-Induktion. Konkrete Angaben zu Gelegegröße, Inkubationszeit oder Larvenaufzucht fehlen. Die Zuchtschwierigkeit wird als sehr schwer eingestuft.
Natürlicher Lebensraum
Der im Handel als Platydoras costatus bekannte Wels stammt aus dem unteren Orinoco-Becken (Kolumbien, Venezuela), dem Rio Essequibo (Guyana), dem Amazonasbecken (Peru, Bolivien, Brasilien), dem Rio Tocantins (Brasilien), den Küstenflüssen von Französisch-Guayana und Surinam sowie dem Rio Parana-Becken (Argentinien, Brasilien). Die echte Platydoras costatus ist auf die Küstenflüsse Surinames und Französisch-Guayanas beschränkt (Corantijn- und Maroni-Becken). Die Art bewohnt sandige oder schlammige Bodenbereiche und nutzt Unterwasservegetation, Wurzeln und Totholz als Verstecke. Langsam bis mäßig strömendes Wasser.
Geschlechtsunterschiede
Ein deutlicher äußerer Geschlechtsdimorphismus ist kaum ausgeprägt. Weibchen werden fülliger und sind tendenziell etwas größer als Männchen, besonders während der Laichzeit.
Gut zu wissen
Kräftige, sperrbare Brustflossenstacheln: Verletzungsgefahr beim Handling! Behälter statt Kescher verwenden
Hörbare Stridulation via Brustflossenstacheln + Schwimmblasen-Resonanz
Nachtaktiv und scheu; tagsüber in Verstecken
Mindestgruppengröße: 4-5 Tiere; optimal 5-7
Im Handel meist Platydoras armatulus statt der echten Platydoras costatus aus Suriname/Französisch-Guayana
Kleine Fische (unter 4-5 cm) nachts gefährdet
Weiches Substrat (Sand) schützt die empfindlichen Barteln
Außerordentlich langlebig: 20 Jahre und mehr dokumentiert
Häufige Fragen
Welche Wasserwerte braucht der Liniendornwels?
Die empfohlenen Werte sind 24-28 °C, pH 5,8-7,5 und GH 2-20 °dGH. Weiches Substrat (Sand) ist Pflicht für die empfindlichen Barteln.
Wie groß wird der Liniendornwels?
Platydoras costatus (im Handel meist Platydoras armatulus) erreicht ca. 24-25 cm Standardlänge. Außerordentlich langlebig: 20 Jahre und mehr dokumentiert.
Kann man den Liniendornwels vergesellschaften?
Friedlich gegenüber gleichgroßen südamerikanischen Arten. Robuste Salmler, größere Corydoras und ruhige Cichliden sind gute Partner. Fische unter 4-5 cm können nachts als Beute enden.
Was frisst der Liniendornwels?
Allesfresser mit Tendenz zu tierischer Kost. Sinkende Tabletten, Mückenlarven, Tubifex, Regenwürmer und Muschelfleisch. Abends füttern, da nachtaktiv.
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Fragen und Erfahrungen
Ein Kommentar, der letzte vom 23. Dezember 2013Lesen und mitredenZuklappen
Daniel
Moin,
das Bild zeigt Platydoras armatulus und auch die Tiere im Handel sind alle P. armatulus. P. costatus war zwar seit lange die Bezeichnung, aber seit ein paar Jahren wissen wir, dass der echte P. costatus nur überaus selten zu uns kommt.