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Zierfische, Familie Poeciliidae

Endler Guppy Poecilia wingei

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Endler Guppy (Poecilia wingei) ist eine kleine, lebendgebärende Art aus der Familie Poeciliidae. Männchen erreichen etwa 2,5 cm SL, Weibchen werden mit bis zu 4,5 cm SL deutlich größer. Männchen sind sehr farbenprächtig und zeigen leuchtende Orange-, Rot-, Blau- und Grüntöne sowie violette und schwarze Zeichnungselemente.

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • bis 4,5 cmEndgröße

  • 3-5 JahreLebenserwartung

  • 24-30 °CTemperatur

  • 7-8,5pH-Wert

  • 15-35 °dGHGesamthärte

  • ab 54 lAquariengröße

Beschreibung

Weibchen sind dezenter silbrig-grau bis olivfarben gefärbt mit charakteristischen grau-schwarzen Schuppenrändern, die sie vom Guppy (Poecilia reticulata) unterscheiden. Im Aquarium zeigen Endler Guppys ein lebhaftes, aktives Schwimmverhalten in den oberen Wasserschichten. Männchen balzen kontinuierlich und präsentieren ihre Farben. Die Art gilt als friedlich gegenüber gleich großen Nachbarn. Poecilia wingei ist in der Natur ausgestorben (Laguna de Patos, Venezuela) und wird ausschließlich durch die Aquaristik erhalten (IUCN: Endangered). Die Art darf NICHT mit Poecilia reticulata (Guppy) vergesellschaftet werden, da beide hybridisieren und die genetische Reinheit der selteneren wingei verloren geht.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24-30 °C, pH 7,0-8,5, GH 15-35 °dGH. Ein Becken mit mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter) ist die Mindestgröße. Dichte Bepflanzung mit schwimmenden Pflanzen als Schattenspender und Rückzugsräume. Neutraler, feiner Kies oder Sand als Substrat. Moderate Filterung ohne starke Strömung. Die Art bevorzugt mittelhärtes bis hartes Wasser und sollte nicht dauerhaft in weichem Wasser gehalten werden. Abdeckung empfohlen wegen Springneigung.

Kupfer: Endler-Guppys (Poecilia wingei) sind analog zum Guppy moderat kupferempfindlich. Standard-Ich-Dosen (über längere Zeit) verursachen Kiemen- und Fortpflanzungsstörungen. Kurz und reduziert behandeln; bei trächtigen Weibchen vermeiden. Salzbäder und Malachitgrün als Alternativen.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Poecilia wingei ist eine Gruppenart und sollte in Gruppen von mindestens 4 Tieren gehalten werden, mit Weibchenüberschuss (1M:2-3W) zur Stressreduktion. Das Temperament ist friedlich. Während der Fortpflanzungsphase bedrängen Männchen Weibchen durch ständiges Hinterherschwimmen und Balzverhalten. Schnecken werden toleriert. Adulte Garnelen meist toleriert, Junggarnelen können gefressen werden. Geeignete Beifische: kleine Regenbogenfische (Iratherina werneri, Pseudomugil-Arten), friedliche kleine Salmler. NICHT mit Poecilia reticulata vergesellschaften (Hybridisierungsgefahr). Größere Fische sind ungeeignet.

Ernährung

Poecilia wingei ist ein Allesfresser. Feines Trockenfutter (Flocken, Staub), Spirulina-basierte Produkte als pflanzliche Basis. Artemia-Nauplien, Cyclops und Mikrowürmer als tierische Ergänzung. Carotinoidreiches Futter fördert Rot- und Orangetöne. Kleine Portionen mehrmals täglich.

Zucht

Die Zucht ist sehr einfach und gut dokumentiert. Poecilia wingei ist lebendgebärend. Tragzeit ca. 23-24 Tage (bei 26 °C), Wurfgrößen 5-25 Jungfische. Geschlechtsreife nach ca. 2 Monaten. Zuchtwasserwerte: Temperatur 26-27 °C, pH 7,0-8,0, mittlere bis hohe Wasserhärte. Jungfische sind sofort frei schwimmend. Erstfutter: Staubfutter, Artemia-Nauplien, Mikrowürmer. Dichte Bepflanzung reicht meist als Jungfischschutz. Gezielte Selektion für Farblinien verbreitet. Bei günstigen Bedingungen schnelle Populationszunahme möglich.

Zuchtwasser: 26 bis 27 °C, pH 7 bis 8

Natürlicher Lebensraum

Poecilia wingei stammt aus dem nordöstlichen Venezuela (Bundesstaat Sucre), ursprünglich aus der Campoma-Lagune und der Laguna de Patos bei Cumaná. Der natürliche Lebensraum war ein ehemaliger Brackwassersee, der vom Meer abgetrennt wurde und sich zu einem harten Süßwasser entwickelte. Warme, oft algenreiche Gewässer mit weichem, sumpfigem Bodengrund, reichlich Detritus und dichter Ufervegetation. Ruhige bis langsame Strömung.

Geschlechtsunterschiede

Männchen erreichen ca. 2,5 cm SL, sind schlank gebaut und sehr farbenprächtig mit vielfältigen Zeichnungen und Fleckenmustern. Sie besitzen ein Gonopodium. Weibchen werden deutlich größer (bis 4,5 cm SL), sind fülliger und zeigen eine dezente silbrig-graue bis olivfarbene Färbung mit grau-schwarzen Schuppenrändern und häufig einem dunklen Trächtigkeitsfleck.

Gut zu wissen

  • Lebendgebärend mit Gonopodium bei Männchen
  • Vom Aussterben bedroht (IUCN: EN) – Wildpopulationen stark dezimiert, wird maßgeblich durch Aquarianer erhalten
  • NICHT mit Poecilia reticulata (Guppy) vergesellschaften: Hybridisierungsgefahr
  • Hohe Farb- und Zeichnungsvariabilität durch intensive Zuchtlinienselektion
  • Weibchen an grau-schwarzen Schuppenrändern erkennbar (Unterschied zu Poecilia reticulata)
  • Bevorzugt hartes, alkalisches Wasser
  • Springneigung vorhanden; Abdeckung empfohlen
  • Sehr gut geeignet für Nano-Gesellschaftsaquarien mit kleinbleibenden Arten
  • Empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten, bei Parasitenbehandlung kupferfreie Mittel bevorzugen

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Endle Guppy?

Poecilia wingei benötigt eine Temperatur von 24-30 °C, pH 7,0-8,5 und GH 15-35 °dGH. Die Art bevorzugt hartes, alkalisches Wasser.

Kann man den Endlen Guppy mit Guppys vergesellschaften?

NEIN. Poecilia wingei darf nicht mit Poecilia reticulata (Guppy) vergesellschaftet werden, da beide Arten hybridisieren. Dies zerstört die genetische Reinheit der in der Natur ausgestorbenen wingei.

Wie züchtet man den Endlen Guppy?

Die Zucht ist sehr einfach. Lebendgebärend mit Wurfgrößen von 5-25 Jungfischen nach 23-24 Tagen Tragzeit. Geschlechtsreife nach ca. 2 Monaten. Gezielte Farbselektion ist verbreitet.

Warum ist der Endle Guppy bedroht?

Poecilia wingei ist in der Natur ausgestorben (Laguna de Patos, Venezuela, durch Gewässerverschmutzung) und wird ausschließlich durch die Aquaristik erhalten. IUCN-Status: Endangered (EN).

Hinweis zu den Daten

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