Aus Freude an der Aquaristik Wissen, Inspiration und Community

my-fish

Zierfische, Familie Aspredinidae

Peitschenwels Platystacus cotylephorus

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Peitschenwels (Platystacus cotylephorus) ist ein Vertreter der Aspredinidae mit gedrungem, abgeflachtem Körperbau, der optimal an ein bodennahes, grabendes Leben angepasst ist. Die Grundfärbung reicht von sehr dunklem Braun bis fast Schwarz, oft mit marmorierter Zeichnung und einer schmaleren, helleren Längsbinde entlang der Flanken. Die Unterseite ist heller.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Einzelgänger
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • 32 cm (SL)Endgröße

  • 8-12 JahreLebenserwartung

  • 22-25 °CTemperatur

  • 6-8,2pH-Wert

  • 12-30 °dGHGesamthärte

  • ab 720 lAquariengröße

Beschreibung

Kopf und Maul sind flach gedrückt, die Augen sind relativ klein und eher nach oben gerichtet. Im Aquarium zeigt der Peitschenwels ein ruhiges, zurückhaltendes Verhalten. Tagsüber vergräbt er sich im feinen Sand oder legt sich reglos auf Laub und Holzteile, wo er wie ein Stück Detritus wirkt. Erst in der Dämmerung und nachts wird er aktiv und sucht am Bodengrund nach Nahrung. Die Fähigkeit zur perfekten Tarnung durch Haltung und Körperzeichnung ist ein Hauptgrund für seine geringe Sichtbarkeit im Becken. Besonderes Merkmal: Weibchen entwickeln während der Fortpflanzungszeit fleischige Hautwucherungen (Cotylephores) am Bauch, an denen die Eier bis zum Schlupf angeheftet werden. In der Natur wandert die Art zwischen Süß- und Brackwasser; das Laichgeschäft findet vermutlich im Brackwasser statt.

Haltung und Pflege

Die empfohlenen Wasserwerte liegen bei 22-25 °C, pH 6-8,2 und GH 12-30 °dGH. Mindestbeckengröße: 200 x 60 x 60 cm, rund 720 Liter. Sehr feiner Sand oder feiner Schlamm als Substrat ist Pflicht, damit sich die Tiere eingraben können. Grobes Kies ist ungeeignet. Viel Totholz, Laubstreu und abgeflachte Wurzelstücke als Verstecke. Pflanzen in Randbereichen. Schwache bis mäßige Strömung. Gedämpfte Beleuchtung. Fütterung in den Abend- oder Nachtstunden, da nachtaktiv. Die Haltungsschwierigkeit wird als mittel bis fortgeschritten eingestuft.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Platystacus cotylephorus wird als friedlich beschrieben. Die Art kann einzeln gehalten werden, ist aber auch in lockeren Ansammlungen von gleichgroßen Exemplaren zu beobachten; eine fest dokumentierte, optimale Gruppengröße existiert nicht. Gegenüber sehr kleinen Fischen oder Wirbellosen ist die Art potenziell räuberisch, insbesondere nachts. Sehr kleine Garnelen und Jungfische sind gefährdet. Adulte Garnelen und Schnecken werden deutlich besser toleriert. Das Temperament ist ruhig und zurückgezogen.

Ernährung

Platystacus cotylephorus ist überwiegend fleischlich ausgerichtet. Mückenlarven, Tubifex, Regenwürmer und kleine Krebstiere bilden die Hauptnahrung. Ergänzend sinkende Tabletten oder Welssticks mit ausreichend fleischlichen Anteilen. Fütterung bevorzugt in den Abend- oder Nachtstunden, da nachtaktiv.

Zucht

Der Zuchtstatus für Platystacus cotylephorus ist als nicht zuverlässig reproduzierbar einzustufen. Der Laichmodus ist ungewöhnlich: Die Eier werden nicht am Substrat abgelegt, sondern am Bauch des Weibchens getragen. Weibchen entwickeln fleischige Hautwucherungen (Cotylephores) am Bauch, an denen die Eier befestigt werden. Es wird angenommen, dass diese Strukturen den Embryonen auch Nährstoffe oder Sauerstoff zuführen. Der eigentliche Laichvorgang findet vermutlich im Brackwasser statt. Aus importierten tragenden Weibchen konnten vereinzelt Jungfische aufgezogen werden. Als Zuchttemperatur wurden Werte um 24-25 °C dokumentiert. Weitere Parameter sind nicht gesichert. Die Zucht wird als schwer eingestuft.

Zuchtwasser: 24 bis 25 °C

Natürlicher Lebensraum

Platystacus cotylephorus kommt an der Küste Südamerikas vor, in Ästuaren und unteren Flussläufen von Venezuela bis Nordbrasilien, einschließlich Französisch-Guayana, Guyana, Surinam und Trinidad und Tobago. Die Art bewohnt küstennahe Gewässer, brackige Mündungsbereiche und flache Landschaften mit Totholz und dichter Laubablagerung. Typische Habitate sind schlammige oder sandige Böden in flachen, oft trüben Gewässern mit schwankendem Salzgehalt.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechter sind vergleichsweise gut zu unterscheiden. Männchen sind dunkler gefärbt und stärker gemustert als Weibchen. Ausgewachsene Männchen entwickeln zudem vergrößerte Brustflossen. Weibchen wirken von oben betrachtet fülliger, vor allem während der Laichzeit, wenn der Bauch durch die angehefteten Eier und die fleischigen Hautstiele (Cotylephores) deutlich voluminöser wird. Beide Geschlechter erreichen vergleichbare Endgrößen.

Gut zu wissen

  • Weibliches Brutverhalten mit speziellen Hautwucherungen (Cotylephores) am Bauch, an denen Eier angeheftet werden
  • Starke Tarnung: vergräbt sich im Sand oder tarnt sich als totes Blatt
  • Nachtaktiv; tagsüber sehr inaktiv
  • Wanderungen zwischen Süß- und Brackwasser in der Natur; Laichgeschäft findet vermutlich im Brackwasser statt
  • Grabendes Verhalten: benötigt sehr feines Substrat zum Eingraben
  • Geringes Sprungrisiko
  • Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen und Schnecken weitgehend sicher

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird der Peitschenwels?

Platystacus cotylephorus erreicht bis zu 32 cm Standardlänge (SL). Die Art vergräbt sich tagsüber komplett im Sand.

Welche Wasserwerte braucht der Peitschenwels?

Die empfohlenen Werte sind 22-25 °C, pH 6-8,2 und GH 12-30 °dGH. Sehr feines Substrat (Sand) ist Pflicht zum Eingraben.

Kann man den Peitschenwels vergesellschaften?

Nur mit ruhigen südamerikanischen Fischen ähnlicher Größe und Ansprüche. Sehr kleine Fische und Garnelen sind nachts als Beute gefährdet. Adulte Schnecken werden toleriert.

Wie vermehrt sich der Peitschenwels?

Ungewöhnlicher Laichmodus: Weibchen tragen Eier an fleischigen Hautwucherungen (Cotylephores) am Bauch. Im Aquarium bislang nicht zuverlässig reproduziert.

Wie groß muss das Aquarium für den Peitschenwels sein?

Ab 200 x 60 x 60 cm, rund 720 Liter. Wichtig ist eine große Bodenfläche mit sehr feinem Sand.

Ist der Peitschenwels für Anfänger geeignet?

Die Haltungsschwierigkeit wird als mittel bis fortgeschritten eingestuft: sehr feiner Sand, ruhige Mitbewohner und ein großes Becken sind Voraussetzung.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Quellen (my-fish Content Commons)

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Fragen und Erfahrungen

Noch keine Kommentare. Stell die erste Frage zu dieser Art.

Mitreden können angemeldete Mitglieder. Anmelden oder kostenlos registrieren.

Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Welse, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Kiemensackwels

Welse

Kiemensackwels

Heteropneustes fossilis

  • Endgröße: 30 cm
  • Aquarium: ab 540 l
  • Temperatur: 21-25 °C
  • pH-Wert: pH 6-8
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

In der Gruppe halten, neutral

Langschwanz-Spatelwels

Welse

Langschwanz-Spatelwels

Platysilurus mucosus

  • Endgröße: bis 30 cm
  • Aquarium: ab 540 l
  • Temperatur: 25-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

Wels mit schwarz-beigefarbenem Fleckenmuster auf einem Stein

Welse

Riesenhummelwels

Pseudopimelodus bufonius

  • Endgröße: bis 30 cm
  • Aquarium: ab 540 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, territorial

Schmuckfiederbartwels

Welse

Schmuckfiederbartwels

Synodontis decorus

  • Endgröße: 30 cm
  • Aquarium: ab 540 l
  • Temperatur: 22-27 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

Newsletter

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der Aquaristik

Neue Beiträge, Podcastfolgen, Steckbriefe und Termine in einer E-Mail. Jederzeit abbestellbar.