Platydoras costatus
Beschreibung
Der Liniendornwels (Platydoras costatus, im Handel häufig P. armatulus) ist ein markanter Vertreter der Doradidae mit gedrungem, robusten Körperbau und deutlichen Knochenplatten entlang der Seitenlinie. Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis schwarz, überzogen von kontrastreichen, cremefarbenen bis gelblich-weißen Längsstreifen. Die Bauchseite ist hell. Die Barteln sind gut entwickelt und dienen der Nahrungssuche am Boden.
Taxonomischer Hinweis: Der im Aquarienhandel verbreitete gestreifte Liniendornwels ist in der Regel Platydoras armatulus. Die echte P. costatus aus Suriname und Französisch-Guayana ist einfarbig dunkelbraun und im Handel kaum anzutreffen (Revision Piorski et al. 2008).
Doradidae besitzen kräftige, sperrbare Brustflossenstacheln, die beim Hochklappen einrasten und erhebliche Stichverletzungen verursachen können. Beim Handling keine engen Kescher verwenden. Die Tiere erzeugen durch Stridulation (Reiben der Brustflossenstacheln + Schwimmblasen-Resonanz) hörbare Laute.
Im Aquarium zeigt die Art typisches nachtaktives Verhalten. Tagsüber in Verstecken, nachts aktive Nahrungssuche am Boden. Gegenüber gleichgroßen Arten friedlich; gegenüber sehr kleinen Fischen (unter 4-5 cm) tritt nachts räuberisches Verhalten auf.
Besonderheiten
- Kräftige, sperrbare Brustflossenstacheln: Verletzungsgefahr beim Handling! Behälter statt Kescher verwenden
- Hörbare Stridulation via Brustflossenstacheln + Schwimmblasen-Resonanz
- Nachtaktiv und scheu; tagsüber in Verstecken
- Mindestgruppengröße: 4-5 Tiere; optimal 5-7
- Im Handel meist P. armatulus statt der echten P. costatus aus Suriname/Französisch-Guayana
- Kleine Fische (unter 4-5 cm) nachts gefährdet
- Weiches Substrat (Sand) schützt die empfindlichen Barteln
- Außerordentlich langlebig: 20 Jahre und mehr dokumentiert
Vergesellschaftungshinweise
Platydoras costatus (bzw. P. armatulus) ist ein geselliger Wels. Empfohlen werden mindestens 4-5 Tiere, optimal 5-7. Einzelhaltung führt zu Stress und zurückgezogenem Verhalten. Das Temperament ist ruhig und scheu. Gegenüber gleichgroßen Beifischen kaum Aggression; gegenüber sehr kleinen Fischen (unter 4-5 cm) kann nachts räuberisches Verhalten auftreten.
Junggarnelen und kleine Garnelenlarven sind gefährdet; adulte Garnelen überwiegend sicher. Schnecken sind verträglich.
Geschlechtsdimorphismus
Ein deutlicher äußerer Geschlechtsdimorphismus ist kaum ausgeprägt. Weibchen werden fülliger und sind tendenziell etwas größer als Männchen, besonders während der Laichzeit.
Haltungstipps / Pflege
Die empfohlenen Wasserwerte liegen bei 24-30 °C, pH 5,8-7,5 und GH 2-20 °dGH.
Mindestbeckengröße: 150 cm Kantenlänge (ca. 400 Liter) für eine Gruppe von 4-5 Tieren. Zahlreiche Verstecke aus Wurzeln, Steinhöhlen, Röhren und dichten Pflanzzonen. Weiches Substrat (Sand oder feiner, abgerundeter Kies) ist Pflicht. Gedämpfte Beleuchtung verbessert das Wohlbefinden.
Moderate Strömung. Gute Wasserqualität und Sauerstoffversorgung. Fütterung am Abend nach Lichtabschaltung. Abwechslungsreiche Ernährung: sinkende Tabletten und Pellets, ergänzt durch Frost- und Lebendfutter.
Beim Umsetzen: Brustflossenstacheln rasten ein und verursachen Stichverletzungen. Behälter statt Kescher verwenden.
Zucht und Fortpflanzung
Platydoras costatus (bzw. P. armatulus) ist ein eierlegender Freilaicher. In der Natur laicht die Art im Bereich von Oberflächenvegetation ab. Verlässliche Zuchterfolge im Heimaquarium sind bisher nicht dokumentiert. Kommerzielle Zucht erfolgt in Aquakultur-Anlagen (Südostasien), möglicherweise unter Hormon-Induktion. Konkrete Angaben zu Gelegegröße, Inkubationszeit oder Larvenaufzucht fehlen. Die Zuchtschwierigkeit wird als sehr schwer eingestuft.
Ernährung/Futterbedarf
Der Liniendornwels ist ein Allesfresser mit Tendenz zu tierischer Nahrung. In der Natur werden Mollusken, Krebstiere und organischer Detritus gefressen. Sinkende Futtertabletten und Pellets als Grundnahrung. Ergänzend Rote Mückenlarven, Tubifex, kleine Regenwürmer oder Muschelfleisch. Hauptfütterung abends nach Lichtabschaltung, da nachtaktiv. Kleine Fische und sehr kleine Wirbellose können nachts als Beute enden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Das im Handel als Platydoras costatus bekannte Tier (P. armatulus) stammt aus dem unteren Orinoco-Becken (Kolumbien, Venezuela), dem Rio Essequibo (Guyana), dem Amazonasbecken (Peru, Bolivien, Brasilien), dem Rio Tocantins sowie dem Rio Parana-Becken. Die echte Platydoras costatus ist auf die Küstenflüsse Surinames und Französisch-Guayanas beschränkt (Corantijn- und Maroni-Becken). Die Art bewohnt sandige oder schlammige Bodenbereiche und nutzt Unterwasservegetation, Wurzeln und Totholz als Verstecke. Langsam bis mäßig strömendes Wasser.
Moin,
das Bild zeigt Platydoras armatulus und auch die Tiere im Handel sind alle P. armatulus. P. costatus war zwar seit lange die Bezeichnung, aber seit ein paar Jahren wissen wir, dass der echte P. costatus nur überaus selten zu uns kommt.
lg Daniel